Wie US-Winzer unter Trump leiden

Export nach Kanada bricht ein
Wie US-Winzer unter Trump leiden
Trump macht den US-Winzern das Geschäft kaputt. Neben sinkender Nachfrage und strukturellen Problemen belastet der Handelsstreit mit Kanada das Business massiv.
Publiziert: vor 22 Minuten
- Höhere Kosten und sinkender Absatz im US-Weinbusiness wegen Trumps Handelsstreitereien
- Renommierte Winzer in Kalifornien drosseln die Produktion oder verkaufen ihre Betriebe
- Kanadische Winzer können hingegen ihren Absatz steigern
Ursula GeigerRedaktorin Wein
Die Handelspolitik von Präsident Trump beschädigt die US-Weinindustrie. Bereits im vergangenen Jahr klagten die Winzer über gestiegene Kosten für Korken, Barrique und Kelterequipment wegen der Zölle für Produkte aus der EU.
Nun spitzt sich Lage wegend des Handelsstreits mit Kanada zu. Produzenten berichten auf Plattformen wie The Drinks Business und Vinetur über den kompletten Wegbruch der Exporte nach Kanada – und nicht nur das.
Weniger Touristen im Napa Valley
Die Weingüter im Napa Valley verzeichneten in den letzten zwei Jahren einen massiven Rückgang an Gästen aus dem Ausland. Deren Anteil sei von 20 auf acht Prozent gesunken, sagte Linsey Gallagher, Präsidentin von Visit Napa Valley, gegenüber der Presseagentur AFP.
Die Produzenten hätten daraufhin ihre Marketingmassnahmen auf dem heimischen Markt verstärkt und konnten den Besucherrückgang so auffangen, doch eine vollständige Erholung hänge von der Rückkehr des internationalen Geschäfts ab, so Gallagher.
Miserables Exportgeschäft
Und das läuft miserabel. 2025 gingen die US-Weinexporte nach Kanada gemessen am Vorjahr um 78 Prozent zurück. Wurden 2024 Weine im Wert von 460 Millionen US-Dollar in das Nachbarland exportiert, waren es 2025 noch 103 Millionen. Die Zahlen wurden vom The Wine Insitute erhoben, das die kalifornischen Winzer repräsentiert.
Diesem Druck halten nicht alle Stand. 36 Jahre nach der Gründung stehen Keltergebäude und rund 1400 Hektar Rebfläche der McManis Family in Kalifornien für 78 Millionen Dollar zum Verkauf.
Die Weinkellerei kann 50'000 Tonnen Trauben pro Jahr verarbeiten und 36 Millionen Flaschen Wein abfüllen. Doch die Weinverkäufe des Unternehmens sind seit vergangenem Sommer drastisch zurückgegangen.
Das liegt auch am rückläufigen Konsum in den USA selbst und einer schrumpfenden Nachfrage nach Weinen im unteren Preissegment. Doch 40 Prozent des Exportvolumens des Unternehmens gingen nach Kanada. Im September lag der Wert bei fünf Prozent.
Kanadas Winzer profitieren
Hart trifft es auch kleinere Weingüter, wie Echolands Winery im Walla Walla Valley in Washington State. 2018 wurde der Betrieb gegründet, 2024 der Kellereineubau eingeweiht. Nun habe er quasi über Nacht sein Exportgeschäft mit Kanada verloren, sagt CEO Doug Frost gegenüber The Drinks Business. Der Master of Wine und Mastersommelier schätzt, dass es «eine Generation dauern wird, den entstandenen Schaden wiedergutzumachen».
Während in den USA Weinproduzenten aufgeben, verzeichnen kanadische Winzer einen Aufschwung sondergleichen: In Ontario werden 60 Prozent mehr Weine aus heimischer Produktion verkauft – dank Trumps «Lake America»-Entgleisung und der darauffolgenden Eskalation des Streits mit Kanada.
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