«Könntest du für Sophie stimmen?»: Achtung vor diesem Whatsapp

- Betrüger erhalten über die Masche unbemerkt vollen Zugriff auf fremde Whatsapp-Konten und können darüber weitere Betrugsnachrichten versenden.
- Ausgelöst wird der Angriff durch einen Link zu einer gefälschten Abstimmungswebsite, der via Whatsapp verbreitet wird.
- Wer bereits Daten preisgegeben hat, sollte unter Einstellungen → Verknüpfte Geräte unbekannte Geräte sofort abmelden und Anzeige erstatten.
Derzeit erhalten zahlreiche Whatsapp-Nutzerinnen und Nutzer eine Nachricht, in der sie aufgefordert werden, für die Tochter einer Freundin online ihre Stimme abzugeben. «Sie hat einen wichtigen Wettbewerb in der Schule», heisst es etwa. In anderen Versionen ist auch von «Tanzabstimmung» die Rede. Die Namen können sich ändern, in aktuellen Fällen ist es meistens Sophie.
«Wer dem Link folgt und die verlangten Schritte ausführt, gewährt Betrügern unbemerkt Zugriff auf das eigene Whatsapp-Konto», warnt die Cybercrime-Police. Bei der Plattform sind bisher 24 Meldungen eingegangen.
Die Betrugsmasche
Der mitgesendete Link führt auf eine gefälschte Website, auf der verschiedene Kandidatinnen mit Fotos und der jeweiligen Anzahl Stimmen angezeigt werden. Nach einem Klick auf «Abstimmen» erscheint die Aufforderung, sich für die vermeintliche Abstimmung zu registrieren.
Für die angebliche Verifizierung sollen die potenziellen Opfer anschliessend einen QR-Code mit Whatsapp scannen. Dadurch wird jedoch keine Abstimmung bestätigt, sondern das eigene Whatsapp-Konto unbemerkt mit einem Gerät der Betrüger verknüpft. So erhalten die Betrüger Zugriff auf das Konto und können darüber beispielsweise weitere betrügerische Nachrichten an die Kontakte des Opfers versenden.
Die Masche kann auch über andere Kommunikationskanäle verbreitet werden und unterschiedlich gestaltet sein. So können beispielsweise die Absenderangaben, die Herkunft der verwendeten Kontaktdaten, die Begründung für die Abstimmungsanfrage sowie das Erscheinungsbild und die Internetadresse der Website variieren.
Was kannst du tun?
- Überprüfen Sie ungewöhnliche Anfragen von bekannten Personen über einen anderen Kommunikationsweg.
- Informieren Sie Ihre Kontakte, falls über Ihr Konto möglicherweise bereits betrügerische Nachrichten versendet wurden.
- Leiten Sie potenzielle Betrugs-Domains an feedback@cybercrimepolice.ch weiter.
- Prüfen Sie bei jedem Besuch und bei jedem Seitenwechsel die vollständige Internetadresse, insbesondere während Bezahlvorgängen.
- Folgen Sie niemals Links aus E-Mails, SMS oder anderen Nachrichten bzw. Websites, da diese manipuliert oder optisch verändert sein können.
- Geben Sie im Zweifelsfall keine persönlichen Daten oder Zahlungsinformationen preis.
Was, wenn du Daten preisgegeben hast?
Öffne in Whatsapp unter Einstellungen → Verknüpfte Geräte die Übersicht und melde unbekannte Geräte ab. Falls du keinen Zugriff mehr auf dein Whatsapp-Konto hast, versuche, dich mit deiner Telefonnummer erneut bei Whatsapp anzumelden und folge den Schritten zur Wiederherstellung. Erstatte danach Anzeige bei der Polizei.
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Justin Arber (jar), Jahrgang 1999, arbeitet seit 2022 als Redaktor am Newsdesk. Zeitweise übernimmt er da die Schichtleitung im Früh- und Spätdienst.
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