«American Covid» – was ist das nun wieder?

- Die Corona-Variante «American Covid» dominiert derzeit das Infektionsgeschehen in der Schweiz.
- Typische Symptome sind Heiserkeit, trockener Husten, Fieber und Halsschmerzen.
- Die Variante gilt nicht als gefährlicher als frühere Varianten. Einigen Gruppen wird dennoch zur erneuten Impfung geraten.
Das Coronavirus ist gekommen, um zu bleiben. Allerdings in immer wieder neuen Varianten. Aktuell liest man mitunter von der Corona-Variante «American Covid», die offiziell XFG – oder Stratus – genannt wird. Ihren Spitznamen erhielt sie laut der UK Health Security Agency (UKHSA), weil XFG zuerst in den USA entdeckt und sequenziert wurde.
Das hat «American Covid» mit «Frankenstein» zu tun
Neu ist die Variante nicht. Sie wurde im Januar 2025 erstmals nachgewiesen. Seit Juli 2025 wird sie von der WHO als «Variante unter Beobachtung» geführt. Auch die EU-Gesundheitsbehörde ECDC stuft sie so ein.
Situation in der Schweiz
Heute ist XFG auch in Europa weit verbreitet. Auch in der Schweiz dominiert sie das aktuelle Infektionsgeschehen, wie Simon Ming, Sprecher des Bundesamts für Gesundheit (BAG), mitteilt.
Gemäss dem BAG-Infoportal für übertragbare Krankheiten nimmt die Zahl der Infektionen derzeit leicht zu (Stand 6. Oktober). Die Situationseinschätzung dort werde nun wieder jeden Mittwoch aktualisiert, so Ming.
Warum steigen die Zahlen ausgerechnet jetzt wieder?
Dafür dürften mehrere Faktoren verantwortlich sein, so die UKHSA. Einerseits verbrächten mit dem Beginn des Winters und dem damit einhergehenden kälteren und feuchteren Wetter die Menschen mehr Zeit in Innenräumen, was die Ausbreitung von Atemwegsviren begünstige. Hinzu komme: Die letzte grössere Covid-19-Welle liege etwa ein Jahr zurück. Damit habe die Immunität durch Impfungen und frühere Infektionen in Teilen der Bevölkerung nachgelassen, wodurch die Anfälligkeit steige.
Welche Symptome ruft XFG hervor?
Die Viren der XFG-Linie vermehren sich hauptsächlich in den oberen Atemwegen. Laut dem deutschen Robert Koch-Institut (RKI) kann sich Stratus dadurch schneller ausbreiten. Eine Infektion mit der Variante zu erkennen, ist ohne Test nicht möglich. Denn die Symptome sind vielfältig und variieren von Mensch zu Mensch. Zudem sind sie wie auch bei früheren Sars-CoV-2-Varianten unspezifisch. Das heisst, sie könnten auch Anzeichen anderer Krankheiten sein.
Zu den häufigsten Symptomen von «American Covid» zählen:
- Fieber
- Husten
- Halsschmerzen
- allgemeines Krankheitsgefühl mit Kopf- und Gliederschmerzen
Als typisch für Infektionen der Sars-CoV-2-Variante mit den vielen Namen gelten zudem Heiserkeit und trockener Husten. Berichtet wird auch von Schwächegefühl und Atemnot. Seltener treten Übelkeit, Bauchschmerzen, Durchfall, Bindehautentzündung, Hautausschlag und Benommenheit auf.
Was bedeutet dir Corona heute noch im Alltag, wenn wieder mehr Fälle auftauchen?
Wie gefährlich ist die XFG-Variante?
Schon im vergangenen Jahr hielt die Weltgesundheitsorganisation WHO fest, «dass diese Variante zu schwereren Erkrankungen oder Todesfällen führt als andere im Umlauf befindliche Varianten». Auch die seither gesammelten Daten deuten auf nichts anderes hin. Schwere Covid-19-Erkrankungen kommen heute deutlich seltener vor als zu Beginn der Pandemie. Gründe dafür sind unter anderem die seit 2022 vorherrschenden Omikron-Varianten sowie der Immunschutz, den viele Menschen durch Impfungen und frühere Infektionen aufgebaut haben. Trotzdem gilt weiterhin: Eine Erkältung ist Covid nicht. Deshalb wird einigen Menschen immer noch zur Impfung geraten (siehe Box). Die angepassten Impfstoffe schützen laut aktuellen Daten zuverlässig vor schweren Verläufen. In der Schweiz sind das: Spikevax XFG von Moderna und Comirnaty XFG von Pfizer/Biontech.
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Diesen Gruppen wird die Impfung empfohlen
Der laut BAG ideale Zeitpunkt zur Corona-Impfung ist der Herbst. Ab September wird folgenden Personengruppen zur Auffrischungsimpfung geraten (PDF):
- Personen ab 65 Jahren; Personen ab 16 Jahren mit bestimmten Grunderkrankungen wie Bluthochdruck, Diabetes, Krebs oder chronischen Lungen- und Atemwegserkrankungen
- Personen ab 16 Jahren mit Trisomie 21
- Schwangere Personen mit einer Grunderkrankung
- Schwangere Personen ohne Grunderkrankung nur, wenn die Impfung nach einer individuellen Nutzen-Risiko-Abwägung als medizinisch notwendig erachtet wird
Wie kann man sich schützen?
Mit den bekannten Schutzmassnahmen: sich von Erkrankten fernhalten und Maske tragen. Zudem sollte, wer Fieber hat oder sich zu krank für Schule, Arbeit und Alltag fühlt, zu Hause bleiben.
Schnelltests erkennen Infektionen weiterhin zuverlässig. Positive Personen oder solche mit Erkältungssymptomen sollten zu Hause bleiben und sich von Risikopersonen fernhalten. Denn auch eine «milde» Variante kann für ältere oder vorerkrankte Menschen gefährlich werden.
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