Nach der US-Leitzins-Erhöhung – Schmerzhafte Folgen vor allem für die USA

Nach der US-Leitzins-Erhöhung Schmerzhafte Folgen vor allem für die USA
US-Kredite werden teurer, auch für den Staat. Für die Schweiz wiederum geht es um die weltweite Finanzstabilität.
US-Präsident Donald Trump hat verärgert auf die am Mittwoch von der US-Notenbank Fed angekündigte Leitzins-Erhöhung reagiert. Auf seinem sozialen Netzwerk Truth Social verlangt er, dass der Leitzins möglichst schnell wieder sinkt.
Darauf muss Trump womöglich noch länger warten. SRF-Wirtschaftsredaktor Manuel Rentsch jedenfalls spricht von einer «Trendwende» bei der Fed. Er geht davon aus, dass die US-Notenbank die Zinsen in drei Monaten ein weiteres Mal anheben wird, um die vergleichsweise hohe Inflation in den USA in den Griff zu bekommen.
Höhere Zinsen für Kredite in den USA
«Die Kredite in den USA werden mit der Leitzins-Erhöhung teurer. Das ist sicher schmerzhaft», sagt Rentsch weiter. Betroffen sind sowohl die US-Bevölkerung als auch die US-Wirtschaft, aber auch der Staat.
Die USA schieben einen Schuldenberg von 40 Billionen Dollar (40'000 Milliarden) vor sich her. Abgesehen vom Leitzins steigen derzeit auch die langfristigen Zinsen am Kapitalmarkt, die Renditen der Staatsanleihen. Das heisst, die Belastung für Washington wird immer grösser.
Und: Schon jetzt kosten diese Zinsen den US-Staatshaushalt jährlich rund eine Billion Dollar – mehr als die derzeitigen US-Ausgaben für Krieg und Verteidigung.
Schlecht für die regierenden Republikaner
Die neuste Zinsentwicklung sei vor den anstehenden Midterm-Wahlen am 3. November vor allem für Präsident Trump und die regierenden Republikaner sicher nicht willkommen, so der SRF-Wirtschaftsredaktor weiter.
Dollar auf Jahres-Höchststand
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Die Zinserhöhung in den USA hat Auswirkungen bis in die Schweiz. So hat die US-Währung im Vergleich zum Franken nach dem Zinsentscheid leicht zugelegt. Am Donnerstagmorgen kostete der Dollar etwas mehr als 82 Rappen – im Vergleich zu 79 Rappen vor einem Monat. Damit ist der Dollar auf den höchsten Stand im laufenden Jahr gestiegen.
Dabei habe sich die Fed die Entscheidung sicher nicht leicht gemacht. Immerhin: «Notenbankchef Kevin Walsh betonte, dass die US-Wirtschaft in einer guten Verfassung sei. Die Zahlen zum Arbeitsmarkt seien robust. Deshalb könne man die Zinsen erhöhen, um die Inflation zu bekämpfen», so Rentsch.
Weiterhin 0 Prozent Leitzins in der Schweiz
In der Schweiz sind die Zinsen nach wie vor sehr tief: Der Leitzins der Schweizerischen Nationalbank liegt bei 0 Prozent. Und zehnjährige Bundesanleihen rentieren aktuell bei 0.6 Prozent. Zum Vergleich: Für zehnjährige Staatsanleihen müssen die USA derzeit rund 5 Prozent Zins bezahlen.
«Aus Schweizer Sicht ist es wichtig, dass die USA ihre Inflation im Griff haben – und auch die Problematik ihrer hohen Staatsschulden. Denn gerade letzteres ist wichtig für die weltweite Stabilität des Finanzsystems», betont Rentsch.
Es werde deshalb interessant sein, die weitere Entwicklung betreffend Schulden und Zinsen in den USA zu beobachten.
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