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Saturday, November 7, 2026

Nachwehen des Hitzesommers – Trockene Felder führen zu leeren Kassen bei Bauernbetrieben

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Adrian Tschanz steht auf seinem Betrieb im bernischen Seedorf vor einer grossen Menge Futter, das er als Grasersatz zukaufen musste. Rund 60 Siloballen seien es: «Dieses Futter kostet uns ungefähr 10’000 Franken. Das sind Ausgaben, die wir in anderen Jahren nicht hätten, wenn die Weiden genug hergeben», sagt Tschanz.

Hohe Ausgaben, tiefe Erträge

Dass man Futter zukaufen müsse, sei nicht ungewöhnlich. Aber in diesem Jahr sei die Menge schon gross. Dazu kämen der hohe Preis für das Futter und weitere Posten wie die Gesundheitsausgaben für die Tiere: «Wir hatten höhere Gesundheitskosten, weil die Kühe unter der Hitze litten. Wir hatten auch Grippen und Fruchtbarkeitsprobleme bei den Tieren.»

Person steht in einer Lagerhalle neben einem grossen Haufen von Abdeckung geschützten Getreide.
Legende: Adrian Tschanz vor der grossen Menge an zugekauftem Futter. SRF

Zu den höheren Kosten kommen die tiefen Erträge. Trockenes Wetter führt zu mehr Schädlingen. Aber die Mittel würden fehlen, um diese zu bekämpfen, sagt Adrian Tschanz. Die Situation habe sich über den Sommer laufend zugespitzt. «Es wurde immer deprimierender, je länger die Trockenheit andauerte. Der beste Weg war eigentlich, sich die Ernte gar nicht zu genau anzusehen.»

Das Schöne in der Landwirtschaft ist, dass man das Jahr auch irgendwann abschliessen und neu starten kann.

Die gedrückte Stimmung hätten auch seine Kinder wahrgenommen: «Eines Abends legte mir die jüngste Tochter eine golden bemalte Kartoffel mit einer Karte auf den Schreibtisch. Sie wollte mich ermutigen.»

Genau beziffern kann Adrian Tschanz die finanziellen Auswirkungen des Hitzesommers auf seinen Betrieb noch nicht – es helfe aber sicher, dass es im Jahr davor eine gute Ernte gab. Er will positiv bleiben. «Das Schöne in der Landwirtschaft ist, dass man das Jahr auch irgendwann abschliessen und neu starten kann. Das Wichtigste ist, die Freude nicht zu verlieren.»

Trauriges Rekordjahr

Wie Adrian Tschanz im Berner Seeland geht es vielen. Kaum eine Region in der Schweiz sei verschont geblieben, sagt Ralf Bucher, Leiter Produktion Märkte und Ökologie beim Schweizer Bauernverband.

Der fehlende Regen im Herbst habe die Situation zudem nochmals verschärft. «Das ist in vielen Bereichen ein trauriges Rekordjahr. Bei den Kartoffeln hatten wir noch nie derart schlechte Erträge, bei den Zuckerrüben gab es teilweise einen Totalausfall, beim Futter gab es im Sommer und jetzt auch im Herbst einen massiven Rückgang.»

Hoffen auf nächstes Jahr

Insgesamt rechnet der Bauernverband mit einem Schaden für die Landwirtschaft von über einer halben Milliarde Franken. Viele Betriebe könnten auf ein Polster zurückgreifen, das sie im letzten Jahr angelegt hatten – finanziell, aber auch beim Futter.

Für das nächste Jahr gäbe es jedoch kein Polster mehr, so Ralf Bucher. Es bleibe zu hoffen, dass es nicht nochmals ein solches Jahr gebe. Im Frühling seien die Vorräte definitiv leer. Die Betriebe hofften daher schon jetzt darauf, dass sie ihre Tiere im nächsten Frühling früh auf die Weide lassen können.

Der Jurabogen gehört wegen der Kalkböden zu den am stärksten von der Trockenheit dieses Sommers betroffenen Regionen. Das macht auch vielen der rund 850 Landwirtschaftsbetriebe im Kanton Basel-Landschaft Probleme.

Jetzt stellt das Kantonsparlament zwei Millionen Franken in Form eines Budgetnachtrags für Bauern-Notkredite zur Verfügung. Die Darlehen sollen zinslos gewährt und innert zehn Jahren zurückgezahlt werden. Pro Betrieb sind Kredite von 10'000 bis 50'000 Franken vorgesehen.

Der Bundesrat hatte Ende August beschlossen, angesichts der Dürre 54 Millionen Franken mehr für zinslose Betriebshilfedarlehen an Landwirtschaftsbetriebe bereitzustellen. Solche Betriebshilfen leisten Bund und Kantone jeweils in gleichem Ausmass; betroffene Bauern können sie beantragen. So stehen im Baselbiet mit je zwei Millionen vom Kanton und dem Bund insgesamt vier Millionen zur Verfügung.

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