QR-Fallen an Parkuhren: Betrüger schlagen in mehreren Städten zu

- Betrüger kleben falsche QR-Codes an Parkuhren, unter anderem in Stäfa ZH, Olten, Bern und Thun.
- Sie wollen an die Kreditkartendaten der Parkierenden gelangen, die auf einer gefälschten Webseite abgefragt werden.
- Laut «Tages-Anzeiger» dürfte es sich um eine schweizweite Masche handeln.
- Die Polizei rät, QR-Codes nur direkt in der Bezahl-App wie Twint oder Parkingpay zu scannen.
Mit Phishing-Mails wollen Betrüger an deine Kreditkartendaten gelangen. Versuchen sie dasselbe mit QR-Codes, nennt sich das Quishing. Fälle von Quishing sind diese Woche in Stäfa ZH und in Bern aufgetreten.
«Vorsicht vor gefälschten QR-Codes an Parkuhren», schreibt die Gemeinde Stäfa ZH auf ihrer Webseite. Der «Tages-Anzeiger» schreibt, eine Frau habe den gefälschten Kleber an einer Parkuhr an der Bergstrasse entdeckt. Als die Gemeinde gleichentags alle sechzehn Parkuhren kontrollierte, seien keine weiteren falschen QR-Codes mehr aufgetaucht. Bei einer erneuten Kontrolle einen Tag später waren jedoch deren vier zu finden – jemand musste sich in der Nacht an den Parkuhren zu schaffen gemacht haben.
Möglicherweise schweizweite Masche
Auch die Kantonspolizei Bern warnte am Freitag: Im ganzen Kanton seien seit letzter Woche vermehrt falsche QR-Codes an Parkuhren festgestellt worden. Die «Berner Zeitung» schreibt etwa von Fällen in der Stadt Bern und in Thun. Auch Olten wird aufgezählt. Laut «Tages-Anzeiger» dürfte es sich sogar um eine schweizweite Betrugsmasche handeln.
Die Täter zielen darauf ab, dass die Parkierenden die QR-Codes mit der Handykamera scannen statt direkt mit der Parkapp – etwa Twint oder Parkingpay. Mit der Kamera gescannt führt der Link auf eine gefälschte Webseite. Diese sieht echt aus: Man muss zuerst Kennzeichen und Parkdauer eingeben. Doch dann wird nach den Kreditkartendaten gefragt – genau darauf zielen die Betrüger ab.
Abbrechen, wenn man auf unbekannte Seite gelangt
Die Gemeinde Stäfa empfiehlt deshalb, «Parkgebühren über die offizielle Bezahl-App Parkingpay» zu entrichten und QR-Codes an Parkuhren ausschliesslich über die entsprechende Bezahl-App, beispielsweise Twint, zu scannen. Ein weiterer Tipp: «Werden bei der Bezahlung unerwartet Kreditkartendaten verlangt oder erscheint eine unbekannte Internetseite, sollte der Zahlungsvorgang abgebrochen werden.»
Tipps gegen den Betrug
Tipps der Polizei, um nicht auf die Masche hereinzufallen:
- Den QR-Code direkt in der Twint-App scannen oder mit der App Parkingpay die Zone auswählen oder den Parkplatz mit der App Easypark bezahlen.
- Wenn man einen QR-Code mit der normalen Kamera-App scannen soll, handelt es sich höchstwahrscheinlich um Betrug.
- Ebenfalls verdächtig ist es, wenn auf der Website eines bereits bekannten Anbieters Angaben zur Kreditkarte verlangt werden. Solche Informationen sind nur beim allerersten Zahlungsvorgang notwendig.
- Wer den Verdacht hat, einen manipulierten QR-Code gescannt oder Zahlungsdaten auf einer betrügerischen Webseite eingegeben zu haben, sollte umgehend die Bank oder den Kreditkartenanbieter kontaktieren.
- Zudem empfiehlt sich eine Meldung bei der Polizei.
Wie gehst du mit QR-Codes an Parkuhren um?
Céline Trachsel (ct), arbeitet seit 2023 für 20 Minuten. Sie ist Redaktorin im Ressort Zürich.
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