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Tuesday, November 3, 2026

Weltmeister droht mit WM-Boykott – was macht die Schweiz?

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  • Der Sportgerichtshof Cas hebt den Ausschluss russischer Teams von IIHF-Turnieren mit sofortiger Wirkung auf.
  • Russland wäre damit an der Eishockey-WM im Mai 2027 in Deutschland spielberechtigt.
  • Finnland droht mit einem Boykott, der Deutsche Eishockey-Bund prüft eine Rückgabe der WM.
  • Swiss Ice Hockey nimmt den Entscheid zur Kenntnis und wartet die Entscheidungen der IIHF ab.

Eishockey-Weltmeister Finnland droht nach dem Urteil zur Rückkehr russischer Teams bei internationalen Turnieren des Weltverbandes IIHF mit einem Boykott. Der Verband erklärte, dass seine Nationalmannschaften so lange nicht gegen Russland bei Turnieren antreten würden, wie der Krieg in der Ukraine andauere.

«Unsere Linie lautet: Wir spielen nicht gegen Russland», sagte der Präsident des finnischen Eishockey-Verbandes, Heikki Hietanen, in einer Mitteilung. «Wir sammeln derzeit so viele Länder wie möglich für eine gemeinsame Front, um der IIHF zu signalisieren, dass keiner von uns unter diesen Umständen gegen Russland spielen wird.»

Wie findest du die Rückkehr russischer Teams an die Eishockey-WM?

Was passiert mit der WM 2027 in Deutschland?

In der vergangenen Woche hatte der Internationale Sportgerichtshof Cas den Russen den Weg zur Rückkehr auf die grosse Eishockey-Bühne geebnet.

Das Schiedsgericht gab einer Berufung des russischen Eishockey-Verbandes gegen den Weltverband IIHF statt. Es hob dabei dessen Entscheidung, russische Teams auch in der Saison 2026/2027 nicht zuzulassen, mit sofortiger Wirkung auf. Damit wären die Russen bei der Weltmeisterschaft im Mai 2027 in Deutschland spielberechtigt.

Finnland droht mit dem WM-Boykott – wegen Russland.

Finnland droht mit dem WM-Boykott – wegen Russland.IMAGO/Sports Press Photo

Seit Ende Februar 2022 war Russland aufgrund des Angriffskrieges gegen die Ukraine vom Weltverband von allen internationalen Turnieren und Weltmeisterschaften ausgeschlossen. Wenige Tage vor Kriegsbeginn unterlag Russlands Auswahl im Olympia-Final in Peking 1:2 gegen Finnland.

DEB und Bundesregierung sehen Cas-Urteil «kritisch»

Der Deutsche Eishockey-Bund prüft derzeit, ob er wie eigentlich geplant im nächsten Jahr die WM der Männer ausrichten kann. «Ich möchte keine Schwarzmalerei betreiben. Ich möchte auch nicht die Weltmeisterschaft infrage stellen. Aber natürlich müssen wir uns als DEB auch mit der Option befassen, dass wir diese Weltmeisterschaft zurückgeben», sagte der DEB-Vorstandsvorsitzende Frank Lutz am Wochenende bei Magentasport zu den möglichen Folgen des überraschenden Cas-Urteils.

Auch die deutsche Bundesregierung sieht die Cas-Entscheidung «sehr kritisch», teilte ein Regierungssprecher auf Anfrage mit. «Über mögliche Folgen des Urteils, auch auf die Eishockey-WM 2027 in Deutschland, wird sich die Bundesregierung zeitnah mit dem Deutschen Eishockey-Bund austauschen.»

Die Boykottbewegung gewinnt derweil auch unter Sponsoren an Boden. Der schwedische Konzern AJ Products, seit 1989 Partner der Weltmeisterschaft, hat beschlossen, sein Logo von der Ausgabe 2027 zurückzuziehen, falls Russland in Deutschland spielt.

«Das ist eine sehr bedauerliche Entscheidung, aber wir sind uns alle einig, dass sie richtig ist», sagte CEO Enock Johansson. Auch der tschechische Wettanbieter Tipsport ist betroffen. Er nannte die CAS-Entscheidung «empörend» und kündigte an, während der WM-Spiele mit russischer Beteiligung keine Werbung mehr zu schalten, was auf mögliche weitere Schritte hindeutet.

Das sagt Swiss Ice Hockey

Swiss Ice Hockey habe den Entscheid des Internationalen Sportgerichtshofs CAS zur Wiederzulassung russischer Nationalteams zu den internationalen Wettbewerben zur Kenntnis genommen, teilt derweil der Schweizer Eishockey-Verband auf Anfrage von 20 Minuten mit.

«Swiss Ice Hockey hat den Entscheid des Internationalen Sportgerichtshofs CAS zur Wiederzulassung russischer Nationalteams zu den internationalen Wettbewerben zur Kenntnis genommen»

Und weiter: «Die weiteren Schritte zur Umsetzung des Urteils liegen nun in der Zuständigkeit des Internationalen Eishockeyverbands IIHF. Als einer von 16 teilnehmenden Verbänden an der Weltmeisterschaft wird Swiss Ice Hockey die weiteren Entwicklungen aufmerksam verfolgen und die Entscheidungen der IIHF abwarten.»

Beschäftigt dich oder jemanden, den du kennst, der Krieg in der Ukraine?

Hier findest du Hilfe für dich und andere:

Beratungsangebot (Deutsch, Ukrainisch, Russisch), von Pro Juventute

Pro Juventute, Beratung für Kinder und Jugendliche, Tel. 147

Anmeldung und Infos für Gastfamilien:

Nils Hänggi

Nils Hänggi (nih) ist seit 2019 bei 20 Minuten. Er ist Sportredaktor und Teil des Social Responsibility Boards. Er schreibt oft übers Thema Fussball.

Robin Carrel

Robin Carrel (rca) ist Journalist und Leiter der Sportredaktion bei 20 minutes, wo er seit 2011 tätig ist. Er arbeitet ausserdem für lematin.ch.

View the original on 20 Minuten →

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