War König Charles in seinen Diener Michael Fawcett verliebt?

- In seinen Memoiren «Swan Song» zitiert Charles Spencer (62) seine verstorbene Schwester Prinzessin Diana mit den Worten: «Mein Mann ist in seinen Kammerdiener verliebt.»
- Britische Medien bringen die Aussage mit Michael Fawcett in Verbindung, dem langjährigen persönlichen Kammerdiener von König Charles III.
- Spencer selbst nennt keinen Namen und räumt ein, er wisse nicht, wen Diana damals gemeint habe – die Frage bleibt ungeklärt.
Charles Spencer (62) sass mit seiner Schwester beim Mittagessen, als Prinzessin Diana (1961–1997) ihm eröffnete, dass sie sich von ihrem damaligen Ehemann Prinz Charles scheiden lassen wolle. Ihr Bruder warnte sie: Die Öffentlichkeit könnte ihr die Schuld am Scheitern der Ehe geben.
Dianas Antwort darauf veröffentlicht Spencer nun in seinen Memoiren «Swan Song: Diana, meine Schwester»: «Aber Carlos, mein Mann ist in seinen Kammerdiener verliebt.» Eine Aussage, die mehr als 30 Jahre später für Aufsehen sorgt.
Meinte Diana Michael Fawcett?
Denn Spencer sagt heute, dass er damals nicht nachfragte, wen seine Schwester meinte. Er könne lediglich bestätigen, dass Diana diesen Satz zu ihm gesagt habe. Ob ihre Vermutung stimmte, kann er nicht belegen. Britische Medien bringen Dianas angebliche Aussage nun in Verbindung mit Michael Fawcett. Der langjährige Mitarbeiter gehörte über Jahrzehnte zum engsten Umfeld des heutigen Königs Charles III. (77).
Was löst diese neue Diana-Aussage bei dir aus?
Fawcett kam 1981 in den königlichen Haushalt und arbeitete später als persönlicher Kammerdiener für Charles. Die Nähe der beiden sorgte schon damals für Schlagzeilen. Berühmt wurde etwa die Geschichte, wonach Fawcett Charles nach einem Polo-Unfall sogar Zahnpasta auf die Zahnbürste gedrückt haben soll. Doch hinter den heutigen Spekulationen steckt eine wesentlich ernstere Vorgeschichte.
Schon vor über 20 Jahren kursierten die Gerüchte
2003 beschäftigten Behauptungen über Charles und einen männlichen Mitarbeiter die britische Presse. Ausgangspunkt war George Smith, ein früherer Angestellter im Haushalt des damaligen Prinzen.
Smith behauptete unter anderem, einen sexuellen Vorfall zwischen einem Mitglied der Royal Family und einem hochrangigen Mitarbeiter beobachtet zu haben. Britische Medien brachten Michael Fawcett mit den Vorwürfen in Verbindung. Fawcett erwirkte damals eine gerichtliche Verfügung gegen die Veröffentlichung entsprechender Behauptungen.
Clarence House wies die damaligen Behauptungen entschieden zurück und erklärte, die Anschuldigung gegen Charles entbehre jeder Grundlage. Sein Privatsekretär Sir Michael Peat fragte im Zuge der Affäre auch den damaligen Pressesprecher, ob Charles schwul oder bisexuell sei. Dieser verneinte das entschieden.
Der 2003 veröffentlichte Peat Report untersuchte Vorgänge in Charles’ Haushalt und insbesondere den Umgang mit separaten Vorwürfen von George Smith. Die konkrete Behauptung, Charles sei bei einem sexuellen Vorgang mit einem männlichen Mitarbeiter beobachtet worden, wurde darin jedoch nicht abschliessend untersucht. Für eine sexuelle oder romantische Beziehung zwischen Charles und Michael Fawcett wurde nie ein abschliessender Beleg öffentlich.
Diana kannte die damaligen Behauptungen
Eine Verbindung zu Diana gibt es dennoch. Sie kannte George Smith und wusste von dessen Behauptungen über Vorgänge im Umfeld ihres Mannes. Nach damaligen Medienberichten traf sie den ehemaligen Palastmitarbeiter persönlich und nahm seine Schilderungen auf Tonband auf. Smith behauptete später, diese Aufnahme sei nach Dianas Tod verschwunden.
Auch Michael Fawcett war Diana ein Begriff. Zeitgenössische Berichte zeigen, dass sie seinen Einfluss auf Charles kritisch sah. Der «Guardian» berichtete 2003 über Aufnahmen Dianas, in denen sie sich über den aus ihrer Sicht problematischen Einfluss Fawcetts auf ihren Mann äusserte. Gleichzeitig gab es eine andere mögliche Erklärung für ihre Abneigung: Diana soll geglaubt haben, dass Mitarbeiter aus Charles’ Umfeld dessen Beziehung zu Camilla Parker Bowles ermöglicht oder gedeckt hätten.
Was Diana tatsächlich über Fawcett dachte, lässt sich nicht eindeutig mit dem Satz in Verbindung bringen, den Charles Spencer nun veröffentlicht. Dass sie die damaligen Gerüchte kannte und Fawcett kritisch sah, bedeutet nicht automatisch, dass er der «Kammerdiener» war, von dem sie ihrem Bruder gegenüber sprach.
Auch Spencer selbst liefert darauf keine Antwort. Nach Erscheinen seines Buches sagte er, er wisse bis heute nicht, welchen Mann seine Schwester gemeint habe. Er könne lediglich dafür einstehen, dass Diana diese Worte damals zu ihm gesagt habe. Ob hinter ihrer Überzeugung eigene Beobachtungen, Erzählungen aus dem Palast oder die Behauptungen von George Smith standen, ist nicht bekannt.
Mehr als drei Jahrzehnte später bleibt deshalb ein entscheidender Punkt: Belegt ist Spencers Darstellung, dass Diana ihm sagte, ihr Mann sei in seinen Kammerdiener verliebt. Nicht belegt ist, dass sie Michael Fawcett meinte – und ebenso wenig, dass Charles tatsächlich eine romantische oder sexuelle Beziehung mit einem männlichen Mitarbeiter hatte.
Gina Sergi (gis), Jahrgang 1997, arbeitet seit März 2024 bei 20 Minuten. Sie ist seit September 2025 Ressortleiterin People.
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