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Sunday, October 25, 2026

Kimi Antonelli – endlich wieder ein Saubermann

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Viele Premieren-Titel nur mit Glück, Dramen und Skandalen

Kimi Antonelli – endlich wieder ein Saubermann

Es ist nur eine Frage der Zeit, bis sich Kimi Antonelli zum jüngsten Weltmeister der Formel-1-Geschichte kürt. Damit beendet der 20-jährige Italiener gleich mehrere Durststrecken.

Publiziert: vor 25 Minuten

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Roger BenoitFormel-1-Experte

Wer war vor Kimi Antonelli (20) der letzte Weltmeister, der den ersten Titel ohne Glück, Dramen, Fouls oder Skandalen gewonnen hat? Es war Mika Häkkinen (58), der Michael Schumacher 1998 mit zwei Siegen auf dem Nürburgring und Suzuka noch abgefangen hat.

Der Finne, auf McLaren-Mercedes unterwegs, hatte nur beim zweiten Titel 1999 Glück, dass sich Ferrari-Superstar Schumacher in Silverstone das Bein brach und sechs Rennen zuschauen musste.

Beim Final in Japan siegte Häkkinen vor Schumi und dessen Teamkollege Irvine. Ferrari verzichtete auf eine Stallorder, da bei 76:76 Häkkinen wegen der besseren Resultate gegenüber Irvine trotzdem Champion geworden wäre. Mit dem neuen Punktesystem ab 2010 (25, 18, 15 usw.) hätte es dem Nordiren gereicht.

Hunt und Vettel schaffen gleiches Kunststück

Am verrücktesten wurden McLaren-Lebemann James Hunt 1976 und Sebastian Vettel mit dem Red Bull 2010 in Abu Dhabi zum ersten Mal Weltmeister. Sie hatten bis zum Finale in der WM nie die Rangliste angeführt!

Hunt profitierte gegenüber Niki Lauda mit einem dritten Platz, weil der Österreicher im strömenden Regen von Suzuka nach der ersten Runde («Ja, ich hatte Angst») aufgab und die WM mit 68:69 verlor.

Wie man WM-Titel verliert, zeigte Ferrari 2010 beim Finale in Abu Dhabi. Vettel, nur als WM-Dritter hinter Bullen-Teamkollege Webber und Alonso im roten Auto gestartet, gewann das Rennen. Alonso hätte ein fünfter Platz genügt, doch der Spanier versauerte nach einem zu frühen Reifenstopp 37 Runden lang hinter dem Renault des Russen Petrow her. So wurde der Spanier Siebter – 252:256.

Räikkönen, der lachende Dritte

Über den ersten Titel von Michael Schumacher 1994 in Adelaide mit Benetton muss man nicht diskutieren. Nach einem Schaden wartete der Deutsche, bis sein einziger Rivale Damon Hill im Williams vorbeikam, und drückte diesen von der Strecke – gebrochene Lenkung. Es geschah in der 36. von 81 Runden. Schumi gewann den Premieren-Titel mit 92:91.

Beim ersten Titel von Fernando Alonso 2005 mit Renault gab es nur viele technische Trick-Gerüchte, aber keine handfesten Beweise. Teamchef war Flavio Briatore, der 2008 mit Alonso für den Crashgate in Singapur sorgte.

2007 feierte Ferrari den letzten Fahrer-Titel mit Kimi Räikkönen. Der Finne musste mit 17 Punkten Rückstand die zwei letzten Rennen gewinnen (damals noch 10 Punkte für den ersten Platz). Kimi schaffte das Wunder, holte 110 Zähler. Seine beiden verfeindeten Rivalen, Hamilton und Alonso im McLaren-Mercedes, hätten sich nicht einmal eine faule Tomate gegönnt, kamen beide auf 109 Punkte. Und freuten sich beide, dass es nicht der Teamkollege geschafft hatte.

Rossberg macht nach WM-Titel Schluss

Ein Jahr später war Hamilton in Brasilien bereits geschlagen. An den Boxen feierte der Massa-Clan nach dem Heimsieg bereits den WM-Titel für Ferrari. Doch vier Kurven vor Schluss konnte Hamilton im McLaren-Mercedes noch den Deutschen Timo Glock im Toyota auf nasser Piste überholen – und rettete mit dem 5. Platz den ersten Titel. Mit 98:97.

2016 hiess der Weltmeister Nico Rosberg. Der Deutsche profitierte vom einzigen Mercedes-Ausfall der Saison (Hamilton Motorschaden in Malaysia). Obwohl der Brite die letzten vier Rennen gewann, gelang es dem Deutschen mit jeweils zweiten Plätzen den einzigen Titel mit fünf Punkten Vorsprung zu holen. Kurz darauf trat er zurück und sagte später: «Hätte ich es nicht geschafft, wäre ich weitergefahren!»

«Wir wurden damals betrogen!»

Über den ersten Titel von Max Verstappen zu lamentieren, bringt nichts. Rennleiter Masi hatte 2021 in Abu Dhabi nach einem Latifi-Crash die Safety-Car-Regeln klar gebrochen und liess das Feld (noch nicht richtig eingereiht) in eine letzte Runde. So verlor Hamilton im Mercedes seinen einst grossen Vorsprung (elf Sekunden) mit alten Reifen gegen Verstappen im Red Bull nach Boxenstopp mit frischem Gummi – 2,2 Sekunden zurück. Toto Wolff und Lewis sagen noch heute: «Wir wurden damals betrogen!»

Und was war mit dem aktuellen Champion Norris? Eine skandalöse Stallorder brachte Norris in Monza wieder auf den zweiten Platz. Der klare WM-Leader Oscar Piastri musste dafür büssen, weil ein Mechaniker den Norris-Boxenstopp verschlampt hatte! Am Ende brachten diese drei geschenkten Punkte Norris den Titel – Verstappen lag zwei Punkte zurück.

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