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Tuesday, October 20, 2026

«Lügnerin!»: Mutter rechnet im Wahlkampf mit Tochter ab

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  • Donna Arthur nennt ihre Tochter, die Ohio-Gouverneurskandidatin Amy Acton, in einem Video eine «Lügnerin».
  • Die Demokratin soll ihre Kindheit ausgeschmückt haben, etwa das Leben auf einem Campingplatz.
  • Actons Bruder sagt, sie sei mit zwölf vom Ehemann der Mutter missbraucht worden, und attackiert Vivek Ramaswamy.
  • Ob dessen Kampagne das Video finanziert oder organisiert hat, ist unklar.

Der Wahlkampf um das Amt des Gouverneurs im US-Bundesstaat Ohio wird mit zunehmend harten Bandagen gekämpft. Nun sorgt ein neues Video für heftige Kritik, wie die «New York Post» berichtet. Darin greift Donna Arthur ihre Tochter Amy Acton scharf an. Die demokratische Kandidatin soll laut ihrer Mutter über ihre Vergangenheit gelogen haben. Actons Umfeld weist die Vorwürfe entschieden zurück und erhebt im Gegenzug schwere Anschuldigungen gegen den republikanischen Kandidaten Vivek Ramaswamy.

In dem online verbreiteten Clip sagt Arthur, sie liebe ihre Tochter, sehe bei ihr aber ein «ernstes Problem». Acton sei eine «Lügnerin» und habe ihre Kindheit ausgeschmückt. Konkret bestreitet Arthur unter anderem, dass ihre Tochter in einem Zelt beziehungsweise auf einem Campingplatz aufgewachsen sei. Sie fordert die Wählerinnen und Wähler auf, Acton nicht zur Gouverneurin zu wählen.

Die Reaktion aus dem Lager der Demokratin folgte umgehend. Actons Bruder erklärte in einer von der Kampagne veröffentlichten Stellungnahme, die Anzeige bringe eine besonders schmerzhafte Familiengeschichte in den Wahlkampf. Amy Acton sei im Alter von zwölf Jahren vom Ehemann ihrer leiblichen Mutter sexuell missbraucht worden, sagt die Familie. Ihre Mutter habe nach dessen Festnahme weiterhin mit dem Mann zusammengelebt und sei bis zu dessen Tod mit ihm verheiratet geblieben.

Der Bruder wirft Ramaswamy vor, Actons Trauma für politische Zwecke auszunutzen. Der republikanische Bewerber habe damit einen «verabscheuungswürdigen Tiefpunkt» erreicht, heisst es. Ob Ramaswamys Kampagne das Video finanziert oder organisiert hat, war zunächst allerdings nicht geklärt. Seine Kampagne reagierte vorerst nicht auf entsprechende Fragen.

Mutter präsentiert andere Version der Geschichte

Die Mutter stellt die Geschichte anders dar. Sie behauptet, Actons leiblicher Vater Jerry Stearns habe sie missbraucht, als sie mit Amy schwanger gewesen sei. Die Missbrauchsvorwürfe gegen den Stiefvater Bud seien ihrer Darstellung nach Teil eines Sorgerechtsstreits gewesen.

Wie bewertest du, wenn im Wahlkampf private Familiengeschichten gegeneinander ausgespielt werden?

Acton sprach in der Vergangenheit mehrfach öffentlich über eine schwierige Kindheit. Sie erzählte, nach Problemen im Elternhaus zeitweise auf einem Campingplatz gelebt zu haben. Gegen ihren Stiefvater seien wegen des mutmasslichen Missbrauchs Strafanzeigen eingereicht worden, erklärte sie. Ihr Bruder stützt diese Darstellung.

Acton liegt knapp vor republikanischem Kandidaten

Politisch kommt der Streit zu einem brisanten Zeitpunkt. Acton, frühere Gesundheitsdirektorin von Ohio, liegt laut Schätzungen knapp vor Ramaswamy. Das ist bemerkenswert, denn Ohio gilt seit Jahren als klar republikanisch und stimmte bei den Präsidentschaftswahlen 2020 und 2024 deutlich für Donald Trump.

Der republikanische Kandidat Vivek Ramaswamy liegt gemäss aktuellen Schätzungen knapp hinter der demokratischen Kandidatin Amy Acton.

Der republikanische Kandidat Vivek Ramaswamy liegt gemäss aktuellen Schätzungen knapp hinter der demokratischen Kandidatin Amy Acton.IMAGO/ZUMA Press

Der Wahlkampf zwischen der Demokratin und dem Tech-Unternehmer Ramaswamy ist schon länger von harten, teilweise persönlichen Angriffen geprägt. Verbündete des Republikaners stellten Actons Stabilität infrage und deuteten ein Alkoholproblem an. Acton wiederum bezeichnete ihren Gegner als «Serienlügner» und «Betrüger» und lehnt eine Debatte mit ihm ab. Nun ist die Auseinandersetzung endgültig im intimsten Bereich der beiden Familien angekommen.

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Reto Bollmann

Reto Bollmann (bre), Jahrgang 1991, verstärkt seit Ende 2021 als Redaktor den Newsdesk von 20 Minuten. Eine Vorliebe hat er für politische, wissenschaftliche und geschichtliche Themen.

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