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Thursday, October 1, 2026

– Zum Tode Verurteilte lebt nach zwei Giftspritzen noch

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  • Gerichtliches Tauziehen und Komplikationen bei der Vollstreckung haben die erste Hinrichtung einer Frau seit mehr als 200 Jahren im US-Bundesstaat Tennessee begleitet.
  • Die wegen Mordes verurteilte Christa Pike lebte laut Darstellung ihrer Verteidiger auch noch nach der Verabreichung zweier Giftspritzen.
  • Die zum Tode Verurteilte befindet sich in einem Spital.

«Um 20.26 Uhr berichteten Zeugen der Hinrichtung, dass die Vollstrecker beide Spritzen mit den tödlichen Chemikalien injiziert hätten und Pike noch am Leben sei und schnarche», heisst es in einem Gerichtsdokument. Auch nach Angaben des Richters Kyle Hixson habe der Staat die 50-Jährige zunächst nicht für tot erklärt. Die Justizvollzugsbehörde habe die medizinische Notfallversorgung und ihren Transport in ein Spital angeordnet.

Person mit langen roten Haaren in roter Kleidung in einem Raum, von anderen Personen umgeben.
Legende: Pike betritt im Dezember 2007 einen Gerichtssaal in Knoxville/Tennessee. Reuters/J. Miles Cary/Archiv

Pike war 1996 für den Mord an einer damals 19-jährigen Bekannten zum Tode verurteilt worden. Sie selbst war zum Tatzeitpunkt 18 Jahre alt. 1995 hatten drei Teenager das Opfer nahe der University of Tennessee in Knoxville gefoltert und getötet.

Erste Hinrichtung einer Frau seit 200 Jahren

Pike war nach Angaben der offiziellen Webseite der Regierung von Tennessee die einzige Frau, die derzeit im Todestrakt des Bundesstaates eine Strafe verbüsste. Laut der Forschungseinrichtung Cornell Center on the Death Penalty Worldwide ist sie auch die erste Frau seit 1819, die in Tennessee überhaupt hingerichtet werden sollte.

Der Vollstreckung am Mittwochabend (Ortszeit) war ein juristisches Tauziehen vorausgegangen. Zunächst war die Hinrichtung per Giftspritze kurz vor dem Vollzug gestoppt worden. Dann gab der Supreme Court, das oberste US-Gericht, einem Eilantrag der zuständigen Behörde des Bundesstaates statt und setzte damit den von einer unteren Instanz verhängten Vollstreckungsstopp ausser Kraft.

Kritik von Richterinnen am Entscheid

Die drei liberalen Richterinnen am Supreme Court hatten die Mehrheitsentscheidung des Gerichts kritisiert. In ihrer abweichenden Meinung argumentierte Sonia Sotomayor, die Entscheidung ebne dem Bundesstaat den Weg, Pike hinzurichten, bevor die Zweifel an der Rechtmässigkeit des vorherigen Verfahrens ordnungsgemäss geprüft werden könnten. Sotomayor bezeichnete das Vorgehen als «aussergewöhnlich».

Würdigung von Pikes Traumata vor Gericht fehlen

Die zum Tode verurteilte Pike habe Zweifel an der Rechtmässigkeit des vorigen Verfahrens dargelegt, die nun geprüft werden müssten, hatte ein Berufungsgericht am Mittwoch noch entschieden. Zentraler Punkt dabei war die gerichtliche Würdigung von Traumata, die Pike eigenen Angaben zufolge als Kind erlitten habe.

Hinrichtungen von Frauen sind in den USA äusserst selten. Seit der Wiederzulassung der Todesstrafe im Jahr 1976 wurden landesweit 1683 Menschen hingerichtet, darunter 18 Frauen. Zuletzt hatte Tennessee im Mai die geplante Hinrichtung eines Mannes abgebrochen, weil keine geeignete Vene für die Giftspritze gefunden werden konnte.

Die Verurteilte machte vor Gericht geltend, der Bundesstaat Tennessee habe sie als Lügnerin abgetan und ihre Angaben zu erlittenem Missbrauch für fabriziert gehalten.

Eilantrag erfolgreich

In seinem Eilantrag an das Oberste US-Gericht warf der Staat Tennessee der Verteidigung Pikes unter anderem eine bewusste Verzögerungstaktik in letzter Minute vor, um die Vollstreckung zu verhindern. Zudem sahen die Kläger geringe Erfolgsaussichten für die Verurteilte: Die Grausamkeit und Schwere des Mordes wogen rechtlich so schwer, dass selbst das vor Gericht geltend gemachte Kindheitstrauma die Todesstrafe nicht verhindert hätte.

Pike hingegen argumentierte in einer Antwort vor dem Supreme Court, dass dem Bundesstaat kein irreparabler Schaden entstehe, wenn der Eilantrag abgelehnt werde. Sollte ihm dagegen stattgegeben werden, würde Pike ihr Leben verlieren.

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