Nach nächstem Debakel: Beim FCB wird knallhart abgerechnet

- Der FC Basel verliert das erste Pflichtspiel unter Trainer Slavi Jokanovic gegen Aufsteiger FC Vaduz 0:3.
- Es ist die zweite krachende Niederlage in Folge – vor einer Woche gab es ein 3:7 im Testspiel gegen Winterthur.
- FCB-Ass Becir Omeragic spricht offen von einem «Mentalitätsproblem», Trainer Jokanovic vermisst Energie und Männlichkeit.
Beim FC Basel brennt die Hütte. So verlieren die Basler das erste Spiel unter dem neuen Trainer Slavisa Jokanovic gegen Aufsteiger Vaduz 0:3 – es ist die zweite krachende Niederlage unter Jokanovic, denn der FC Basel kassierte vor einer Woche eine peinliche 3:7-Niederlage in einem Testspiel gegen den FC Winterthur.
Nach dem Spiel werden die FCB-Profis von den mitgereisten Fans ausgepfiffen und in die Garderobe geschickt. Shaqiri nennt die Reaktion «verständlich», Jokanovic fordert mehr «Männlichkeit» und Intensität in den Zweikämpfen – alles dazu findest du hier. Doch was ist beim FCB los?
«Jeder Einzelne muss sich gewaltig steigern»
Eine von wohl vielen Antworten: die Mentalität. Diese sprachen zumindest mehrere FCB-Akteure an. FCB-Ass Becir Omeragic sagte bei blue: «Für mich ist es ein klares Mentalitätsproblem. Wir müssen uns hinterfragen. Der Gegner kam viel zu einfach vor unser Tor.» Shaqiri meinte: «Jeder Einzelne muss sich gewaltig steigern. Wir wissen, was wir können, wir dürfen uns den Kopf nicht zerbrechen.»
Der FCB-Captain lobte Jokanovic, sprach aber auch in harten Worten: «Man merkt, dass er viel Erfahrung hat und Ruhe ausstrahlt. Wir versuchen, seine Ideen möglichst schnell umzusetzen und wieder Spiele zu gewinnen. Leider hat man davon heute nicht viel gesehen. Auch, weil die Mentalität nicht gestimmt hat.»
«Bei Vaduz stand eine Mannschaft auf dem Platz»
Und der neue FCB-Trainer? Es sei eine Frage der Aggressivität, so Jokanovic. Fussball sei nicht nur, den Ball zu führen. «Es geht um Intensität und darum, auf dem Feld mehr Männlichkeit zu zeigen, um die Zweikämpfe. Wir müssen das schleunigst verbessern und werden daran arbeiten.» Dem SRF sagte er: «Uns fehlt die Energie – wir sind nicht wettbewerbsfähig.»
Das sah auch blue-Sport-Experte Rolf Fringer so. Er kritisierte im TV den Zusammenhalt der Bebbi: «Bei Vaduz stand eine Mannschaft auf dem Platz, bei Basel waren es elf Spieler.» So vermisste er zum Beispiel, dass es nach einer misslungenen Aktion auch mal aufmunternde Worte für den Mitspieler gibt.
Nils Hänggi (nih) ist seit 2019 bei 20 Minuten. Er ist Sportredaktor und Teil des Social Responsibility Boards. Er schreibt oft übers Thema Fussball.
KioskNews shows a cleaned-up reading view extracted from the publisher’s page — the original always lives on their site, not ours.
