RTL-CEO gibt gescheitertes TV-Comeback von Raab zu

- RTL hat beim Comeback von Stefan Raab nach eigenen Angaben zu viel ausprobiert und damit Quoten-Flops provoziert.
- CEO Stephan Schmittler gibt zu, dass der Sender 2024 zu schnell mit einer aufwendigen Live-Show gestartet sei.
- Formate wie «Du gewinnst hier nicht die Million» wurden nach 30 Folgen wegen schlechter Quoten eingestellt.
Als einer der grössten deutschen Entertainer verabschiedete sich Stefan Raab (59) im Dezember 2015 aus dem deutschen Fernsehen. Nach zehn Jahren Funkstille feierte er bei RTL mit einem Millionenvertrag, statt beim früheren Stammsender «ProSieben», sein Comeback. Mit zahlreichen Formaten war der 59-Jährige wieder auf dem Bildschirm zu sehen. Für die neuen Sendungen erntete er jedoch keine Lorbeeren, die Quoten beim Sender sehen schlecht aus. Für das umfangreiche Raab-Programm steckt RTL nun viel Kritik ein.
Zwei Jahre später gesteht CEO Stephan Schmittler (52) auch einige Fehler ein: «Wir sind ja damals, als wir den Vertrag dann unterschrieben haben, sehr schnell gestartet», sagte er im Gespräch mit «Der Standard». Auch ein uralter Fehler im Fernsehen soll ihnen unterlaufen sein: «Wir sind sofort reingegangen in eine 90-minütige Liveshow jeden Mittwochabend, die auch noch zweigeteilt war. Hybride Sendungen haben noch nie funktioniert.»
Raab hat RTL-Vertrag bis 2029
Mehrere Sendungen mussten seither eingestellt oder runtergefahren werden. Nach 30 Folgen wurde «Du gewinnst hier nicht die Million» aufgrund schlechter Quoten beendet. Auch andere Formate wie «Die Unzerquizbaren» fielen beim Publikum durch. Der RTL-CEO gestand: «Wir haben zu viel ausprobiert, die Erwartungshaltung hochgedreht und dann haben sich natürlich alle draufgestürzt. Dann kriegst du halt links und rechts ein paar Watschen.»
Man habe daraus gelernt und konzentriere sich jetzt auf das Vertraute. «Du musst solche Menschen, die eine ganze Epoche des Fernsehens geprägt haben, am Ende in die Situation bringen, die die Zuschauer auch erwarten», so Stephan Schmittler. Sie wollen Raab «im Wok den Eiskanal runtersegeln sehen oder fallen sehen, wie bei der ‹Jetski-WM› zuletzt», wisse der Sender rückblickend. «Dann sagen Leute: ‹Jawohl, das ist der Raab, den ich gerne mag!›» Der RTL-Chef merkte an: «Wenn du die Leute aber in andere Situationen bringst, nach dem Motto ‹Wir brauchen neue Sachen›, dann scheiterst du. Da haben wir jetzt viel gelernt.»
Der «Exklusivvertrag» zwischen Raab und RTL läuft mit einem zugesicherten Produktionsvolumen von rund 84 Millionen Franken bis Herbst 2029 weiter.
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Stella Regenscheit (str), arbeitet seit 2026 für 20 Minuten. Sie ist Praktikantin im People-Ressort.
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