Wenn deine Hauswand so aussieht, machst du etwas falsch

Es ist kalt, die Heizung läuft – irgendwann fühlt sich die Luft in der Wohnung verbraucht an. Also wird das Fenster nur ein Stück geöffnet. Auf Kipp, für ein bisschen Frischluft. Doch diese Gewohnheit kann Folgen mit sich bringen, die man erst bemerkt, wenn man das Haus von aussen anschaut.
Worauf achtest du beim Lüften deiner Wohnung am meisten?
Darüber berichtet ein Malermeister in einem Video. Er sagt, dass sich häufiges Kipplüften von aussen erkennen lasse. Er schreibt: «Wenn deine weisse Fassade über den Fenstern aussieht wie angequalmt, hast du kein Schmutzproblem. Du hast fünf Winter Kipplüften.»
In den Kommentaren sind die Nutzerinnen und Nutzer empört – die Aussage des Malermeisters wird ordentlich diskutiert. Einige Nutzer bezweifeln, dass die dunklen Stellen allein vom Kipplüften kommen: «Elf Jahre Kipplüften und bei mir ist nix schwarz», schreibt ein Nutzer. Manche vermuten stattdessen einen baulichen Mangel und behaupten, dass die Flecken bei ihnen auftauchen, obwohl sie ihre Fenster nie kippen. Einige hinterfragen die Kippfunktion, wenn diese angeblich schädlich sein soll: «Warum kann man Fenster dann überhaupt kippen?!»
Andere machen eine gegenteilige Erfahrung. «Sieht bei mir nicht so aus und ich hab dauerhaft auf Kipp», schreibt eine Person. Und dann bleibt die praktische Frage: «Und wie kriegt man die dunklen Stellen weg?»
Was gegen die dunklen Spuren hilft
Michèle Frey, Abteilungsleiterin der Malerei beim Handwerkskollektiv, gibt dem Maler aus dem Instagram-Video allerdings recht. Sie erklärt die dunklen Verfärbungen so: «Im Winter trifft warme Luft aus der Wohnung auf die kalte Aussenluft. Dadurch kann sich Kondenswasser bilden, das wiederum Schimmel begünstigt.» Die schwarzen Flecken seien dann oft oberhalb von Fenstern zu sehen. Besonders dort, wo Bewohner ihre Fenster häufig über längere Zeit gekippt lassen.
Damit es gar nicht erst so weit kommt, empfiehlt auch Frey das Stosslüften: «Die Fenster sollten ganz geöffnet werden, idealerweise quer durch die Räume, jeweils für rund 20 Minuten.» Laut Frey kann ein Isolationsanstrich helfen, wenn die Farbe schon da ist: «Man kann die Verfärbungen anschliessend mit einer geeigneten Fassadenfarbe überstreichen.»
Auch das Bundesamt für Umwelt empfiehlt, Fenster nicht über längere Zeit gekippt zu lassen. Die warme Luft aus der Wohnung könne an der kalten Hauswand über dem Fenster kondensieren. Dadurch könnten Algen und Pilze entstehen. Besser sei es, die Fenster drei- bis viermal pro Tag für wenige Minuten ganz zu öffnen und kurz durchzulüften.
Wie stehst du dazu, im Winter das Fenster auf Kipp zu lassen?
Yasmina Al Dubai (yad), Jahrgang 2004, arbeitet seit Juni 2026 bei 20 Minuten. Sie ist Praktikantin im Lifestyle-Ressort.
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