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Thursday, October 8, 2026

Französisch-chinesisches Duell an der Seine

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Vorschau Pariser Autosalon 2026

Französisch-chinesisches Duell an der Seine

Der Pariser Autosalon gibt ein Lebenszeichen von sich. Vor allem die französischen und chinesischen Hersteller nutzen die Seine-Metropole als Bühne, während die deutschen Autobauer sich in vornehmer Zurückhaltung üben.

Publiziert: vor 28 Minuten

  • Der Pariser Autosalon wird wieder zur Premierenbühne
  • Franzosen zeigen E-Retros, Chinesen neue Europa-Modelle
  • Deutsche Marken bleiben präsent, BMW und Mini fehlen

Jahrelang war der Pariser Autosalon eine müde Pflichtübung. Stand buchen, Präsenz zeigen, fertig. Damit ist jetzt Schluss. Vom 12. bis 18. Oktober wird die Porte de Versailles tatsächlich wieder zur Bühne für echte Welt- und Europapremieren sowie eine ungewöhnlich grosse Zahl von Konzeptfahrzeugen.

Ein Grund sind die chinesischen Autobauer, die jede Gelegenheit nutzen, um in Europa einen Brückenkopf zu errichten. Das provoziert eine Reaktion der Franzosen, die sich beim Heimspiel nicht die Butter vom Brot nehmen lassen wollen. Der Showdown an der Seine wird dieses Jahr spannender als je zuvor.

Heimspiel für Renault-Gruppe

Bei den Franzosen steht der diesjährige Salon im Zeichen der Renaissance. Die glorreiche automobile Vergangenheit soll auch die elektrische Zukunft mit Leben füllen. Renault hat es mit dem R4 und R5 vorgemacht und legt jetzt nach. Der Renault 8 Gordini Concept ist eine elektrische Neuinterpretation des R8 Gordini aus dem Jahr 1964. Der nur 1,27 Meter hohe Zweitürer gibt 270 PS (199 kW) an die Hinterräder ab. Der cool gezeichnete Gordini zeigt, wie Renault künftig emotionale Elektroautos unterhalb von Alpine inszenieren könnte.

Bei Alpine steht die dritte, rein elektrische Generation der A110 im Mittelpunkt. Wer aber einen konkreten Ausblick aufs Serienmodell erwartet, wird enttäuscht. Von der kommenden A110 zeigt Alpine in Paris lediglich eine Skulptur, die erstmals Proportionen und charakteristische Linien des neuen Modells erkennen lässt. Für deutlich mehr Aufsehen dürfte ein anderes Konzept sorgen: Alpine hat mit dem PS1 (Projet Spécial 1) eine weitere Studie angekündigt, die in Paris ihre Weltpremiere feiert. Dacia hält die Zukunftskarten dagegen näher an der Brust und zeigt den neuen Spring und den Dacia Striker.

Stellantis enthüllt diverse Konzepte

Stellantis gibt beim Heimspiel ebenfalls Gas. Der Konzern will acht Marken und neun Konzeptfahrzeuge in die Hallen der Paris Expo Porte de Versailles bringen. Bei Citroën ist das wohl am schlechtesten gehütete Geheimnis inzwischen gelüftet: Es dürfte eine elektrische Interpretation des kultigen 2CV sein. Peugeot stellt vermutlich eine elektrische Neufassung des legendären 205 Turbo 16 auf den Stand. Dazu passt, dass Peugeot den Namen E-T16 schützen liess und zuletzt immer wieder die Rallye-Ikone erwähnte.

Eine andere sportliche Marke, Alfa Romeo, gibt ein Lebenszeichen und enthüllt in Paris den Cuorerosso (rotes Herz). Die Studie soll eine auf den Fahrer zugeschnittene Zukunftsvision mit italienischem Design, innovativer Technologie und Fahrspass zeigen. Auch DS meldet sich zurück. Neben dem N°7 zeigt die Nobelmarke eine geheime Studie, die das künftige Design verraten soll. CEO Xavier Chardon verspricht eine mutigere Vision – das sorgt für reichlich Spekulationen.

Konkreter wirds hingegen bei Opel. Der STX Concept – Sports Tourer eXperimental – feiert Weltpremiere. Auffällig sind der neu gestaltete Vizor an der Front, ein steil abfallendes Heck und aktive Aerodynamikelemente. Auch wenn Opel bislang nicht bestätigt, dass der STX den nächsten Astra vorwegnimmt, könnte es gut sein, dass die Studie bereits einen Ausblick auf die Kombivariante des traditionsreichen Modells gibt. Fiat setzt dagegen auf Praktikabilität. Das Multiplay Concept nimmt Ideen der historischen Multipla-Modelle auf, ohne ein simpler Retro-Van zu sein. Laut Fiat verbindet das Fahrzeug die offene Ladefläche und Outdoor-Vielseitigkeit eines Pick-ups mit Komfort und Flexibilität eines SUV. Parallel feiern der Fiat Grizzly und der Grizzly Fastback ihre Europapremiere.

Von Kleinwagen bis Luxus-SUVs aus China

Bei den chinesischen Marken gibt es weniger Nostalgie und dafür nach wie vor eine hohe Schlagzahl. Allerdings ist der Wow-Effekt verpufft. Viele chinesische Hersteller wollen in Europa mit Lokalisierung und KI punkten. Auch im Reich der Mitte gehört Geheimniskrämerei mittlerweile zum Geschäft. BYD hebt sich seine wichtigste Überraschung bis zum 12. Oktober auf. Wir gehen von einem Auto im B- oder C-Segment aus, das speziell auf den europäischen Markt zugeschnitten ist. Dafür sprechen Aussagen von Europachefin Stella Li, wonach BYD künftig speziell auf Europa zugeschnittene Modelle in den erwähnten Segmenten entwickeln will. Konkreter ist da schon BYDs Edeltochter Denza unterwegs und präsentiert neben dem SUV BAO 5 auch den Superstromer Denza Z in drei Varianten: Coupé, Spider und Racing.

Geely bringt mit dem Monjaro EM-i ein Plug-in-Hybrid-SUV nach Paris. Der Stromer-Verbrenner-Mix kombiniert Allrad mit der neuen Plattform-Technik der Marke. Der Monjaro EM-i ist ein wichtiger Baustein für die europäische Expansion. XPeng schlägt in eine ähnliche Kerbe und setzt auf den G9L. Das 5,12 Meter lange SUV-Flaggschiff mit einem Radstand von 3,10 Metern feiert in Paris seine Europapremiere. Um auf dem alten Kontinent zu reüssieren, wurde eigens eine Variante mit sechs Einzelsitzen entwickelt. Und bei Smart debütiert der #2. Der elektrische Zweisitzer ist der Nachfolger des Fortwo und hat damit den Kultfaktor schon in die Wiege gelegt bekommen.

Leapmotor hat gleich zwei Europapremieren im Gepäck: den Kompakt-Stromer B03 und das 5,25 Meter lange Flaggschiff-SUV D19. Spannend ist der riesige SUV D19 mit Range-Extender. Seine 80,3-kWh-Batterie schafft über 300 Kilometer rein elektrische Reichweite. Ein Wert, den bis vor Kurzem normale Stromer erreichten. Der Verbrenner dient hier hauptsächlich als zusätzliche Reichweitenversicherung: E-Mobil ohne Reichweitenangst lautet das Konzept. Auch GAC lässt sich wieder in Paris sehen und verleiht seinen Expansions-Ambitionen mit dem Aion UT Cross Substanz, der speziell für die Bedürfnisse der europäischen Kunden entwickelt wurde. Interessant dabei ist, dass der Autobauer den UT Cross bereits als EU-Marke angemeldet hat. Es werden wohl noch mehr Crossover folgen. Auch Zeekr reiht sich mit dem 9X in den Reigen der grossen SUVs ein.

Und die Deutschen?

Mercedes zeigt Messepremieren – darunter den neuen GLA, den AMG CLA 45, den GLE, den AMG GT 4-Türer und den elektrischen VLE. Audi stellt den A2 E-Tron in Paris erstmals öffentlich auf einer Automesse. VW präsentiert die neuen Stromer ID. Cross und ID. Polo. BMW und Mini sind dagegen nicht an der Seine dabei – beide Marken haben ihre zunächst angekündigte Teilnahme wieder abgesagt.

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