«Wir werden sterben»: Passagiere berichten von ihren Erlebnissen

- Auf dem Flydubai-Flug FZ1073 von Dubai nach Tel Aviv hat ein Copilot den Kapitän Smit Machchhar mit einem Messer schwer verletzt.
- Passagiere verschafften sich Zugang zum Cockpit und überwältigten den Angreifer – zwei Ablösungspiloten landeten die Maschine sicher in Tabuk, Saudi-Arabien.
- Passagier Janiv Hajun, den Netanjahu als «Helden» bezeichnete, betätigte kurzzeitig selbst die Steuerung, nachdem er gesehen hatte, wie der Angreifer versuchte, sie zu zerstören.
Nach dem Messerangriff eines Piloten auf einen anderen an Bord einer Maschine auf dem Weg nach Israel haben Insassen ihre Erlebnisse geschildert. «Wir werden sterben», habe sie gedacht, als sie ihre Augen geschlossen und für ein gutes Ende gebetet habe, sagte die Passagierin Naama Berschadski am Mittwoch.
Nachdem ein Passagier, der gesehen habe, wie ein Pilot auf den anderen eingestochen habe, um Hilfe gerufen habe, hätten sich er und andere Zugang zum Cockpit verschafft, sagte der Passagier Janiv Hajun laut dem israelischen Sender Channel 12. Dort habe der nicht verletzte Pilot offenbar versucht, die Steuerung des Flugzeugs zu zerstören. «Die Tür war offenbar nicht verriegelt und wir konnten sie irgendwie öffnen», sagte Hajun. «Was es uns erschwert hat, war der (andere) Pilot selbst. Auf ihn war eingestochen worden und er befand sich auf der anderen Seite der Tür.»
«Ich sehe einen grossartigen Helden»
Während andere mit dem Angreifer gerungen hätten, habe er die Steuerung so betätigt, wie er es im Fernsehen gesehen habe, sagte Hajun. Dann hätten andere Crewmitglieder übernommen. Die Fluggesellschaft Flydubai berichtete, die Maschine sei von Besatzungsmitgliedern unter Kontrolle gebracht worden, «die das Flugzeug umleiteten und sicher zur Landung brachten».
Ein Video, das vom Büro des Ministerpräsidenten Benjamin Netanjahu veröffentlicht wurde, zeigte Hajun, in einem blutigen Oberteil, bei der Umarmung des israelischen Regierungschefs. Netanjahu sagte zu ihm: «Ich sehe Sie an und ich sehe einen Löwen. Ich sehe einen grossartigen Helden.»
Ein anderer Passagier, Zwika Manes, sagte Channel 12, es habe viele Minuten gedauert, um den Angreifer zu überwältigen. Ein weiterer Passagier, der Zahnarzt Schota Mussajew, sagte zu Journalisten, den Passagieren sei bewusst gewesen, dass sie nur wenige Sekunden Zeit hätten, um das Flugzeug unter ihre Kontrolle zu bringen. Es sei auch befürchtet worden, dass sich noch ein weiterer Angreifer an Bord befinden könnte.
Mussajew kümmerte sich um verletzten Piloten
Mussajew kümmerte sich eigenen Angaben zufolge um den verletzten Piloten. «Er betete einfach die ganze Zeit und hatte Kontakt zu mir und ich hatte Angst, dass wir ihn wirklich verlieren würden.»
Netanjahu teilte mit, dass es sich bei dem verletzten Piloten um einen indischen Kapitän, Smit Machchhar, handele. Dieser habe trotz seiner Verletzung die Tür zum Cockpit geöffnet, wodurch andere den Angreifer überwältigen konnten, schrieb Netanjahu auf der Plattform X. Die indische Botschaft in Saudi-Arabien teilte mit, der Zustand von Machchhar sei stabil.
Konstantin Furrer (fur) arbeitet seit 2017 für 20 Minuten. Seit 2022 Newsdesk-Leiter, daneben Blattmacher und Mitglied der Redaktionsleitung.
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