Saisonarbeit auf Alpen – Im Sommer Sennin, im Winter arbeitslos – Jobbörse solls richten

Mit dem Ende des Sommers geht in den Schweizer Bergen auch die Alpzeit zu Ende. Das Personal kehrt zurück ins Tal. Für viele Angestellte auf den Alpen stellt sich nach der Alpsaison die Existenzfrage. Sie müssen die Wintermonate finanziell überbrücken.
Wer im Sommer z’Alp geht, braucht im Winter einen Lohn
Eine geplante Winterstellenbörse soll nun Abhilfe schaffen, indem sie saisonale Stellen im Tal gezielt mit der Arbeit auf der Alp verknüpft. Das soll die Alpbetriebe entlasten. Sie stellen sich jedes Jahr dieselbe Frage: Steht für den nächsten Sommer wieder genügend verlässliches Personal zur Verfügung?
Findet das Alppersonal nach dem Sommer keine passende Arbeit im Tal, ist das Risiko gross, dass Mitarbeitende im darauffolgenden Sommer nicht mehr auf die Alp zurückkehren. Wertvolles, mühsam erarbeitetes Wissen geht verloren. Eine schweizweite Untersuchung zeigte das Problem bereits Anfang des Jahres.
Das oberste Ziel der Branche ist es, erfahrenes Alppersonal über mehrere Jahre hinweg zu halten.
Der Schweizerische Alpwirtschaftliche Verband treibt deshalb, gemeinsam mit der landwirtschaftlichen Beratungszentrale Agridea, einer Hochschule und dem Verein «z'Alp» das Projekt Winterjobbörse voran. «Das oberste Ziel der Branche ist es, erfahrenes Alppersonal über mehrere Jahre hinweg zu halten», sagt die Geschäftsführerin des Verbandes, Selina Droz.
Es gibt auch Grafiker, die 15 Jahre auf die Alp gehen.
Bestehende Jobbörsen erfüllten diese Zweck oft nicht: Landwirtschaftliche Plattformen richten sich vor allem an Fachpersonal aus dem Agrarsektor. Doch das Alppersonal sei vielfältiger zusammengesetzt, so Esther Hasen von der landwirtschaftlichen Beratungszentrale Agridea. «Es gibt auch Grafiker, die 15 Jahre auf die Alp gehen.»
Dass Menschen auf eine Alp zurückkehren, hängt nicht nur von einer sicheren Winterstelle ab.
Esther Hasen von der landwirtschaftlichen Beratungszentrale Agidea weist auf die Bedeutung der Betriebsführung hin: «Neben einem fairen Lohn und einer zeitgemässen Infrastruktur sind vor allem eine gelebte Wertschätzung, ein offener Austausch und ein respektvoller Umgang entscheidend.»
Agridea bietet hierfür mittlerweile Exkursionen auf Vorzeigealpen an, um den Erfahrungsaustausch zu fördern. «Die Alpbetriebe haben hier einen grossen Hebel.»
Pfleger, Lehrerin, Grafiker: Auf den Alpen arbeiten Menschen aus unterschiedlichsten Berufen. Viele von ihnen möchten gerne regelmässig z'Alp gehen – vorausgesetzt, die Lebenshaltung im Winter ist gesichert. «Die Arbeit auf der Alp muss mit dem alten Beruf, den sie sonst noch haben, vereinbar gemacht werden.»
Gesucht sind Stellen im Skigebiet, Spital oder auf der Baustelle
Die geplante Plattform soll gezielt Stellen vermitteln, die sich zeitlich ideal mit der Alpsaison ergänzen. Allen voran Einsätze bei Bergbahnen oder in Skigebieten, Vertretungen in Pflegeberufen oder eine saisonale Beschäftigung im Baugewerbe.
Regionaljournal Ostschweiz, 13.10.2026, 17:30 Uhr ; kobk/masc;stes;noes
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