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Monday, August 17, 2026

Kinder auf Strasse: Polizei ermittelt wegen 15 Vergewaltigungen

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  • In der spanischen Exklave Ceuta leben 3000 bis 5000 minderjährige Migranten unter prekären Bedingungen auf der Strasse.
  • Die Behörden ermitteln in mindestens 15 Fällen mutmasslicher Vergewaltigung – die tatsächliche Zahl dürfte höher liegen.
  • Sozialministerin Nabila Benzina spricht vom «schlimmsten Moment in der Geschichte Ceutas»; die Kapazitäten sind um 5000 Prozent überschritten.

Nach dem Ansturm Zehntausender Migranten auf Ceuta in Nordafrika leben weiterhin Tausende Kinder und Jugendliche unter prekären Bedingungen in der spanischen Exklave. Weil die Unterkünfte überfüllt sind, schlafen viele seit mehr als zwei Wochen auf der Strasse. Hinzu kommen Krankheiten und Berichte über sexuelle Übergriffe. Die Deutsche Welle, der Auslandsrundfunk der Bundesrepublik Deutschland, berichtet vor Ort über die dramatische Lage.

Schätzungen zufolge halten sich noch 3000 bis 5000 minderjährige Migranten in Ceuta auf. Sie waren Teil der rund 80'000 Menschen, die Ende Juli illegal über die Grenze gelangten. Insgesamt sind laut Lokalregierung rund 9000 Migranten geblieben.

Mindestens 15 mutmassliche Vergewaltigungen

Die 14-jährige Amina aus Marokko berichtet, dass es nicht einmal Toiletten gebe. Sie müssten deshalb in die Büsche gehen. Allein traue sie sich jedoch nicht. Eine andere Mutter erzählt, eines ihrer Kinder habe hohes Fieber bekommen. Medizinische Hilfe habe sie keine gefunden.

Besonders gefährlich sei die Situation für Mädchen. Die Polizei ermittle inzwischen in mindestens 15 Fällen mutmasslicher Vergewaltigung. Die Behörden gehen davon aus, dass die tatsächliche Zahl höher liegt.

Verängstigtes Mädchen (12) in Sicherheit gebracht

Notärztin Susana Ascaso behandelte mehrere Betroffene. Zuletzt sei ein 12-jähriges Mädchen verängstigt und weinend in die Notaufnahme gekommen. Andere Migranten hätten es bedrängt und «unangemessen berührt». Eine Frau habe das Mädchen auf der Strasse gefunden und in Sicherheit gebracht.

Auch die Regionalregierung schlägt Alarm. Gesundheits- und Sozialministerin Nabila Benzina spricht vom «schlimmsten Moment in der Geschichte Ceutas». Regionalpräsident Juan Jesús Vivas bezeichnet die Lage als «Hochrisikosituation». Bei der Betreuung Minderjähriger liege Ceuta satte 5000 Prozent über seinen Kapazitäten.

Nabila Benzina, Sozialministerin von Ceuta. (Aufnahme aus 2025)

Nabila Benzina, Sozialministerin von Ceuta. (Aufnahme aus 2025)IMAGO/Europa Press

Amina träumt von einem anderen Leben

Madrid will die Minderjährigen auf andere Regionen Spaniens verteilen. Einen konkreten Zeitplan gibt es noch nicht. Mehrere Regionen, in denen die rechtsextreme Vox an der Regierung beteiligt ist, weigern sich bereits, Migranten aufzunehmen.

Ceutas Regierungschef fordert stattdessen, die Minderjährigen mit ihren Familien zusammenzuführen oder sie der Obhut marokkanischer Sozialdienste zu übergeben. Viele wollen jedoch nicht zurück. Die 14-jährige Amina sagt, sie wolle eine andere Zukunft. Ihr Traum sei es, Architektin zu werden.

Bist du minderjährig und von sexualisierter Gewalt betroffen? Oder kennst du ein Kind, das sexualisierte Gewalt erlebt?

Hier findest du Hilfe:

Kokon, Beratungsstelle für Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene

Castagna, Beratungsstelle bei sexueller Gewalt im Kindes- und Jugendalter

Clickandstop.ch, Online-Meldestelle der Stiftung Kinderschutz Schweiz

Pro Juventute, Beratung für Kinder und Jugendliche, Tel. 147

Bist du selbst pädophil und möchtest nicht straffällig werden? Hilfe erhältst du bei Forio, Beforemore und bei den UPK Basel.

Jonas Bucher

Jonas Bucher ist Blattmacher und stellvertretender Co-Leiter des Newsdesks bei 20 Minuten. Er ist seit 25 Jahren in der Medienbranche tätig und 20 Minuten stets treu geblieben.

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