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Thursday, October 15, 2026

Gericht: Brite (55) hatte fünf Regierungsjobs gleichzeitig

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In Grossbritannien steht ein Mann vor Gericht, weil er in mehreren 100-Prozent-Stellen auf einmal arbeitete.

In Grossbritannien steht ein Mann vor Gericht, weil er in mehreren 100-Prozent-Stellen auf einmal arbeitete.Google Street View

Darum gehts

  • Der Brite Kashim Chowdhury (55) steht vor Gericht, weil er heimlich mehrere Regierungsjobs gleichzeitig ausübte.
  • Über drei Jahre verdiente er bei acht Arbeitgebern 350'000 Pfund (384'500 Franken), zeitweise hatte er fünf Stellen inne.
  • Er soll von zu Hause gearbeitet und sich krankgemeldet haben, um die Arbeitsbelastung abzufedern.

Ein Mann aus Grossbritannien arbeitete 183 Stunden pro Woche. Jedenfalls auf dem Papier. Denn in der realen Welt ist diese Arbeitslast unmöglich, da es 15 Stunden mehr sind, als sieben Tage tatsächlich haben, wie ein Richter am Crown Court Southwark bemerkte.

Kashim Chowdhury steht vor Gericht, weil er für mehrere Jobs gleichzeitig arbeitete, ohne dass seine Arbeitgeber dies wussten, wie die «Daily Mail» schreibt. Dabei waren alle Stellen in verschiedenen Ministerien der Regierung angesiedelt. Über drei Jahre hinweg hat er 350'000 Pfund (384'500 Franken) von acht Arbeitgebern verdient. Zum Höhepunkt seiner Betrugsmasche hatte er laut der Anklage fünf Stellen gleichzeitig inne.

Auffälliges Verhalten bei der Arbeit

Der 55-Jährige soll unter dem Vorwand, sich um seine kranke Mutter kümmern zu müssen, stets von zu Hause aus gearbeitet haben. Zudem nutzte er Krankmeldungen, um die Arbeitsbelastung der verschiedenen Jobs abzufedern.

Ehemalige Arbeitskollegen beschreiben sein Verhalten vor Gericht als auffällig. «Die Kamera war nie an», erinnerte sich eine der Zeuginnen an die Telefonate, die sie mit ihm hatte. «Er sagte, es sei wegen eines Defekts am Laptop, den er bereits gemeldet hatte, aber es ging eine ganze Weile so.»

Eine andere Zeugin erinnerte sich an eine Sitzung, an der er die Kamera an hatte. «Er hustete, putzte sich die Nase und sagte, er sei stark krank. Er hielt die Taschentücher in die Kamera, um zu zeigen, wie krank er war.» Dabei will der Zeugin aber ein Detail aufgefallen sein: «Ich war überrascht, als ich sah, dass er etwas trug, das wie weisses Make-up aussah. Als er schwitzte, kam es ab.»

Mit Krankmeldungen durchgewurstelt

Chowdhurys mutmasslicher Betrug begann im Juni 2020 – drei Monate nach Ausbruch der Corona-Pandemie –, als er sich auf Stellen in Regierungsbehörden bewarb, obwohl er bereits in Vollzeit für die Verwaltung seiner Gemeinde tätig war.

Je mehr Stellen er annahm, desto grösser sei seine Arbeitsbelastung geworden, argumentierte die Staatsanwaltschaft. Deshalb habe er sich bei einigen Arbeitgebern krankschreiben lassen, während er bei den anderen weiterhin arbeitete.

Die Verteidigung argumentierte, Chowdhury sei für einige Tätigkeiten aufgrund einer «Kombination aus Angstzuständen und einer depressiven Störung» krankgeschrieben worden. Seine Krankmeldung habe er jedoch nicht allen seinen Arbeitgebern vorgelegt. Der Gerichtsprozess dauert an.

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Simon Misteli

Simon Misteli (sim), Jahrgang 1995, arbeitet seit 2024 als Redaktor am Newsdesk. Dabei schreibt er über verschiedenste Themen mit einem Fokus auf Auslandsgeschichten.

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