Wie es nun mit Xhaka und Embolo in der Nati weitergeht

Captain-Amt? Aufgebot?
Wie es nun mit Xhaka und Embolo in der Nati weitergeht
Granit Xhaka und Breel Embolo waren die beiden grossen Abwesenden beim 16-tägigen Nati-Zusammenzug. Passiert nichts Verrücktes, kehren die beiden im November in die Nati zurück. Xhaka als Captain.
Publiziert: vor 20 Minuten
Christian FinkbeinerStv. Fussballchef
Was mit einem Knall begonnen hatte, endete vorerst in Minne. Dank dem letztlich souveränen 3:0 in Luzern gegen Nordmazedonien ist die Nati nach vier Siegen in vier Spielen und 11:1 Toren auf Kurs, das Ziel Wiederaufstieg in die Liga A zu schaffen. Ein Punkt am 13. November gegen Slowenien in Ljubljana reicht, damit die Schweiz die Gruppe bereits als Erster abschliessen wird, bevor sie zum Abschluss der Kampagne in St. Gallen noch Schottland empfängt.
Geht es nach Trainer Murat Yakin und Abwehrchef Manuel Akanji, sind dann auch Granit Xhaka (34) und Breel Embolo (29) wieder dabei. «Ich hoffe es sehr, denn wir brauchen die bestmöglichen Spieler in der Nati», so Akanji, der in Abwesenheit von Xhaka das Amt des Captains ausgeführt hat. Auch wenn er die Aufgabe «sehr gerne und mit Stolz» gemacht habe, gehe er davon aus, dass «alles beim Alten bleibe» und Xhaka wieder die Armbinde übernehmen werde.
Viel Lob erhält Akanji von Murat Yakin (52). «Er hat das hervorragend gemacht.» Der Nati-Trainer sagt aber auch: «Granit ist unser Captain.» Laut Yakin führt er am Mittwoch erste Gespräche mit der SFV-Spitze, wie es mit Xhaka und Embolo weitergehen soll.
Im Nati-Umfeld gehen alle Entscheidungsträger davon aus, dass die beiden Abwesenden im November wieder dabei sind. Laut Yakin entscheiden die Spieler, wer Captain ist. «Aber wenn Granit wieder kommt, werden wir das sicher alles besprechen.»
Laufendes Verfahren
Xhakas Geständnis am Montag vor zwei Wochen in den sozialen Medien, dass er während der Corona-Pandemie zwei Impfzertifikate gefälscht hatte, nachdem Blick ein entsprechendes Verfahren der Luzerner Staatsanwaltschaft drei Tage zuvor publik gemacht hatte, stand am Anfang dieses 16-tägigen Zusammenzugs für die Nations League. Nach Diskussionen zwischen Xhakas Team und den SFV-Bossen wurde entschieden, dass Xhaka auf den Zusammenzug verzichten wird. Der Rekord-Internationale (152 Länderspiele) folgte im September 2020 auf den zurückgetretenen Stephan Lichtsteiner als Nati-Captain.
Fünf Tage nach dem Verzicht von Xhaka entschied der Verband, dass auch der im ersten Spiel gesperrte Breel Embolo (29) nicht zur Mannschaft stossen wird. Der Stürmer von Atlanta hatte erst in jener Woche dem Verband mitgeteilt, dass er im vergangenen Jahr einen Strafbefehl erhalten hatte, weil er – was die Öffentlichkeit bereits seit 2024 wusste – während der Pandemie gefälschte Testzertifikate gekauft hatte. Es war nicht das erste Mal, dass Embolo mit dem Gesetz in Konflikt geraten war. In diesem Frühjahr wurde er in einem Fall, der schon länger zurückliegt, wegen «mehrfacher Drohung» rechtskräftig verurteilt.
SFV will Leitlinien vorgeben
Während Embolos Fälle juristisch abgeschlossen sind, ist jener von Xhaka noch im Gang. Der Basler muss in diesen Tagen bei der Staatsanwaltschaft Luzern antraben. Der Fall wird in einem abgekürzten Verfahren behandelt, das Urteil sollte irgendwann in den nächsten Tagen oder Wochen fallen, sollten keine neuen Fakten auftauchen. Xhaka dürfte eine bedingte Geldstrafe in der Höhe einer gewissen Anzahl an Tagessätzen erhalten, wobei er den höchsten Tagessatz aufgebrummt kriegen dürfte (3000 Franken). Legt Xhaka keinen Rekurs ein, ist das Urteil rechtsgültig.
Danach wird die SFV-Spitze noch einmal das Gespräch mit Xhaka suchen, wobei Knäbel am ersten Tag des Trainingslagers in Belek ankündigte: «Wir lassen uns noch alle Möglichkeiten offen. Es wird eine gute Lösung für alle geben.» Die beiden Fälle waren auch an der Sitzung des Zentralvorstandes am 25. September ein grösseres Thema. Der SFV will Leitlinien definieren, wie in Zukunft solche Fälle gehandhabt werden sollen. Laut Kommunikationschef Adrian Arnold will der Verband diese bis Ende Oktober kommunizieren. Spätestens dann soll auch Klarheit herrschen, wie es mit Xhaka und Embolo in der Nati weitergeht.
Die Prognose, wie die Nati-Zukunft aussehen wird, ist nach dem Zusammenzug und den Signalen, die aus Verbandskreisen zu vernehmen sind, klar: Kommt im Zuge des Verfahrens gegen Xhaka nichts zusätzlich Überraschendes mehr heraus, sieht die Nati der nächsten beiden Jahre auf zwei wichtigen Positionen gleich aus wie diejenige an der WM: Mit Xhaka als Captain und Embolo im Sturmzentrum.
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