Das ändert sich im Oktober in der Schweiz

Darum gehts
- Ab dem 1. Oktober 2026 treten in der Schweiz fünf neue Regelungen in Kraft.
- Dazu gehören ein Transparenzregister gegen Geldwäsche, neue Bildungstitel, digitale Grenzkontrollen und ein Freihandelsabkommen mit dem Kosovo.
- Neu gilt zudem: Flächendeckendes Tempo 30 auf verkehrsorientierten Strassen innerorts ist nicht mehr möglich.
Ab dem 1. Oktober treten in der Schweiz mehrere neue Regelungen und Gesetze in Kraft. Unter anderem gibt es neue Regeln in Bezug auf Geldwäsche, ein Freihandelsabkommen mit dem Kosovo und die digitale Grenzkontrolle an den Flughäfen. Eine Übersicht der fünf wichtigsten Änderungen.
1. Transparenzregister gegen Geldwäsche
Am 1. Oktober 2026 treten das Bundesgesetz über die Transparenz juristischer Personen und die Identifikation der wirtschaftlich berechtigten Personen (TJPG) sowie die zugehörige Verordnung (TJPV) in Kraft, wie der Bund in einer Mitteilung schreibt. Die neuen Regelungen sollen die Bekämpfung von Geldwäsche und Terrorismus verbessern.
Auch ausländische Unternehmen fallen darunter, wenn sie eine Niederlassung in der Schweiz haben, hier verwaltet werden oder Grundeigentum in der Schweiz besitzen. Zugleich treten neue Sorgfaltspflichten für gewisse Beratertätigkeiten in Kraft, die unter anderem Anwälte und Notare betreffen. Betroffen sind insbesondere Aktiengesellschaften, GmbHs sowie Genossenschaften und ausgewählte Investment- und Kommanditgesellschaften.
2. Neue Titel in der höheren Berufsbildung
Das revidierte Berufsbildungsgesetz tritt in Kraft und führt die Titel «Professional Bachelor» und «Master» ein. Zudem werden Nachdiplomstudiengänge an Fachschulen flexibler, Englisch wird als Prüfungssprache zugelassen und der Begriff «Höhere Fachschule» ist neu gesetzlich geschützt.
3. Digitale Grenzkontrollen an den Flughäfen
Für Reisende aus Nicht-Schengen-Staaten ändern sich die Abläufe an den Schweizer Flughäfen. Mit der angepassten Verordnung über das Einreise- und Ausreisesystem (EES) werden die Kontrollen an den Schengen-Aussengrenzen schrittweise digitalisiert, wobei bei Drittstaatsangehörigen künftig biometrische Daten erfasst werden. Damit verbunden: Schweizer Behörden können neue Fahndungs- und Informationsausschreibungen im Schengener Informationssystem (SIS) nutzen.
Das EES ist ein elektronisches Ein- und Ausreisesystem, das in allen Schengen-Staaten eingeführt wird. Es ersetzt die bisherigen manuellen Passkontrollen mit Einreisestempeln und registriert künftig digital, wann und wo eine Drittstaatsangehörige oder ein Drittstaatsangehöriger ein- oder ausreist.
4. Freihandelsabkommen mit dem Kosovo
Das Freihandelsabkommen (FHA) zwischen den EFTA-Staaten und Kosovo erhöht die Rechtssicherheit und Planbarkeit für den bilateralen wirtschaftlichen Austausch und verbessert den Zugang für Schweizer Waren und Dienstleistungen zum kosovarischen Markt. Für die Gesamtheit der heutigen Schweizer Ausfuhren nach Kosovo wird Zollfreiheit gelten, teilweise mit Übergangsfristen.
5. Neue Tempo-30-Regelung
Seit dem 1. Oktober 2026 gelten neue Verordnungsänderungen zu Tempo 30. Sie gehen auf die «Motion Schilliger» zurück, die vor knapp fünf Jahren eingereicht wurde. Innerorts gilt auf verkehrsorientierten Strassen grundsätzlich Tempo 50, und flächendeckendes Tempo 30 im städtischen Raum ist nicht mehr möglich. Wollen Städte und Gemeinden auf solchen Strassen Tempo 30 einführen, müssen sie neu mit einem Gutachten belegen, dass dadurch kein Ausweichverkehr in Quartierstrassen entsteht.
Der Touring Club Schweiz (TCS) und der Automobil Club Schweiz (ACS) begrüssen die Umsetzung, wie sie in einer Mitteilung schreiben. Laut den beiden Verbänden verbessert sie den Verkehrsfluss und stärkt die Hierarchie des Strassennetzes, was Autofahrenden, dem ÖV, schnellen E-Bikes und Blaulichtorganisationen zugutekomme. Kritik üben sie daran, dass lärmarme Strassenbeläge in der Verordnung nicht priorisiert wurden. Diese seien zur Lärmreduktion wirksamer als Temporeduktionen.
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Florian Osterwalder (fos) arbeitet seit 2021 für 20 Minuten und ist stellvertretender Co-Leiter des Newsdesks.
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