Bis zu 30 Liter Regen pro Quadratmeter: Warum das nicht reicht

- Ab Donnerstag fällt in der Schweiz wieder Regen, entlang der Voralpen mit 15 bis 30 Litern pro Quadratmeter.
- Meteorologe Peter Wick warnt jedoch: Ein Ende der Trockenheit ist damit noch nicht in Sicht.
- Ab der nächsten Woche dürfte sich laut Wick erneut ein Hochdruckgebiet aufbauen – und es wieder längere Zeit trocken bleiben.
Der Regen kommt, doch von einem Ende der Trockenheit kann noch lange keine Rede sein. Am Donnerstag und bis Freitagmorgen rechnet Meteorologe Peter Wick vor allem entlang der Voralpen mit verbreitet 15 bis 30 Litern Regen pro Quadratmeter. Im Flachland dürften es meist um 5 bis maximal 15 Liter sein, am Nordrand der Schweiz teilweise auch etwas weniger. «Das ist natürlich sehr willkommen und für die Natur eine erste Entspannung», sagt Wick.
«Ein paar Regentage machen einen über Monate entstandenen Wassermangel nicht einfach wieder wett.»
Am Samstag zieht voraussichtlich nochmals eine Front über die Schweiz. Sie dürfte laut Wick weitere 3 bis 10 Liter pro Quadratmeter bringen. Danach sieht es allerdings bereits wieder anders aus: Im Laufe der nächsten Woche dürfte sich erneut ein Hochdruckgebiet aufbauen. «Damit wird es wahrscheinlich wieder für längere Zeit trocken», so der Meteorologe.
«Nicht täuschen lassen»
«Man darf sich von zwei Regentagen nicht täuschen lassen», sagt Wick. Nach dem grossen Niederschlagsdefizit der vergangenen Monate brauche es für eine nachhaltige Entschärfung der Trockenheit eine längere Wetterphase mit wiederholten Fronten und länger anhaltenden, ausgiebigen Niederschlägen. «Ein paar Regentage machen einen über Monate entstandenen Wassermangel nicht einfach wieder wett.»
Gerade bei den Flüssen und vor allem beim Grundwasser dauert es. Damit sich die Pegel wieder auf ein normales Niveau erholen können, wären laut Wick in den kommenden Monaten wiederholt beziehungsweise insgesamt überdurchschnittliche Niederschlagsmengen nötig.
Verdunstung wesentlich geringer als im Sommer
Immerhin spielt die Jahreszeit mit. Die Sonne steht deutlich tiefer, die Temperaturen sind tiefer, und damit ist auch die Verdunstung wesentlich geringer als im Hochsommer. «Von jedem Liter Regen bleibt jetzt also mehr für Böden, Flüsse und Grundwasser übrig», erklärt Wick.
Oder etwas bildhafter ausgedrückt: «Die Natur bekommt in den nächsten Tagen endlich wieder etwas zu trinken – der grosse Durst ist damit aber noch längst nicht gelöscht.»
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Florian Osterwalder (fos) arbeitet seit 2021 für 20 Minuten und ist stellvertretender Co-Leiter des Newsdesks.
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