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Thursday, October 1, 2026

«Unsere Konten wurden gehackt – 2,5 Millionen sind weg»

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Geplatzte Japan-Reise – jetzt erklärt sich Reisebüro-Chef Harry Kolb

«Unsere Konten wurden gehackt – 2,5 Millionen sind weg»

Reisebüro-Chef Harry Kolb erklärt, warum Kunden wie Luca Kunz ohne Tickets am Flughafen standen. Hacker sollen 2,5 Millionen Franken gestohlen haben.

Publiziert: 30.09.2026 um 16:43 Uhr

Aktualisiert: 30.09.2026 um 22:15 Uhr

  • Schweizer Reisebüro Harry Kolb verliert 2,5 Mio. Franken durch Hackerangriff
  • Vier bis fünf Familien betroffen, Reisen storniert, Angestellte kündigen
  • Chef verspricht Rückerstattung, hat Anzeige gegen unbekannt eingereicht

Seit Monaten freuten sich Luca Kunz (43) und seine drei Freunde auf ihre Traumreise nach Japan. Das Reisebüro Harry Kolb in Kilchberg ZH sollte für eine reibungslose Planung sorgen.

Kurz vor dem Abflug am 28. September dann aber der Schock. Weder Flugtickets noch Hotelbuchungen waren vorhanden. «Unter unseren Namen existiert keine Buchung, alles wurde vom System storniert», erfuhr Kunz direkt von der Fluggesellschaft Cathay Pacific. Bezahlt war alles längst, sagte Kunz gegenüber Blick.

Er erstattete Anzeige wegen Betrugs und organisierte die Reise spontan selbst. Neben Kunz meldeten sich auch weitere Personen mit ähnlichen Erlebnissen bei der Redaktion. Konfrontiert mit den Vorwürfen, dass auch andere nicht in die Ferien konnten, spricht nun Inhaber Harry Kolb (76).

Das Geld ist weg

«Es ist leider so, dass unsere Konten gehackt wurden und das ganze Geld weg ist», erzählt er im Gespräch mit Blick. Einen Teil des Schadens habe er auffangen und getätigte Vereinbarungen weiterlaufen lassen können.

Einige der Arrangements hätten in den vergangenen Tagen aber nicht mehr ausgeführt werden können, sagt er. «Es ist natürlich klar, wenn die Leute ohne Tickets am Flughafen stehen, werden sie nicht transportiert, und das tut mir wirklich leid!», sagt Kolb zu Blick.

«Ich kann dazu nur sagen: Das wird in Ordnung kommen, das Geld wird zurückkommen», verspricht er. Er werde den Personen das Geld, das sie eingezahlt haben, zurückerstatten.

Konten aus Steuererklärung kopiert

Er habe bereits Strafanzeige gegen unbekannt eingereicht. Nach seinen bisherigen Informationen vonseiten der Polizei haben sich Unbekannte wohl über Steuerunterlagen – sowohl der Firma als auch private – Zugang zu Informationen über Kundenkonten verschafft und anschliessend auf diese zugreifen können. Wie genau dies geschehen sein soll, ist derzeit unklar.

Nach Angaben Kolbs sind derzeit etwa vier oder fünf Familien betroffen. «Insgesamt geht es um eine Summe von rund 2,5 Millionen Franken, die verschwunden ist», sagt Kolb.

Angestellte haben gekündigt

Mit dem Vorwurf konfrontiert, dass er gar kein Geld mehr habe und wirklich alles weg sei, sagt er: «Das stimmt schon, ich habe im Moment nicht übermässig viel Geld.» Er sei nun darauf angewiesen, Gelder zurückzuholen, wo es noch gehe. Gleichzeitig versichert er: «Es wird zurückkommen. Das ist alles, was ich sagen kann.»

Nicht nur finanziell steht Kolb unter Druck. Auch seinen Angestellten setze die Situation extrem zu. «Zwei Angestellte haben bereits gekündigt, weil sie den Druck nicht mehr ausgehalten haben, als dann die Beschwerden reinkamen.»

Polizei darf sich alles anschauen

Dass etwas vor sich geht, habe er schon bemerkt. Er konnte aber nicht genau sagen, was. «Ich schlafe schon seit etwa zwei Monaten schlecht», sagt er. «Wir hätten Deadlines einhalten und Programme bezahlen müssen. Und das ging dann nicht mehr», sagt er.

Angst vor der Polizei hat er nicht. Auch eine Hausdurchsuchung habe es nicht gegeben. «Ich bin mir keiner Schuld bewusst, wenn die Polizei etwas anschauen will, habe ich kein Problem damit.» Auf Anfrage bei der Staatsanwaltschaft, ob gegen den Chef des Reisebüros ein Verfahren wegen mutmasslicher Vermögensdelikte laufe, konnte aufgrund des Amtsgeheimnisses keine Auskunft erteilt werden.

Abschliessend verspricht Kolb den Geschädigten: «Es tut mir sehr leid, was passiert ist. Es wird alles wieder in Ordnung gebracht.»

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