Underground-Partys: Die Polizei muss alle zwei Wochen ran

Darum gehts
- Illegale Partys haben in Zürich seit der Coronapandemie zugenommen, so die Zürcher Polizei.
- 2026 kam es deswegen bereits mehrfach zu Einsätzen, zuletzt beim Hardplatz. Dort wurden in der Nacht auf Sonntag Polizisten mit Feuerwerksraketen und Pflastersteinen angegriffen.
- Ein Polizist wurde verletzt, mehrere Einsatzfahrzeuge erlitten Totalschaden. Die Ermittlungen laufen.
«Illegale Partys haben nach der Corona-Pandemie grundsätzlich zugenommen», sagt Polizeisprecherin Judith Hödl zu 20 Minuten. 2022 waren der Stadtpolizei rund 30 solcher Veranstaltungen bekannt. 2023 und 2024 ging die Zahl zurück, ehe sie 2025 erneut auf rund 30 stieg – also mehr als eine alle zwei Wochen. Im laufenden Jahr bewege sich die Zahl bislang «in einem ähnlichen Rahmen wie im letzten Jahr».
Detailliertere Zahlen kann die Polizei nicht liefern. So lässt sich nicht aufschlüsseln, wie viele dieser Partys gewalttätig endeten oder in welchen Quartieren die Feste gefeiert wurden.
Mehrere Einsätze innert weniger Monate
2026 kam es bereits mehrfach zu grösseren Polizeieinsätzen. Im April wurde eine illegale Party im Bereich Nordstrasse/Rosengartenstrasse aufgelöst. Einsatzkräfte wurden dabei mit Flaschen und Steinen angegriffen. Im Mai eskalierte eine weitere Veranstaltung auf der Kasernenwiese. Auch dort wurden Beamte attackiert, ein Polizist wurde leicht verletzt.
Am vergangenen Wochenende folgte der Einsatz beim Hardplatz. Mehr als 100 Personen hielten sich zeitweise dort auf. Als die Stadtpolizei die Party auflösen wollte, wurde sie unter anderem mit Feuerwerksraketen und Pflastersteinen angegriffen. Ein Polizist wurde verletzt, mehrere Einsatzfahrzeuge wurden massiv beschädigt.
Polizei tolerierte Party zunächst
Die Stadtpolizei wusste nach eigenen Angaben im Vorfeld nichts von der Veranstaltung am Hardplatz. Als die ersten Meldungen eingingen, entschied sie sich zunächst gegen eine Auflösung. «Grundsätzlich muss jeder Anlass einzeln betrachtet und entschieden werden», sagt Sprecherin Hödl. Zu Beginn habe es «nicht zuletzt aufgrund der Verhältnismässigkeit» keinen Grund gegeben, die Party mit polizeilichen Mitteln zu beenden.
Das änderte sich, als Meldungen über Sachbeschädigungen, Pöbeleien und Pyrotechnik eingingen. Erst daraufhin griff die Polizei ein. Bei solchen Veranstaltungen spiele auch die kurzfristige Mobilisierung eine Rolle, sagt die Stadtpolizei. Weitere Angaben dazu macht sie nicht.
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Polizei wertet Videos aus
Wer hinter den Angriffen am Hardplatz steckt, ist weiterhin Gegenstand der Ermittlungen. Die Stadtpolizei sichtet derzeit zahlreiche Videoaufnahmen.
Auch das Forensische Institut war vor Ort und sicherte Spuren, die nun ausgewertet werden. Ob und wie viele Personen für die Ausschreitungen zur Verantwortung gezogen werden können, ist derzeit noch offen.
Ammar Jusufi (amj), Jahrgang 2001, arbeitet seit November 2024 für 20 Minuten. Nach seinem Praktikum im Ressort Ostschweiz ist er nun Redakteur im Ressort People.
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