PHP-Schwachstellen – Was bedeutet die Sicherheitslücke für User?

Was heisst die Sicherheitslücke für die breite Bevölkerung? «PHP ist so weit verbreitet, dass wir tatsächlich alle, wenn wir im Netz irgendetwas machen, an einem Tag mit PHP irgendwie in Kontakt kommen», sagt SRF-Digitalredaktor Jürg Tschirren. Die Sicherheitslücke könne also durchaus Folgen haben. PHP ist eine Programmiersprache, die Webseiten dabei hilft, bestimmte Inhalte aus Datenbanken zu holen. Ein brisantes Beispiel: Websites verwalten auch Passwörter mit PHP. Laut Tschirren sei es – zumindest theoretisch – möglich, dass auf irgendeiner Webseite Passwörter oder andere Daten von Hackern ausgelesen wurden.
Weiss man, ob Daten entwendet wurden? Bislang gebe es noch keine Anzeichen, dass wirklich heikle Daten wie Passwörter oder auch Kreditkarten-Informationen erfolgreich entwendet worden seien. Zudem werden solche Daten oftmals verschlüsselt. Selbst wenn Hacker sie erbeuten, nützen sie ihnen nichts. Das zeigt laut Tschirren, dass es für Hacker, selbst wenn sie von den Sicherheitslücken wissen, sehr schwierig sei, diese Lücken auszunutzen. Aber: Zum jetzigen Zeitpunkt sei auch schwierig nachzuweisen, dass nichts passiert ist.
Noch bevor die Sicherheitslücke bekannt wurde, hätten Hacker versucht, diese auszunutzen. Das berichten der US-Tech- und Handelsgigant Amazon und der Cloud-Dienstleister Cloudflare. Auf X tweetete der CEO von Cloudflare: «In den zehn Stunden vor der öffentlichen Bekanntgabe verzeichneten wir im gesamten Cloudflare-Netzwerk Tausende von Versuchen, diese Schwachstelle auszunutzen. Diese Zahl stieg in den 45 Minuten nach der Bekanntgabe auf Zehntausende an, innerhalb von zwei Stunden auf Hunderttausende und liegt mittlerweile bei Millionen.»
Von der Lücke betroffen waren nicht nur einzelne Webseiten, sondern ganze Systeme, wie zum Beispiel Wordpress, das auf PHP basiert. Über Wordpress können Websites, Blogs und Online-Shops einfach erstellt und verwaltet werden. Zwei von fünf aller weltweiten Webseiten basieren auf diesem System – laut Experten sind das 400 bis 500 Millionen Webseiten.
Sollten Passwörter jetzt geändert werden? Die wichtigste Regel lautet: Ein Passwort niemals für mehrere Logins verwenden. Das galt schon vor dem jüngsten Sicherheitsvorfall. Für jeden Online-Dienst oder Zugang sollte man ein separates Passwort haben, sagt auch Tschirren. Wenn es dann eben an irgendeinem Ort zu einer Lücke käme – wie jetzt – und ein Passwort gestohlen würde, könne dieses nur für den einen Zugang verwendet werden. «Jetzt ist wahrscheinlich die Möglichkeit, das zu tun, was man sowieso schon hätte machen sollen, nämlich überall neue Passwörter setzen, die sich voneinander unterscheiden.» Eine Möglichkeit, das zu handhaben, sei ein Passwortmanager. Absolute Sicherheit gebe es aber auch damit nicht, sagt Tschirren.
Auf was muss man jetzt achten, wenn man im Internet unterwegs ist? Grundsätzlich müsse man immer wachsam sein im Internet, sagt Tschirren. Und man dürfe sich nicht unter Druck setzen lassen. Druck ist ein beliebtes Mittel von Cyberkriminellen. Sie versenden eine E-Mail, in der sie davor warnen, dass nur noch wenig Zeit verfügbar sei, um ein Passwort zu ändern. Mit der E-Mail versenden sie einen Link zu einer gefälschten Seite. Wer dort aus Stress sein Passwort eingibt, schenkt es den Kriminellen. Deshalb sei Wachsamkeit wichtig. «Den allgemeinen Tipp, der vor allem schützt, gibt es aber nicht.»
Was kommt in den nächsten Tagen bis Wochen auf uns zu? In den vergangenen Wochen mehrten sich Meldungen, dass Daten nach erfolgreichen Hackerangriffen entwendet wurden. Deshalb sagt Tschirren: «Wenn man jetzt irgendeine E-Mail bekommt, die einen auffordert, ein Passwort zu ändern oder irgendwo sensible Daten einzugeben, ist es besser, zweimal zu überlegen, ob das wirklich von der Stelle kommt, wo es herkommen sollte.» Wer sich nicht sicher sei, könne über Telefonnummern oder E-Mail-Adressen, die auf der offiziellen Webseite aufgeführt sind, nachfragen – aktuell lieber einmal zu viel als einmal zu wenig.
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