Das musst du zu den Krawallprotesten wissen

Hast du einen Wochendtrip nach Paris oder Mailand geplant?
Das musst du zu den Krawallprotesten wissen
Eine Protestwelle hält Frankreich in Atem, es kommt immer wieder zu Krawallen. Auch in Italien kam es an Demos zu Gewalt. Fürs Wochenende sind weitere Demonstrationen angekündigt. Was heisst das nun für Touristen? Blick ordnet ein.
Publiziert: vor 14 Minuten
- Für das kommende Wochenende erneut Massendemonstrationen in Paris, Mailand und weiteren Städten angekündigt
- Schweizer Reiseveranstalter melden kaum verunsicherte Kunden, betroffene Personen oder Stornierungen
- Eine kostenlose Annullierung ist bei blosser Verunsicherung nicht möglich, so die Experten
Bernadette HoggRedaktorin Wirtschaft
Vergangenen Samstag eskalierte die Situation in Paris, Marseille, Lyon und zahlreichen anderen französischen Städten. Es kam zu schlimmen Szenen: Vermummte liefern sich Strassenschlachten mit der Polizei, sie plündern Geschäfte. Die Bilder des brennenden Rathauses von Limoges gehen um die Welt. Auf Social Media kursieren Videos von verängstigten Touristen, die mit ihren Rollkoffern an vermummten Jugendlichen vorbeimanövrieren. Auch in Italien flammen Proteste auf: Am Samstagnachmittag prügeln sich Randalierer in Mailand mit der Polizei.
Für diesen Samstag sind erneut Massendemonstrationen angesagt. Paris und Mailand sind bei Schweizern für Wochenendtrips beliebt. Die Metropolen sind mit dem Zug leicht zu erreichen. Doch die Bilder der brennenden Barrikaden verunsichern. Kann man noch bedenkenlos hinreisen und ein entspanntes Weekend mit dem Liebsten oder der Familie verbringen?
Wie stufen Experten die Situation in Frankreich und Italien ein?
Die Reisehinweise des Eidgenössischen Departements für auswärtige Angelegenheiten (EDA) zu Frankreich haben es schon einmal in sich. «Mit Demonstrationen muss im ganzen Land, insbesondere in den Grossstädten, gerechnet werden», betont das EDA. Und warnt explizit vor «Zusammenstössen zwischen Demonstrierenden und den Sicherheitskräften, Sachbeschädigungen, Brandstiftungen und Strassenblockaden».
Auch für Italien rät das EDA, Demonstrationen jeder Art zu meiden und die Anweisungen der lokalen Behörden, zum Beispiel Ausgangssperren, zu befolgen.
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«Die jüngsten Ausschreitungen in Frankreich sind ernst zu nehmen», sagt Elisha Nicolas Schuetz-Vera vom Schweizer Reise-Verband (SRV) zu Blick. Auch Frederic Meyer, Schweiz-Direktor der staatlichen Agentur für Tourismusentwicklung Atout France, stimmt zu. Es sei schwierig, abzuschätzen, ob am Rand der Demos dieses Wochenende die Lage noch weiter eskalieren könnte. «Deswegen ist es ratsam, vorsichtig zu bleiben», so der Frankreich-Kenner. Es sei auch eine Frage des gesunden Menschenverstands. Das Fazit der Experten: Von Trips nach Frankreich rät generell niemand ab, man soll einfach Vorsicht walten lassen.
Auch in Italien – etwa in Mailand, Turin und Bologna – ist es zu Krawallen gekommen. Die Lage weise Parallelen zu Frankreich auf, so Jana Schwandner, Sprecherin von Railtour Suisse. Die konkreten Auswirkungen hängen jedoch stark von Stadt, Quartier und Reisezeitpunkt ab, deswegen müsse man sich gut informieren.
Diese Hotspots solltest du am Wochenende meiden
Wichtig zu wissen: Die Proteste finden oft in den Zentren oder auf Hauptverkehrsadern statt – etwa am Domplatz in Mailand oder am Place de la République sowie im Quartier des Halles in Paris. Wer dieses Wochenende diese beiden Städte besucht, sollte diese Orte und die Demonstrationsrouten am besten grossräumig umgehen.
Das gilt bei Stornierungen und Umbuchungen
Wer bereits gebucht hat und verunsichert ist, kann nicht einfach kostenlos zurücktreten. Ein gebuchtes Hotel in der Nähe eines Demonstrationsorts «führt nicht automatisch zu einer kostenlosen Annullierung», erklärt Schwandner. Ohne konkrete behördliche Einschränkung gelten die regulären Stornobedingungen.
Anders sieht es aus, wenn der Trip vor Ort direkt beeinträchtigt wird: «Zeigen sich die Auswirkungen vor Ort oder werden behördliche Einschränkungen verhängt, prüfen einzelne Hotels oder Veranstalter oft kulante Lösungen», ergänzt Sara Vidal von Dertour. Betroffene sollten sich direkt an ihren Reiseveranstalter oder die Unterkunft wenden. Die Anbieter betonen, im engen Austausch mit Gästen zu stehen, die an diesem Wochenende abreisen.
Warum du jetzt nicht in Panik geraten musst
Die Experten warnen jedoch vor vorschneller Panik. Laut Schwandner sei es «wichtig, zwischen lokalen Ereignissen und der allgemeinen touristischen Situation zu unterscheiden». Die Vorfälle sollten weder pauschal auf das gesamte Land noch auf jede Reise projiziert werden. Auch Dertour-Sprecherin Vidal beruhigt: «Der touristische Betrieb läuft in vielen Fällen normal weiter.»
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