Basel-Boss: «Haben so viel Geld ausgegeben wie noch nie»

Darum gehts
- Turnierdirektor Roger Brennwald (80) zieht eine positive Bilanz der Swiss Indoors 2026 in Basel.
- Das Turnier mit rund 67’600 Zuschauern an neun Tagen ist ein Rekord in der Post-Federer-Ära.
- Das frühe Aus von Stars wie Novak Djokovic und Ben Shelton bedauert Brennwald etwas.
«Ein Jahr der Rekorde» sei es heuer gewesen an den Swiss Indoors, sagt Roger Brennwald bei der Abschluss-Pressekonferenz am Sonntagnachmittag. Insgesamt 67’600 Zuschauer in den neun Turniertagen (Rekord in der Post-Federer-Ära) und «Spieler von einer Qualität, die es selten gab» zaubern dem Basler Turnierdirektor ein Lächeln auf die Lippen.
Wie aufwendig und kräftezehrend die Organisation des grössten jährlich stattfindenden Schweizer Sportevents ist, wird Brennwald nicht müde zu betonen. «Wir haben so viel Geld ausgegeben wie noch nie. Mit einem Budget von 19 Millionen war dies das teuerste und aufwendigste Turnier in unserer Geschichte.»
Brennwald: «Von einem Traumfinal kann da nicht die Rede sein»
Dass der Kanton Basel-Stadt das Turnier mit einer halben Million pro Jahr plus Mehrwertsteuer unterstützt und im Gegenzug der Schriftzug Basel auf dem Centre Court prangt, nötigt Brennwald keine Jubelstürme ab. «Reden Sie nicht von Sponsoring. Die Aufschrift ist 20 Millionen wert.»
Einzig dem frühen Ausscheiden vieler grosser Namen wie Novak Djokovic oder Ben Shelton trauert Brennwald ein wenig nach. «Ich nehme jetzt dann in den Vertrag, dass sie künftig mindestens in den Halbfinal kommen müssen», scherzt der 80-Jährige. Witzelnd fährt er fort: «Und dann schiesst mir der Jérôme Kym den Shelton raus. Ob er nächstes Jahr noch eine Wildcard bekommt, ist sehr fraglich.»
Auch bei der Endspielpaarung zwischen Valentin Vacherot und Jiri Lehecka verhehlt Brennwald die fehlende Attraktivität nicht. «Von einem Traumfinal kann da nicht die Rede sein.» Ansonsten habe es an Spannung und spektakulären Ballwechseln nicht gefehlt. «Es gab so viele Tiebreaks, dass selbst ich ein wenig müde wurde», so der Big Boss der Swiss Indoors.
«Haben uns nicht zu verstecken vor Wien»
Dass beim zeitgleich stattfindenden ATP-500-Turnier in Wien mit Carlos Alcaraz ein echter Superstar im Final steht, mit dem Brennwald eigentlich mal ein Gentlemen’s Agreement gehabt haben soll, ist auch dem Swiss-Indoors-Präsidenten nicht entgangen.
«Leider kann ich die Spiele nicht manipulieren», sagt er im Hinblick auf das Favoritensterben in Basel. Man müsse sich aber nicht verstecken vor Wien und sei stolz auf das tolle Zuschauererlebnis, das man an den Swiss Indoors auch abseits der Ballwechsel geboten bekomme.
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Florian Gnägi (flo) arbeitet seit 2021 für 20 Minuten im Ressort Sport. Seine grösste Expertise hat er auf den Themengebieten Fussball und Tennis.
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