Vergiss das Duckface – jetzt kommen die Hände auf die Brüste

Auf roten Teppichen und Instagram-Fotos taucht derzeit immer wieder dieselbe Pose auf: Eine oder beide Hände liegen locker auf der Brust. Mal berühren die Finger nur das Dekolleté, mal wird aus der dezenten Geste ein ziemlich offensichtlicher Griff an die eigene Brust. Der Trend trägt entsprechend den Namen Boob Rest.
Besonders eng wird die Pose mit Kylie Jenner verbunden. Bei der «Marty Supreme»-Premiere im Dezember 2025 legte sie beim Fototermin in ihrem orangefarbenen Outfit beide Hände auf ihre Brust. Aber auch Stars wie Selena Gomez, Dua Lipa, Hailey Bieber, Millie Bobby Brown oder Olivia Rodrigo setzen auf Social Media auf die Pose.
Wie stehst du zur Boob Rest-Pose auf Fotos?
Warum landet die Hand ausgerechnet dort?
Für Fotografin und Content Creator Lizzie Kloehn steckt hinter dem Trend ein ziemlich banales Problem, das du sicher selbst kennst: Was macht man eigentlich mit seinen Händen, sobald eine Kamera auftaucht?
«Die Pose ist so beliebt geworden, weil sie sich sehr natürlich und nicht unangenehm anfühlt und einfach einzunehmen ist, wenn plötzlich eine Kamera auf dich gerichtet wird», sagt die Fotografin gegenüber der «Huffpost». Für sie funktioniere der Griff ähnlich wie die klassische Hand an der Hüfte oder ein Peace-Zeichen.
Je nachdem, wo die Finger liegen, verändert sich die Wirkung. Eine Hand nahe am Schlüsselbein könne etwa Schmuck, Nägel oder den Ausschnitt hervorheben. Liege sie weiter unten oder greife die Brust, wirke die Pose deutlich freizügiger.
Nicht alle kaufen diese Erklärung. Hochzeitsfotografin Mariela Campbell aus Südkalifornien beobachtet die Pose inzwischen häufig und glaubt, dass es dabei meist sehr wohl ums Dekolleté geht. «Wenn die Hand direkt auf die Brust wandert, geht es meiner Einschätzung nach selten um Schmuck oder Maniküre», sagt sie gegenüber der «Huffpost».
Der «Boob Rest» landet sogar auf Hochzeitsfotos
Spätestens bei Hochzeiten wird aus dem Social-Media-Trend auch eine Geschmacksfrage. Auf Threads warnte eine Userin kürzlich davor, die Pose auf jedem Hochzeitsfoto zu machen: Eine Braut könnte sich Jahre später darüber ärgern. Campbell lässt ihre Kundinnen während des offiziellen Shootings deshalb nicht in der Pose fotografieren. Bei den ausgelasseneren Bildern später am Tag dürfen sie hingegen selbst entscheiden.
Die Fotografin Kim Marquez aus Colorado sieht das entspannter. Sie schlägt die Pose zwar nicht selbst vor, würde einer Braut aber auch nicht davon abraten, wenn sie sich damit wohlfühlt. Bei der Vielzahl an Bildern, die an einer Hochzeit entstehen, könne auch dafür Platz sein.
Jede Generation hat ihre Foto-Pose
So neu die Hand auf der Brust wirkt, das Prinzip dahinter ist alt. In den 1990er- und 2000er-Jahren gehörten laut Campbell etwa Hände an der Hüfte (Teapot-Pose) zum Standardrepertoire. Und auch das Duckface war viele Jahre extrem beliebt.
Auch die Gen Z hat bereits mehrere typische Foto-Gesten hervorgebracht, darunter den Shmile, ein Lächeln mit geschlossenen Augen, und den Gen Z Pout (Schnabeltierlippen) mit ausdruckslosem Blick und vorgeschobener Lippe.
Laura Zygmunt (lmz) arbeitet seit 2022 für 20 Minuten. Sie ist Redaktorin im Ressort Lifestyle und schreibt über die Welt des Reisens.
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