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Monday, October 19, 2026

42 Rappen günstiger tanken: Schweizer stürmen nach Österreich

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  • Wegen Rekordpreisen für Bleifrei 95 und 98 tanken viele Schweizer in den Nachbarländern.
  • In Vorarlberg stammt laut Wirtschaftskammer jeder zweite Kunde an grenznahen Tankstellen aus der Schweiz.
  • Bleifrei 95 kostet dort 1.72 Franken pro Liter, Diesel 2.03 Franken, rund 20 Prozent weniger als in der Schweiz.

Bleifrei 95 und 98 sind aktuell so teuer wie noch nie in diesem Jahr. Auch Diesel ist nur einen Rappen unter dem Jahreshoch Mitte September. Deshalb suchen Autofahrerinnen und Autofahrer händeringend nach Abhilfe – und finden sie in den Nachbarländern. Im grenznahen Österreich macht die Schweizer Kundschaft bereits die Hälfte des Umsatzes aus, wie die «Tagesschau» berichtet.

«Jedes zweite Auto und jeder zweite Kunde sind aus der Schweiz. Der meiste Umsatz wird derzeit mit Schweizer Kunden an den grenznahen Tankstellen gemacht», sagt Petra Girardi von der Vorarlberger Wirtschaftskammer. Je höher der Preisunterschied sei, desto mehr Tanktouristen aus der Schweiz gebe es.

In dem «SRF»-Beitrag kommen mehrere Tanktouristen zu Wort. Hier sei der Preis 30 Rappen tiefer, sagt einer. Er wohne in Grenznähe, deshalb komme er oft vorbei. Ein anderer spricht von einem «Schnäppli», er spare 15 bis 20 Franken pro Tankfüllung. Ein dritter sagt, er finde es «eigentlich schockierend, wie viel mehr wir zahlen müssen».

Bleifrei 95 kostet an der Tankstelle in Vorarlberg derzeit umgerechnet 1.72 Franken pro Liter, Diesel 2.03 Franken. Das sind 34 respektive 42 Rappen weniger als die gemäss TCS tagesaktuellen Durchschnittspreise in der Schweiz. Damit sind die Spritpreise in Österreich rund 20 Prozent tiefer als hierzulande.

Darum kostet der Sprit in Österreich weniger

Der Schweizer Branchenverband Avenergy verweist gegenüber der «Tagesschau» auf tiefere Löhne im Ausland, auf tiefere Steuern und auf den sogenannten Tankrabatt, den es in Österreich und Deutschland gibt, also eine staatlich angeordnete, befristete Senkung der Steuern.

Seit dem Iran-Krieg steigen die Energiepreise, und viele Regierungen versuchen, für Entlastung zu sorgen. Der Tankrabatt ist aber umstritten. Nachdem Deutschland diesen bereits für zwei Monate im Sommer eingeführt hatte, zeigten Untersuchungen, dass die Branche den Rabatt nicht vollständig an die Autofahrerinnen und Autofahrer weitergab.

So setzt sich der Benzinpreis zusammen

Etwa drei Viertel der in der Schweiz verbrauchten Treibstoffe für den Strassenverkehr, das heisst Benzin und Diesel, werden als Fertigprodukte importiert. Der Rest wird in der Raffinerie Cressier hergestellt. Der Preis für importiertes Benzin setzt sich aus drei Hauptblöcken zusammen: Beschaffungskosten am internationalen Erdölmarkt inklusive Fracht zur Schweizer Grenze (Rhein), staatliche und öffentlich-rechtliche Abgaben (die mehr als die Hälfte des Preises ausmachen) sowie Vertriebskosten im Inland. (Quelle: Erdöl-Vereinigung Avenergy)

Die Schweizer Regierung vermied bisher solche Massnahmen, obwohl sie immer wieder gefordert werden. Die hohen Preise haben aus Sicht des Bundes eine wirtschaftliche Funktion. «Im heutigen Umfeld ist zentral, dass Treibstoffpreise die Knappheitssignale anzeigen – dies schafft Anreize zum Sparen, zum Ausweichen, zu Effizienzsteigerungen und zu Investitionen in Alternativen», meldete das Staatssekretariat für Wirtschaft vor Kurzem.

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Fabian Pöschl

Fabian Pöschl (fpo) arbeitet seit 2020 für 20 Minuten. Er ist Verantwortlicher Wirtschaftsnews im Ressort Wirtschaft

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