Auch Jean-Pierre Gallati will Bundesrat werden

Blick weiss: Aargauer Regierungsrat steigt in den Ring
Auch Jean-Pierre Gallati will Bundesrat werden
Bald ist 12 Uhr – und die Anmeldefrist für die SVP-Bundesratskandidatur läuft ab. Blick weiss: Auch SVP-Regierungsrat Jean-Pierre Gallati wirft seinen Hut in den Ring. Das sickert aus dem Aargau durch.
Publiziert: vor 15 Minuten
Die Kandidaten für die Nachfolge von Bundesrats Guy Parmelin (66) wagen sich nach und nach aus dem Busch. Nach den Nationalräten Céline Amaudruz (47,GE) und Rémy Wyssmann (59, SO) haben kurz vor Meldeschluss am Freitagmorgen auch die beiden Oberwalliser Franz Ruppen (55) und Michael Graber (45) ihre Kandidatur angekündigt. Schon am Freitagabend hatten der Berner Regierungsrat Pierre Alain Schnegg (63) und der Tessiner Ständerat Marco Chiesa (52) ihren Hut in den Ring geworfen.
Und dabei wird es nicht bleiben. Wie Blick aus Aargauer Quellen erfahren hat, wird bis am Mittag auch der Aargauer Regierungsrat Jean-Pierre Gallati seine Kandidatur bei der Findungskommission deponieren. Damit bewerben sich aktuell acht Politiker um die Kandidatur, denn Fraktionschef Thomas Aeschi hat zwar bisher nicht offiziell zugesagt, wurde aber von seiner Kantonalpartei nominiert.
Als Regierungsrat kompromissbereit
Lange galt Gallati als Hardliner in der SVP, als Regierungsrat zeigt er sich kompromissbereit. Bevor er in die Aargauer Exekutive eintrat, politisierte er kurz nach seiner Wahl 2019 auch in Bundesbern als Nationalrat. Dieses Mandat legte er nach nur wenigen Monaten nieder, weil er gleichzeitig in die Aargauer Regierung gewählt worden war.
Dort agiert er seit 2020. Entgegen den Erwartungen vieler etablierte sich Gallati im Amt als deutlich konsensfähiger, als sein Ruf vermuten liess. Heute ist er eine prägende Figur in der Aargauer Regierung – geradlinig in der Haltung, aber auch bereit, Kompromisse einzugehen.
Nicht immer auf Parteilinie
Als Vorsteher des Departements für Gesundheit und Soziales sah er sich gleich zu Beginn seiner Amtszeit mit der Covid-Krise konfrontiert. Dabei stellte er sich teilweise auch gegen den Kurs der nationalen Partei. Während die SVP Schweiz das Covid-Gesetz bodigen wollte, trug Gallati den Kurs des Bundesrates, die Aargauer SVP stützte das Covid-Gesetz mit ihrer Ja-Parole auch.
Gallati und SVP-Nationalrat Andreas Glarner (64, AG) galten lange Zeit als ein Herz und eine Seele, in der Corona-Krise bekämpften sie sich öffentlich.
Auch bei der Abstimmung über die Neutralitätsinitiative zeigte Gallati, dass er die Parteilinie nicht bedingungslos mitträgt. Er gehörte zu den wenigen SVP-Politikern, die sich öffentlich gegen Blochers Vorlage stellten.
Dass er je nach Thema von der Parteilinie abweicht, dürfte ihm in der nationalen SVP-Fraktion kaum neue Freunde gebracht haben. Punkten kann er parteiintern aber mit Strenge im Asyldossier. Ob er es mit seinem Kurs aufs Ticket schafft, ist offen. Klappt es, hängen seine Erfolgschancen in der Bundesversammlung davon ab, wer mit ihm auf das Ticket kommt. Als gemässigter SVP-Mann wären seine Chancen durchaus intakt.
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