Angriffe auf Polizei in Zürich – Offene Fragen nach einer Nacht voller Gewalt

Was ist passiert? Am Samstagabend, kurz nach 23 Uhr, ging bei der Stadtpolizei Zürich die Meldung über eine illegale Party beim Hardplatz ein. Die Polizei duldete die Party zunächst. Erst als Fahrzeuge beschädigt, Hausfassaden versprayt, Böller gezündet und Anwohnende belästigt wurden, griff sie ein. Beim Versuch, die Party mit über hundert teils vermummten Personen aufzulösen, wurden die Einsatzkräfte angegriffen.
Um die Lage unter Kontrolle zu bringen, setzte die Polizei Reizstoff, Wasserwerfer und Gummischrot ein. Festnahmen gab es zunächst keine. Die Bilanz: ein verletzter Polizist, mehrere beschädigte Polizeifahrzeuge, brennende Abfallcontainer sowie Schäden an Fahrzeugen und Gebäuden.
Warum hat die Polizei nicht sofort eingegriffen? Zunächst brauche es immer eine Lagebeurteilung, heisst es auf Anfrage bei der Stadtpolizei Zürich. Anfänglich habe es keinen Grund gegeben, die Party mit «polizeilichen Mitteln» aufzulösen. Es gelte, die Verhältnismässigkeit zu wahren. Als immer mehr Meldungen zu Pöbeleien, Feuerwerk und Sachbeschädigungen eingetroffen seien, habe die Stadtpolizei beschlossen, die Party aufzulösen.
Wie kam es zu den massiven Angriffen? Beim Versuch, den Anlass zu beenden, seien die Einsatzkräfte zunächst mit Pflastersteinen und Glasflaschen beworfen worden. Anschliessend seien Feuerwerksraketen gezielt auf die Polizistinnen und Polizisten abgeschossen worden. Die Polizei geht davon aus, dass solche Raketen bereits vor den Ausschreitungen deponiert worden waren. Ob das zutrifft, wird nun genauer untersucht.
Warum gab es keine Verhaftungen? Zuerst hätten die Wiederherstellung von Ordnung und Sicherheit sowie der Selbstschutz der Einsatzkräfte im Fokus gestanden. Um Verhaftungen vor Ort durchführen zu können, brauche es zusätzliche Einsatzkräfte. Ein entsprechendes Grossaufgebot lasse sich nicht «per Knopfdruck innert Minuten» organisieren. Nach wie vor sei niemand verhaftet worden, die Ermittlungen würden jedoch auf Hochtouren laufen.
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Bild 1 von 2. Eine UBS-Filiale wurde bei den Krawallen am Hardplatz demoliert. Bildquelle: SRF/Andrea Turnheer.
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Bild 2 von 2. Zahlreiche verbrannte Abfallcontainer warten am Tag nach den Ausschreitungen auf die Entsorgung. Bildquelle: SRF/Andrea Turnheer.
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Was sagt die Polizeivorsteherin? Die Zürcher Sicherheitsvorsteherin Karin Rykart (Grüne) zeigt sich gegenüber SRF über die Ereignisse schockiert. Die Angreifenden hätten bewusst in Kauf genommen, dass Polizistinnen und Polizisten schwer verletzt werden könnten. Auf die Frage nach zusätzlichen Polizeikräften verweist auch sie darauf, dass ein Grossaufgebot nicht innerhalb kurzer Zeit organisiert werden könne. Gleichzeitig betont sie, dass sie im Gemeinderat regelmässig zusätzliche Stellen für die Stadtpolizei beantrage, jedoch jeweils nur ein Teil davon bewilligt werde. Dass auch ihre eigene Partei diese Forderungen regelmässig nicht vollständig unterstützt, wollte Rykart nicht kommentieren.
Regionaljournal Zürich Schaffhausen, 11.10.2026, 17:30 Uhr ; kerf;vonb;brus
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