Lineares Regenband sorgt für Überschwemmungen – mehrere Tote

Darum gehts
- Heftige Regenfälle haben am Donnerstag weite Teile der Präfektur Chiba in Japan überschwemmt.
- Die Japan Meteorological Agency rief für 18 Städte und eine Gemeinde die höchste Warnstufe 5 aus.
- In Kashiwa wurden zwei Menschen aus einem versunkenen Kleinwagen gerettet – eine Person ist in kritischem Zustand.
Heftige Regenfälle haben am Donnerstag zu chaotischen Zuständen in Teilen Japans geführt. Die japanische Wetterbehörde (JMA) rief für 18 Städte und eine Gemeinde die höchste Warnstufe aus. In Kashiwa wurde ein Kleinwagen von den Wassermassen eingeschlossen.
Verantwortlich für die extremen Niederschläge war ein sogenanntes lineares Regenband, das vor allem den Nordwesten und Süden der Präfektur traf. Sie verhängte die höchste Starkregenwarnstufe 5 für mehrere Regionen. Für die Städte Chiba und Ichihara gab die Wetterbehörde zusätzlich eine Warnung der Stufe 5 vor Erdrutschen heraus. Die höchste Stufe auf der fünfstufigen Warnskala bedeutet, dass eine unmittelbare Gefahr für Leib und Leben besteht, wie NHK berichtet.
Regenrekorde in mehreren Städten
Die Niederschläge erreichten am Donnerstagabend extreme Werte. Bis 19 Uhr wurden in Chiba City innerhalb einer Stunde mehr als 107 Millimeter Regen gemessen. In Yachiyo fielen bis 20 Uhr sogar 115 Millimeter innerhalb einer Stunde.
Auch an anderen Messstellen wurden aussergewöhnlich hohe Werte registriert. In Sakura fielen innerhalb einer Stunde 97 Millimeter, in Funabashi 62 und in Abiko 61 Millimeter. An mehreren Orten wurden damit bisherige Niederschlagsrekorde gebrochen. Strassen und Gebäude liefen voll, während die Pegelstände rasch anstiegen.
Das ist ein lineares Regenband
Ein lineares Regenband ist eine linienförmige Anordnung von massiven Gewittern und Regenwolken. Diese Formation bleibt oft über Stunden stationär über derselben Region stehen und führt dort zu extremem Starkregen, der schwere Überschwemmungen und Erdrutsche auslösen kann. Der Ausdruck wird vom japanischen Wetterdienst verwendent, wie das Online-Magazin Sumikai berichtet.
Laut JMA war der Regen so aussergewöhnlich stark, dass es noch zu weiteren Überschwemmungen kommen kann. Evakuierungsanordnungen wurden für Teile von Chiba, Ichikawa und Sodegaura erlassen. Bei einer kurzfristig einberufenen Pressekonferenz am Donnerstagabend warnte die Wetterbehörde eindringlich vor der Lage. Ein Behördenvertreter erklärte, es handle sich um eine Art von Starkregen, wie ihn die Menschen bislang nicht erlebt hätten. In Gebieten, in denen Überschwemmungen erwartet würden, seien mit hoher Wahrscheinlichkeit bereits Katastrophen eingetreten.
Menschen aus Fahrzeug gerettet
Besonders stark betroffen war Kashiwa im Nordwesten Chibas. Bei der städtischen Katastrophenschutzbehörde gingen zahlreiche Meldungen über überflutete Strassen und Wasser in Wohnhäusern ein.
Im Stadtteil Hachimancho geriet ein Kleinwagen in die Wassermassen und versank. Einsatzkräfte retteten zwei Menschen aus dem Fahrzeug. Eine der Personen befand sich in kritischem Zustand. Wie auf Bildern und Videos in den sozialen Medien zu sehen ist, steht auch der Bahnhof von Chiba unter Wasser. Die heftigen Regenfälle beeinträchtigten zudem den öffentlichen Verkehr im Grossraum Tokio. Auf der Chiyoda- und der Tozai-Linie der Tokio Metro kam es am Donnerstagabend zu Störungen.
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Florian Osterwalder (fos) arbeitet seit 2021 für 20 Minuten und ist stellvertretender Co-Leiter des Newsdesks.
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