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Wednesday, October 21, 2026

Ist das der beste Dokumentarfilm des Jahres?

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  • Die A24-Doku «You Can See Everything» über Elizabeth Holmes sorgt auf Social Media für einen grossen Hype.
  • Regisseur Nathan Fielder begleitete die Theranos-Gründerin in den Wochen vor ihrem Haftantritt rund um die Uhr.
  • Der Film läuft in den USA im Kino, ein Startdatum in der Schweiz ist noch nicht bestätigt.

Kaum ein Film löst aktuell auf Social Media einen so grossen Hype aus wie «You Can See Everything». Dem fast schon beängstigenden Blick aus Elizabeth Holmes’ eisblauen Augen entkommt keine For-You-Page. Was steckt hinter dem Projekt?

Wovon handelt «You Can See Everything»?

Die A24-Dokumentation begleitet Elizabeth Holmes in den Wochen, bevor sie für Betrug elf Jahre ins Gefängnis musste. Die Biotechnologie-Unternehmerin lud die Regisseure Nathan Fielder und Lance Oppenheim zu sich nach Hause ein, wo sie sie und ihren Partner rund um die Uhr filmen und befragen durften.

Holmes gründete 2003 mit nur 19 Jahren das Unternehmen Theranos, mit dem sie den Gesundheitsmarkt revolutionieren wollte. Theranos behauptete, es habe Bluttests entwickelt, für die nur sehr geringe Blutmengen erforderlich seien, um schnelle und genaue Ergebnisse zu erhalten. Holmes erhielt von Investoren mehr als 700 Millionen US-Dollar. Das «Time»-Magazin wählte sie 2015 zu einer der hundert einflussreichsten Personen der Welt. Sie wurde als weiblicher Steve Jobs betitelt.

2018 kam ans Licht, dass die Technologie des Blutschnelltesters nicht funktionierte und Holmes davon wusste. Noch im selben Jahr wurde gegen Holmes und den ehemaligen Präsidenten und Vorstand von Theranos, Ramesh Balwani, Anklage wegen Betruges an Investoren und Kunden erhoben. Die Verurteilung folgte im November 2022. Am 30. Mai 2023 trat sie ihre elfjährige Haftstrafe an.

Wie stehst du zum Hype um die Doku über Elizabeth Holmes?

Wieso wird der Film so gehypt?

Das hohe Interesse an «You Can See Everything» hängt zu einem grossen Teil mit Regisseur Nathan Fielder zusammen. Er machte sich als Comedian, Autor, Regisseur und Produzent einen Namen. Sein Markenzeichen: extrem trockener, sozial unbequemer Humor, der Reality-TV, Doku und Fiktion bewusst ineinander verwebt.

In «You Can See Everything» versucht der Kanadier, in den Kopf einer der kontroversesten Figuren der letzten Jahre zu dringen. Im Trailer fragt Nathan Elizabeth, ob sie sich ihrer Taten bewusst sei. Elizabeth verneint. In anderen Szenen spricht sie darüber, nichts zu verstecken zu haben. Auch ihr Partner kommt zu Wort und zeichnet Elizabeth als moralische Person. Dabei stellt sich sowohl bei Nathan als auch beim Publikum die Frage: Inwiefern kann man Elizabeths Aussagen trauen? Was ist Inszenierung und was ist echt?

Elizabeth Holmes vor dem Gericht in San José. (17. September 2021)

Elizabeth Holmes vor dem Gericht in San José. (17. September 2021)Getty Images via AFP/Justin Sullivan

Im Kern der Doku geht es um weitaus mehr als die Tatsache des Betrugs. «You Can See Everything» hinterfragt die Grenzen der Wahrheit und beleuchtet Themen wie Vertrauensmissbrauch, Machtkämpfe und Kommunikationsprobleme. Fielder, der in seinen vergangenen Formaten wie «Nathan for You» das Publikum selbst regelmässig täuschte, versucht, Holmes zu knacken. Das Duell der beiden vor der Kamera zieht das Publikum in den Bann.

CNN schreibt, dass Fielder und Oppenheim mit ihrem Werk das Genre von Dokumentationsfilmen revolutionieren. Der Trailer wirkt eher wie ein psychologischer Horror-Thriller als wie eine klassische Doku. A24 beschreibt das Projekt als «intimes Porträt einer rätselhaften Straftäterin», das sich zu einer «bewusstseinserweiternden Reise in den Abgrund» entwickelt habe.

Trailer von «You Can See Everything».

Wann kommt der Film in die Kinos?

Der Film läuft seit dieser Woche in den Staaten im Kino. Er hatte das erfolgreichste Eröffnungswochenende einer Doku seit 20 Jahren. Auf der Film-Bewertungsplattform «Rotten Tomatoes» hat er als einziges Projekt des Jahres einen perfekten Score geholt. Auch von Branchenmagazinen wie «Variety» und «Wired» wird «You Can See Everything» in den höchsten Tönen gelobt. Filmkritiker schreiben, dass ihnen der Film noch Wochen, nachdem sie ihn gesehen haben, nicht aus dem Kopf gehe. Trotz einer fast dreistündigen Spieldauer sei keine einzige Minute langweilig.

Ein Startdatum in der Schweiz ist noch nicht bestätigt.

Leonie Projer

Leonie Projer (pro), Jahrgang 1997, ist stellvertretende Leiterin im Ressort People und arbeitet seit Oktober 2022 bei 20 Minuten. Ihre ersten journalistischen Erfahrungen sammelte sie bei Tele M1 und «ArgoviaToday».

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