Bub (2) hat noch nie iPad gesehen – und spricht in ganzen Sätzen

- Eine Nanny aus Texas betreute zwei Kinder, die komplett ohne Bildschirme aufwachsen – kein TV, kein Tablet, kein Smartphone.
- Die Kinder fielen ihr als intellektuell am weitesten entwickelt auf: Der Zweijährige spreche in ganzen Sätzen, der Vierjährige sortiere Spielzeug nach Zeitalter und Klima.
- Eine von «Newsweek» zitierte Studie mit über 7000 Kindern zeigt zwar einen Zusammenhang zwischen Bildschirmzeit und Entwicklungsverzögerungen, beweist aber keine direkte Ursache.
Kein Fernseher, kein Tablet und kein Smartphone: Eine Nanny aus dem US-Bundesstaat Texas hat zwei Kinder betreut, die komplett ohne Bildschirmzeit aufwachsen. Was sie dabei beobachtete, habe ihre bisherige Haltung zum Thema noch verstärkt, wie «Newsweek» berichtet.
Zoe Young arbeitet seit sechs Jahren in der Kinderbetreuung, unter anderem als Nanny und in einer Kita. Bei einer Familie betreute sie einen Zwei- und einen Vierjährigen, die laut ihr noch nie einen Film oder ein iPad gesehen hätten. Einen Fernseher besitze die Familie ebenfalls nicht. Alles, was die Kinder täten, sei lesen und spielen.
Zweijähriger spreche bereits in ganzen Sätzen
Young sei von der Entwicklung der beiden Kinder beeindruckt gewesen. Sie bezeichnet sie gegenüber «Newsweek» als zwei der intellektuell am weitesten entwickelten Kinder, die sie während ihrer bisherigen Arbeit betreut habe.
Der Zweijährige spreche bereits in vollständigen Sätzen. Der Vierjährige baue eigene Lebensräume für seine Spielzeugtiere und sortiere sie nach Zeitalter und Klima. Young vermutet, dass der grosse Wortschatz auch damit zusammenhänge, dass die Kinder ohne Bildschirm stärker in Gespräche eingebunden würden.
Nanny sieht deutlichen Unterschied
Bei Kindern, die regelmässig Bildschirmzeit hätten, beobachte Young dagegen häufig Schwierigkeiten, wenn plötzlich kein Gerät zur Verfügung stand.
Einige könnten sich schlechter mit Spielzeug, Basteln, der Natur oder ihrer eigenen Fantasie beschäftigen und reagierten frustriert, wenn die sofortige Unterhaltung durch Youtube, Games oder Streaming fehle. Dabei handelt es sich um Youngs persönliche Erfahrungen aus der Kinderbetreuung.
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Studie mit mehr als 7000 Kindern
Eine von «Newsweek» angeführte Studie mit mehr als 7000 Kindern fand zwar einen Zusammenhang zwischen mehr Bildschirmzeit im Säuglingsalter und einem höheren Risiko für spätere Verzögerungen bei Kommunikation und Problemlösung. Weil es sich um eine Beobachtungsstudie handelte, lässt sich daraus jedoch nicht ableiten, dass die Bildschirmzeit diese Probleme verursacht hat.
Für Young selbst steht nach ihrer Erfahrung dennoch fest: Die Betreuung der beiden Kinder habe ihre bereits bestehende Überzeugung gefestigt, dass kleine Kinder überhaupt keine Bildschirmzeit bekommen sollten.
Jonas Bucher ist Blattmacher und stellvertretender Co-Leiter des Newsdesks bei 20 Minuten. Er ist seit 25 Jahren in der Medienbranche tätig und 20 Minuten stets treu geblieben.
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