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Tuesday, September 15, 2026

Suizidprävention Schweiz – Zurück ins Leben – oft ohne Begleitung

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In der Schweiz sterben jedes Jahr rund 1000 Menschen an einem Suizid – viermal mehr, als es Verkehrstote gibt. Nach Krebs- und Kreislauferkrankungen ist Suizid die häufigste Todesursache.

Deshalb lancierte der Bund zusammen mit der nationalen Stiftung «Gesundheitsförderung Schweiz» einen nationalen Aktionsplan zur Suizidprävention. Ziel ist, die Suizidrate bis 2030 um 25 Prozent zu senken.

Jeder verhinderte Suizidversuch und jeder verhinderte Suizid ist ein Gewinn.

Zehn Jahre nach dem Start des Aktionsplans zieht Franziska Widmer, Projektleiterin des Suizidpräventionsprojekts bei Gesundheitsförderung Schweiz, eine Zwischenbilanz.

Sie wehrt sich gegen die statistische Zielsetzung, in der nur Prozentpunkte zählen: «Jeder verhinderte Suizidversuch und jeder verhinderte Suizid ist ein Gewinn», betont sie. Und man müsse die Zahlen auch etwas einordnen: Zwar sei die absolute Zahl von 1000 Suiziden seit etwa zehn Jahren stagnierend; aber anteilmässig an der gewachsenen Bevölkerung seien die Fälle rückgängig.

Mehr als die Hälfte bleibt unbetreut

Eine andere Zahl, die den Fachleuten von Gesundheitsförderung Schweiz Sorgen bereitet, ist jene der Menschen, die nach einem Suizidversuch ohne professionelle Betreuung bleiben. Es sind mehr als 50 Prozent.

In diesem Zusammenhang müsse man auch von einer sehr hohen Dunkelziffer der begangenen Suizidversuche ausgehen, sagt Franziska Widmer. «Viele Menschen kämpfen sich nach einem Suizidversuch selbst irgendwie zurück in ihren Alltag», sagt die Projektleiterin. Die hohe Dunkelziffer erschwere jedoch die Prävention – man tappe oft im Dunkeln.

Bessere Prävention mit «SuiT»

Genau da soll das neue Projekt «SuiT» des Bundes und von Gesundheitsförderung Schweiz ansetzen. Das Kürzel «SuiT» steht für eine Art Werkzeugkasten, die «Swiss Suicide Prevention Toolbox», die Betroffenen in der ganzen Schweiz helfen soll.

«SuiT ist eine Bündelung von Projekten und Ansätzen, die sich in den letzten Jahren bereits bewährt haben», erklärt Franziska Widmer. Weil man möglichst viele erreichen wolle, seien die Tools niederschwellig und leicht zugänglich.

Zwei Ansätze sind gemäss Widmer zentral. Der erste ist eine App zu Präventionsangeboten in den Regionen. Der zweite Ansatz fokussiert auf Kurzzeit-Interventionen mit Fachpersonen, die suizidgefährdeten Personen helfen sollen, handlungsfähig zu bleiben.

SERO – Suizidprävention einheitlich regional organisiert

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SERO steht für «Suizidprävention einheitlich regional organisiert» und ist unter anderem eine App, die sich leicht bedienen lässt und die Betroffenen durch die Wirren des Schweizer Gesundheitssystems navigieren soll.

Zudem soll mit digitalen Mitteln vorzeitig eingeschätzt werden können, wie akut eine psychische Krisensituation ist. Dementsprechend können Betroffene wie auch Angehörige schnellstmöglich die nötigen Handlungsschritte einleiten.

«Diese Angebote geben den Betroffenen Strategien an die Hand, die ihnen in Notsituationen helfen sollen», sagt Franziska Widmer von Gesundheitsförderung Schweiz.

ASSIP – attempted suicide short intervention program

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ASSIP ist eine Kurzzeit-Therapieform, die Betroffenen innerhalb weniger Sitzungen mit einer Fachperson eine Grundlage vermittelt, die das Risiko einer erneuten Suizidhandlung senken soll.

Das Angebot hat nicht zum Ziel, die Betroffenen direkt von Suizidalität zu heilen, sondern ihnen zu helfen, in zukünftigen suizidalen Krisen handlungsfähig zu bleiben.

SuiT sei ein Versuch, die Hürden von regionalen Unterschieden zu überwinden, aber auch den teilweise beschwerlichen Weg durch das Gesundheitssystem einfacher zu machen.

Alle Akteure an einen Tisch bringen

Für Franziska Widmer ist einer der grössten Erfolge der letzten zehn Jahre das erzielte Miteinander in der Suizidprävention: «Wir haben es geschafft, alle Akteurinnen und Akteure an einen gemeinsamen Tisch zu bringen». In einem Land wie der Schweiz, wo der «Kantönligeist» vielerorts zum Hindernis werde, sei eine Zusammenarbeit über die Regionen und Branchen hinweg zentral.

Und da habe sich in den letzten zehn Jahren viel getan. Das lässt Franziska Widmer auch hoffnungsvoll in die Zukunft blicken. Um in den nächsten Jahren noch mehr Suizide zu verhindern, als es heute gelingt.

Suizidgedanken? Hier finden Sie Hilfe

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Erwachsene: Dargebotene Hand/Sorgentelefon

  • Telefon (rund um die Uhr): 143
  • Mail und Chat: www.143.ch

Kinder und Jugendliche: Pro Juventute

  • Telefon (rund um die Uhr): 147
  • Mail und WhatsApp: www.147.ch
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