Auftakt mit Gauck: CDU dämpft Hoffnungen: Klausur keine "Wunderwaffe"

Auftakt mit GauckCDU dämpft Hoffnungen: Klausur keine "Wunderwaffe"
11.10.2026, 15:18 Uhr

Debakel in den Ländern, historisches Tief auf Bundesebene: Die CDU steckt in einer der schwersten Krisen ihrer Geschichte. Der Weg hinaus soll mit einer zweitägigen Klausurtagung beginnen, sagt Generalsekretärin Hoppermann. Am ersten Tag geht es um Zahlen und Joachim Gauck.
Vor Beginn der Klausurtagung des CDU-Präsidiums hat Generalsekretärin Franziska Hoppermann die Erwartungen gedämpft. Die Beratungen seien "nicht die eine Wunderwaffe, sondern der Beginn eines Prozesses, den wir sowohl in der Bundesregierung und der Regierungspolitik als auch in der Partei beginnen", sagte sie vor Journalisten. Es gehe darum, "zu alter Stärke zurückzufinden und unseren Anspruch als Volkspartei zu untermauern".
Die CDU habe die Warnsignale der drei Landtagswahlen im September deutlich wahrgenommen, sagte Hoppermann. Jetzt gehe es darum, Vertrauen zurückzugewinnen, dabei die Modernisierung des Landes nicht aus dem Blick zu verlieren und die "Lebenswirklichkeit der Menschen anders zu adressieren".
Die CDU war am 20. September in Mecklenburg-Vorpommern erstmals in ihrer mehr als 80-jährigen Geschichte aus einem Landtag geflogen. In Berlin wurde sie am selben Abend von der Linken von Platz eins verdrängt, die jetzt versucht, eine Regierung mit Grünen und SPD zu bilden. In Sachsen-Anhalt hatte die Partei zwei Wochen zuvor fast 20 Prozentpunkte verloren. Dort stellt sich der AfD-Politiker Ulrich Siegmund nun im Dezember zur Wahl für das Ministerpräsidentenamt.
Auch auf Bundesebene ist die Union in nie geahnte Tiefen abgesackt. In mehreren Umfragen liegt sie 17 Monate nach Vereidigung der schwarz-roten Bundesregierung unter 20 Prozent - im Vergleich zu 28,5 Prozent bei der Wahl Anfang 2025. Es ist gerade einmal sechs Jahre her, dass sie in Umfragen noch an die 40 Prozent erreichte.
Das CDU-Präsidium will zwei Tage lang über die Konsequenzen aus den Landtagswahlen für die nächsten Jahre und die schlechten Zustimmungswerte für die Partei sowie für Kanzler und Parteichef Friedrich Merz diskutieren. Am ersten Tag sind dafür auch Demoskopen und der frühere Bundespräsident Joachim Gauck eingeladen. Während Hessens Ministerpräsident Boris Rhein einen stärker konservativen Kurs der Partei forderte, sagte CDU-Vize Karin Prien im Reuters-Interview, dass die CDU in den vergangenen Jahren im Gegenteil zu konservativ geworden sei - "das ist Teil des Problems".
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