Ausfuhren sinken erneut: Deutsche Exporte erleiden überraschenden Rückschlag

Ausfuhren sinken erneutDeutsche Exporte erleiden überraschenden Rückschlag
08.10.2026, 09:46 Uhr

Der Anstieg bei den deutschen Exporten findet bereit im Juli ein Ende. Doch auch der vergangene Monat verläuft schlechter als erwartet. Dafür gibt es vor allem einen Grund.
Die deutschen Exporte sind im August überraschend den zweiten Monat in Folge gefallen. Sie gaben um 0,8 Prozent im Vergleich zum Vormonat auf 137,6 Milliarden Euro nach, wie das Statistische Bundesamt mitteilte. Ökonomen hatten dagegen mit einem Wachstum von 0,6 Prozent gerechnet. Schon im Juli waren die Ausfuhren um 0,5 Prozent zurückgegangen, womit eine Serie von fünf Anstiegen in Folge endete.
Der erneute Rückschlag geht vor allem auf die geringere Nachfrage aus den Mitgliedstaaten der Europäischen Union (EU) und den USA zurück. Die Exporte in die EU fielen um 0,6 Prozent auf 77,5 Milliarden Euro. Die meisten Ausfuhren in ein einzelnes Land gingen erneut in die USA, obwohl diese um 6,3 Prozent auf 13,5 Milliarden Euro einbrachen. Das deutsche China-Geschäft wuchs dagegen um 4,7 Prozent auf 5,9 Milliarden Euro.
"Die Exporte waren im laufenden Jahr eine der zentralen Wachstumsstützen für die deutsche Wirtschaft, gerade deshalb gilt ihnen das besondere Augenmerk. Im dritten Quartal ist nun exakt das Gegenteil vom bisherigen Jahresverlauf der Fall: Die Ausfuhren enttäuschen. Bereits im Juli stand ein Exportminus zu Buche", sagte der Chefvolkswirt der VP Bank, Thomas Gitzel. "Nach den verkorksten Juli-Daten ist das Zahlenwerk aus dem verarbeitenden Gewerbe auch im August durchwachsen. Das BIP-Wachstum wird im dritten Quartal nicht an die Vorgaben der zwei vorangegangenen Quartale anknüpfen können. Es wird wohl lediglich zu einem kleinen Wachstum reichen. Entscheidend wird sein, wie sich die Auftragseingänge in den kommenden Monaten entwickeln werden. Denn davon hängt auch die weitere Exportentwicklung ab."
Die deutschen Importe legten im August im Gegensatz zu den Exporten zu. Sie kletterten um 0,9 Prozent zum Vormonat auf 118,1 Milliarden Euro. Die deutsche Handelsbilanz - Exporte minus Importe - wies ein Plus von 19,5 Milliarden Euro auf.
Die deutschen Exporteure haben ihre Wachstumsprognose in dieser Woche angehoben, da die Ausfuhren trotz der schwachen Sommermonate in den ersten acht Monaten des Jahres um 4,4 Prozent auf 1092,7 Milliarden Euro zulegten. Die Ausfuhren dürften 2026 um 1,0 Prozent steigen, sagte der Bundesverband Großhandel, Außenhandel, Dienstleistungen (BGA) voraus. Bislang wurde nur mit einem Plus von 0,6 Prozent gerechnet. Die Importe sollen wie bislang erwartet 2026 um drei Prozent wachsen. "Der deutsche Außenhandel stabilisiert sich, aber von einer Trendwende sind wir noch weit entfernt", sagte BGA-Präsident Dirk Jandura. Ein Teil des bisherigen Anstiegs sei auf höhere Preise zurückzuführen.
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