Nepal kämpft mit neuer Flutkatastrophe

Über 200 Häuser zerstört, 5 Menschen vermisst
Nepal kämpft mit neuer Flutkatastrophe
Nach den tödlichen Fluten im August erlebt Nepal erneut eine Katastrophe. Wasserfluten haben den Gorkha-Distrikt in Nepal schwer getroffen: Über 200 Häuser wurden beschädigt, fünf Menschen gelten als vermisst.
Publiziert: vor 20 Minuten
- Flut im zentralen Nepal zerstört Häuser, Brücken und ein Wasserkraftwerk
- Über 200 Häuser beschädigt, 95 Menschen gerettet, fünf weiterhin vermisst
- Flusspegel stieg innerhalb weniger Stunden auf 8,5 Meter
Sandra MarschnerRedaktorin News-Desk
Ein massiver Fluss im zentralen Nepal ist über die Ufer getreten und hat Häuser, Brücken und Teile eines Wasserkraftwerks mitgerissen. Laut Angaben der Behörden wurden 95 Menschen, darunter neun Ausländer, aus dem Gebiet am Budhi-Gandaki-Fluss im Distrikt Gorkha gerettet. Fünf Personen werden weiterhin vermisst, berichtet die BBC. Todesopfer wurden bislang keine gemeldet.
Die Katastrophe ereignete sich am Sonntag, als die Bewohner des Bezirks gerade das Dashain-Fest vorbereiteten – einem wichtigen Ereignis im nepalesischen Kalender. Über 200 Häuser wurden beschädigt, mehr als 650 Menschen sind betroffen. «Wir hätten nie mit einer so massiven Flut gerechnet», sagte Ganesh Karki, ein Bewohner von Jagatbagar, der sich mit anderen in einen nahegelegenen Wald flüchtete, gegenüber der «Kathmandu Post».
Dritte Flutkatastrophe seit August
Innerhalb weniger Stunden stieg der Pegel des Flusses von zwei auf fast 8,5 Meter an, teilten die Behörden mit. Vier Helikopter wurden für die Rettungsaktion eingesetzt, da einige Dörfer nur noch aus der Luft erreichbar sind. Die Ursache der Flut ist noch unklar. Berichten zufolge könnte ein Erdrutsch den Fluss blockiert haben. Andere Augenzeugen berichten von einer Eislawine flussaufwärts. Experten betonen jedoch, dass der Schlammstrom viel kleiner sei und sich langsamer bewege als die verheerenden Sturzfluten im August.
Nepal kämpft noch immer mit den Folgen der tödlichen Überschwemmungen vom August, die mehr als 1400 Menschenleben forderten. Der Klimawandel, der das Abschmelzen der Gletscher beschleunigt, erhöht laut Experten die Gefahr solcher Naturkatastrophen. Aufgrund der geografischen Gegebenheiten ist Nepal dabei besonders anfällig für Naturkatastrophen wie Erdrutsche und Überschwemmungen.
Ende September verloren über 100 Menschen im Norden Indiens und in Nepal durch Überschwemmungen und Erdrutsche ihr Leben. Auslöser waren tagelang anhaltende heftige Monsunregenfälle.
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