Konservierter Schnee für Park: Corvatsch verteidigt Snowfarming

Wie wurde dieses Video verifiziert? Der Corvatsch-Park veröffentlichte das Video selbst auf Facebook. Zudem nahm die Corvatsch AG gegenüber 20 Minuten zu den Arbeiten Stellung.Facebook/Corvatsch Park
Darum gehts
- Weil der Corvatsch-Park auf Snowfarming setzt, können Profis schon im November im Engadin trainieren.
- Die frühe Präparierung im Oktober löst auf Facebook Kritik wegen des Dieselverbrauchs aus.
- Snowfarming braucht laut Nicolà Michael, Leiter der Corvatsch AG, rund ein Drittel weniger Energie und Wasser als technischer Schnee.
- Ab Montag, 30. November, steht die Anlage auch der Öffentlichkeit offen.
«Wie blöd muss man sein!», schreibt ein Nutzer unter einem Facebook-Video des Corvatsch-Parks im Engadin. Das Video zeigt einen Pistenbully, der bereits im Oktober den Snowpark vorbereitet. Auch andere Nutzer üben Kritik. «Das bringt doch nichts. Ihr verbrennt nur unnötig 1000 Liter Diesel. Sollte verboten werden», heisst es in einem weiteren Kommentar.
Nicolà Michael, Leiter Marketing der Corvatsch AG, reagiert gelassen auf die Kritik in den sozialen Medien. «Bei einigen negativen Kommentaren erkennt man relativ schnell, dass selbst sachliche Erklärungen und Argumente mit grosser Wahrscheinlichkeit wenig bringen würden», sagt er auf Anfrage.
Meinungsfreiheit ist dem Unternehmen wichtig
Die freie Meinungsäusserung sei grundsätzlich eine gute Sache, weshalb das Unternehmen die Kommentarfunktion bewusst für alle offen lasse. «Wir können und wollen jedoch nicht auf jeden negativen Kommentar reagieren, genauso wenig beantworten wir jeden positiven Kommentar», sagt Michael. Sachliche Fragen wolle die Corvatsch AG hingegen möglichst transparent und direkt beantworten.
Bist du Team Ski oder Team Snowboard?
Der frühe Einsatz des Pistenbullys dient der Vorbereitung der Corvatsch Slopestyle Camps. «Vom 2. bis 29. November trainieren im Corvatsch-Park pro Woche durchschnittlich rund 160 Profi- und Nachwuchsathletinnen und -athleten aus aller Welt», sagt Michael weiter.
«Dank Snowfarming»
Damit die Profis bereits im November trainieren können, setzt die Corvatsch AG auf Snowfarming. Der gelagerte Schnee spielt auch für den Slopestyle-Weltcup im März eine wichtige Rolle. «Dank Snowfarming kann den Profis ein Angebot auf Weltcup-Niveau mit diversen Sprüngen und Rails bereitgestellt werden», erklärt Michael.
So funktioniert Snowfarming
«Das Park-Team ist momentan mit dem Aufbau des grossen Slopestyle-Kurses, der Pro-Line, beschäftigt», sagt Michael. Dort trainieren die Profis im November vier Wochen lang. Ab Montag, 30. November, steht die Anlage auch der Öffentlichkeit offen.
Launen der Natur ausgesetzt
Die Arbeiten hängen stark vom Wetter ab. Warme Temperaturen und Regen könnten die bisherigen Vorbereitungen zunichtemachen. Dank ihrer langjährigen Erfahrung könne die Park-Crew dieses Risiko jedoch senken, erklärt der Marketingleiter. Das Team plane die Arbeiten je nach Wetterlage. «Letztendlich sind auch wir den Launen der Natur ausgesetzt», so Michael.
Sobald die Temperaturen im Herbst es zuliessen, werde ergänzend zum konservierten Schnee technischer Schnee produziert. Michael sagt: «Wer nur auf Frau Holle setzt, geht ein grosses unternehmerisches Risiko ein.»
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Vanessa Figi (vfi), Jahrgang 2004, arbeitet seit Juli 2026 als Praktikantin beim Ressort Ostschweiz.
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