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Friday, October 9, 2026

11 von 12 Currypasten enthalten Schadstoffe – Coop reagiert

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Currypaste ist praktisch: Ein Löffel davon, Kokosmilch dazu, und schon wird aus Gemüse, Tofu oder Poulet ein feines Curry. Doch was steckt nebst Chili, Zitronengras und Gewürzen noch in den Fertigpasten? Das Konsumentenmagazin «Saldo» hat zwölf Currypasten im Labor untersuchen lassen. Das Ergebnis ist wenig appetitlich.

Von den sechs gelben und sechs grünen Pasten war nur eine frei von den untersuchten Schadstoffrückständen. In den übrigen fanden die Tester Pestizide oder Rückstände, die beispielsweise von Desinfektionsmitteln stammen können.

Besonders auffällig waren die grünen Currypasten. In fünf von sechs Produkten entdeckte das Labor Pestizide. Die sechste enthielt zwar keine Pestizide, war aber ebenfalls mit anderen Schadstoffrückständen belastet. Drei der grünen Pasten enthielten sogar Rückstände von Insektiziden, die in der EU seit Jahren verboten sind. Auch Schweizer Bauern dürfen diese Mittel nicht mehr einsetzen.

Worauf achtest du beim Kauf von Currypasten, Fertiggewürzen und Saucen am ehesten?

Insektizide und Rückstände von Desinfektionsmitteln gefunden

Betroffen waren laut «Saldo» die grünen Currypasten von Blue Elephant, Real Thai und Thai Orchid. Am stärksten belastet war das Produkt von Blue Elephant, das bei Coop angeboten wurde. Darin fanden die Tester zwei verbotene Insektizide und vier weitere Stoffe, die wegen ihrer möglichen Auswirkungen auf die Gesundheit oder die Umwelt als problematisch gelten.

Unter den nachgewiesenen Pestiziden befinden sich Chlorpyrifos, Profenofos und Thiamethoxam. Einige der untersuchten Wirkstoffe können laut der Europäischen Chemikalienagentur Echa das Nervensystem, die Fruchtbarkeit oder die Entwicklung ungeborener Kinder schädigen.

Pestizide waren nicht das einzige Problem. In acht der zwölf Pasten wies das Labor Chlorat oder Perchlorat nach. Solche Stoffe können beispielsweise durch gechlortes Wasser oder bestimmte Reinigungsmittel in Lebensmittel gelangen. Bei langfristig zu hoher Aufnahme können sie die Schilddrüse beeinträchtigen. Immerhin: Die gefundenen Mengen lagen gemäss «Saldo» weit unter den im Test herangezogenen Grenzwerten.

Currypaste im Schrank – musst du dir Sorgen machen?

Ist eine belastete Currypaste automatisch gefährlich?

Nein. Gemäss dem Bundesamt für Lebensmittelsicherheit und Veterinärwesen (BLV) sind die gesetzlichen Höchstgehalte für Pestizidrückstände so festgelegt, dass bei deren Einhaltung nach heutigem Wissen kein Gesundheitsrisiko besteht. Die Höchstgehalte liegen häufig deutlich unter den gesundheitlich akzeptablen Werten. Entscheidend für das tatsächliche Risiko sind unter anderem der Wirkstoff und die aufgenommene Menge.

Kann ich Pestizide auf der Zutatenliste erkennen?

Nein. Pestizidrückstände gehören nicht zu den absichtlich zugesetzten Zutaten und müssen deshalb nicht auf der Verpackung aufgeführt werden. Ob eine Currypaste solche Rückstände enthält, lässt sich nur durch entsprechende Untersuchungen feststellen.

Wieso gelangen solche Pasten in den Verkauf?

Nicht jede importierte Currypaste wird vor dem Verkauf im Labor untersucht. Laut dem BLV sind die Importeure selbst dafür verantwortlich, dass ihre Produkte die gesetzlichen Vorschriften erfüllen. Bund und Kantone kontrollieren risikobasiert und mit Stichproben. Belastete Produkte können deshalb unentdeckt in den Verkauf gelangen.

Wichtig ist ausserdem: Nur weil ein Pestizid in der Schweizer Landwirtschaft verboten ist, sind nicht automatisch sämtliche Rückstände davon in importierten Lebensmitteln verboten. Dafür gelten eigene gesetzliche Höchstgehalte.

Wo erfahre ich, ob eine Currypaste zurückgerufen wird?

Das BLV veröffentlicht auf seiner Website aktuelle Lebensmittelrückrufe und öffentliche Warnungen. Dort erfahren Konsumentinnen und Konsumenten, welche Produkte betroffen sind und was sie damit tun sollen. Ein auffälliges Testergebnis bedeutet nicht automatisch, dass ein offizieller Rückruf erfolgt.

Coop kündigte Konsequenzen an

Coop teilte «Saldo» im September mit, dass die grüne Currypaste von Blue Elephant im Oktober aus dem Sortiment genommen werden solle. Auf Anfrage bestätigt eine Sprecherin gegenüber 20 Minuten: «Ja, dies ist korrekt. In vereinzelten Fällen kann es vorkommen, dass Verkaufsstellen noch Restbestände der Paste im Sortiment haben.» Wer noch eine Currypaste zu Hause hat, könne diese an eine Verkaufsstelle zurückbringen und erhalte das Geld ohne Kassenzettel zurück, so Coop auf Anfrage.

Auch andere Importeure reagierten auf den Test. Der Importeur der Thai-Orchid-Pasten kündigte Nachkontrollen an, jener von Real Thai forderte zusätzliche Analysen beim Lieferanten an. Für die Sicherheit importierter Lebensmittel sind in der Schweiz grundsätzlich die Importeure verantwortlich. Bund und Kantone kontrollieren ergänzend mit Stichproben, ob die Produkte die gesetzlichen Vorschriften einhalten.

Diese Currypaste schnitt am besten ab

Es gibt auch ein positives Resultat: Die gelbe Currypaste von Thai Kitchen war die einzige im Test, in der das Labor weder Pestizide noch die untersuchten Desinfektionsmittelrückstände fand.

Insgesamt schnitten die sechs gelben Pasten besser ab als die grünen. Das heisst aber nicht, dass gelbe Currypasten grundsätzlich weniger Schadstoffe enthalten. Der Test zeigt lediglich, wie die untersuchten Produkte zum Zeitpunkt der Untersuchung abgeschnitten haben.

Welches ist deine liebste Currypaste?

Gloria Karthan

Gloria Karthan (glo), arbeitet seit 2019 für 20 Minuten. Sie ist Mitglied der Redaktionsleitung und Leiterin des Lifestyle-Teams.

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