Fertig Wellness: Woche der Wahrheit für Granit Xhaka

Darum gehts
- Granit Xhaka muss sich diese Woche in Luzern vor der Staatsanwaltschaft zur Covid-Zertifikat-Affäre einvernehmen lassen.
- Der Nati-Captain hatte im September eingeräumt, ein gefälschtes Covid-Zertifikat gekauft zu haben, obwohl er nicht geimpft war.
- Der SFV lässt Xhakas Nati-Zukunft und das Captainamt vorerst offen – die Entscheidung fällt nach Abschluss des Verfahrens.
Granit Xhaka hat in den vergangenen Tagen noch einmal durchgeatmet. Am 27. September feierte der Sunderland-Profi seinen 33. Geburtstag – gemeinsam mit seiner Frau Leonita in der luxuriösen Grantley Hall in North Yorkshire – inklusive grosszügiger Wellnessanlage.
Danach gehörte die Zeit seinen Kindern. Mit seinen Töchtern machte Xhaka einen Halloween-Ausflug zu einer Kürbisfarm in Northumberland – eine halbe Stunde ausserhalb von Sunderland, dort, wo er seit 2025 Captain ist.
Die Familienbilder vermitteln die Harmonie einer privaten Auszeit, bevor er den Flug nach Zürich antreten muss und es für ihn ernst gilt. Diese Woche muss Xhaka für seine Einvernahme zur Staatsanwaltschaft Luzern reisen. Datum und Zeit bleiben unter Verschluss.
Bekannt ist hingegen, dass die Staatsanwaltschaft gegen ihn wegen des Verdachts im Zusammenhang mit einem falschen Covid-Zertifikat ermittelt.
Xhaka hatte im September öffentlich eingeräumt, ein entsprechendes Zertifikat gekauft zu haben, obwohl er nicht geimpft war, und sich dafür entschuldigt. Gleichzeitig kündigte er an, vollumfänglich mit den Behörden zu kooperieren.
Ausgerechnet dann, wenn die Nati in Luzern spielt
Besonders pikant: Die Einvernahme fällt in dieselbe Woche, in der die Schweizer Nationalmannschaft in Luzern aufläuft. Am Dienstag trifft die Mannschaft von Murat Yakin auf Nordmazedonien. Xhaka wird nicht dabei sein.
Der SFV und Xhaka hatten gemeinsam entschieden, dass der Captain auf den aktuellen Zusammenzug verzichtet. «Nach Abschluss dieses Länderspielfensters werden wir die Situation gemeinsam mit Granit neu beurteilen und das weitere Vorgehen besprechen», kündigte SFV-Präsident Peter Knäbel an.
Damit wird diese Woche nicht nur für die Justiz wichtig, sondern auch für Xhakas Zukunft bei der Nati.
Brisante Reise mit Arsenal
Zusätzlichen Zündstoff liefert die Frage, wofür Xhaka das gefälschte Zertifikat tatsächlich verwendet hat. Nach bisherigen Angaben des SFV war es nicht für Länderspiele oder grosse Turniere relevant.
Inzwischen ist bekannt, dass Xhaka das Zertifikat bei einer USA-Reise mit Arsenal im Juli 2022 eingesetzt haben soll.
Das wäre besonders brisant: Damals galt für ausländische Flugreisende in die USA noch eine Impfpflicht. Xhaka war mit Arsenal auf Vorbereitungstour und bestritt unter anderem Spiele gegen Everton und Chelsea.
Ob und in welchem Zusammenhang das Zertifikat tatsächlich eingesetzt wurde, ist Teil der offenen Fragen rund um den Fall.
Wie entscheidet der SFV?
Die grosse Frage lautet deshalb: Wie reagiert der Verband, wenn das Verfahren abgeschlossen ist und das Strafmass feststeht?
Eine Entscheidung über Xhakas Nati-Zukunft gibt es bislang nicht. Knäbel liess nach dem Bekanntwerden der Affäre ausdrücklich alle Möglichkeiten offen. «Die Gespräche miteinander werden das zeigen. Wir lassen uns noch alle Möglichkeiten offen», sagte der SFV-Präsident auf die Frage, ob Xhaka Captain bleiben könne.
Auch bei der Frage nach einer Rückkehr ins Nationalteam will der Verband zuerst das persönliche Gespräch mit seinem Captain führen. Erst danach dürfte entschieden werden, ob Xhaka im November wieder zur Nati gehört – und ob er weiterhin die Captainbinde trägt.
Wie soll der SFV nach der Covid-Affäre mit Granit Xhaka umgehen?
Der 33-jährige Basler ist schliesslich Rekordnationalspieler – mit 152 Länderspielen – und eine der Schlüsselfiguren der WM 2026 und vieler Endrunden zuvor.
Nun beginnt die Woche der Wahrheit: Einvernahme in Luzern und der Entscheid, ob er seine Nati-Karriere noch mindestens bis zur EM 2028 in Grossbritannien und Irland fortsetzen darf. Das Turnier auf der Insel dürfte für ihn Reiz genug sein.
Sebastian Rieder (sri), arbeitet seit 2024 für 20 Minuten als Stv. Leiter Sport. Der Generalist hat stets die besten Schweizer Fussballer im Fokus und begleitet die Nati als Reporter und Videojournalist.
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