Nach Kritik an Infantino-Plan: Fifa feuert Schweizer Funktionär

- Die Fifa hat ihren Betriebsdirektor Kevin Lamour entlassen, nachdem er die WM-Investorenpläne von Präsident Gianni Infantino öffentlich scharf kritisiert hatte.
- Lamour bezeichnete die Privatisierungspläne als «das Projekt einer einzelnen Person» und warf Infantino vor, seine Mitarbeiter hintergangen zu haben.
- Er war erst am 1. November 2024 zum Betriebsdirektor ernannt worden und hatte seinen Rauswurf bereits vorausgesehen.
Knall bei der Fifa. Der Fussballweltverband hat sich von Kevin Lamour, einem ihrer wichtigsten Angestellten, getrennt. Hintergrund soll die öffentliche Kritik Lamours an Verbandspräsident Gianni Infantino sowie dessen Investorenpläne für die WM sein. Der französisch-schweizerische Doppelbürger war seit 2024 bei der Fifa tätig und arbeitete zuvor bei der Uefa als stellvertretender Generalsekretär.
Wie «Sky News» berichtet, bestätigte die Fifa den Abgang Lamours. Er sei demnach nicht mehr für den Weltfussballverband tätig. Zu den genauen Gründen für die Trennung äusserte sich die Fifa bislang nicht, sie liegen jedoch auf der Hand.
Lamour kritisierte Infantino schert
Lamour hatte die WM-Privatisierungspläne Infantinos zuvor scharf kritisiert und sie als «das Projekt einer einzelnen Person» bezeichnet. Zudem erklärte er: «Dieses Projekt darf nicht nur nicht umgesetzt werden – vielmehr ist jetzt der Zeitpunkt gekommen, an dem sich die politischen Entscheidungsträger im Fussball die richtigen Fragen stellen und die richtigen Entscheidungen treffen müssen.»

Lamour war erst am 1. November 2024 zum Betriebsdirektor der Fifa ernannt worden. Nach seinen öffentlichen Äusserungen gegen Infantinos Pläne hatte er allerdings bereits damit gerechnet, seinen Posten wieder verlieren zu können.
«Und wenn das bedeutet, dass ich meinen Job verliere, dann ist das eben so. Ich werde diese Entscheidung verstehen und respektieren. Aber wenigstens kann ich heute Nacht ruhig schlafen», so Lamour Ende Juli.
Lamour warf Infantino vor, die Mitarbeiter hintergangen zu haben. Sie hätten Besseres verdient als Missachtung und Einschüchterung, hiess es in einem Schreiben, das der Nachrichtenagentur AP vorliegt.
Florian Gnägi (flo) arbeitet seit 2021 für 20 Minuten im Ressort Sport. Seine grösste Expertise hat er auf den Themengebieten Fussball und Tennis.
KioskNews shows a cleaned-up reading view extracted from the publisher’s page — the original always lives on their site, not ours.
