Straße von Hormus: Öl-Transporte und Angriffe nehmen zu
Die diplomatischen Anstrengungen zur Lösung des Konflikts sind damit vorerst gescheitert. Dennoch fließt wieder mehr Öl durch die Straße von Hormus.
14.09.2026 | 1:30 minObwohl es weiterhin keine diplomatische Einigung der Konfliktparteien USA und Iran gibt, nimmt der Fluss von Öl durch die umkämpfte Straße von Hormus offenbar seit mehreren Wochen zu. "Die Vereinigten Staaten und ihre regionalen Partner kontrollieren die Meerenge eindeutig", teilte das für die Region zuständige US-Regionalkommando Centcom in der Nacht auf Donnerstag auf der Plattform X mit.
Der Schiffsverkehr durch die Straße von Hormus fließe, transportiert würden Handelsgüter und Energielieferungen, darunter 20 Millionen Barrel Rohöl, so Centcom weiter. Das würde ungefähr dem Vorkriegsniveau entsprechen. Laut Analysten wurden vor dem Krieg knapp 19 Millionen Barrel Öl täglich durch die Meerenge transportiert.
Analysten sehen Zunahme von Öl-Lieferungen seit September
Die Nachrichtenagentur Reuters hatte Anfang der Woche unter Verweis auf Analysen der Branchenexperten Kpler und Marisks berichtet, dass das Volumen der Öltransporte durch die Straße von Hormus deutlich zugenommen habe. Der Sieben-Tage-Schnitt bei Ölexporten der Golfstaaten habe am 30. September bei 18,3 Millionen Barrel pro Tag gelegen. An 14 Tagen im September habe der Wert das Vorkriegsniveau überstiegen, so Kpler.
Den Anstieg der Energielieferungen seit Ende Juli führten Experten unter anderem auf einen Ausbau einer sogenannten "Shuttle-Flotte" zurück: Tanker, die von der US-Marine geschützt in der Meerenge hin- und herfahren und so Öl von Verladestationen im Persischen Golf an wartende Tanker außerhalb bringen.
Die Huthi-Miliz bedroht wichtige Transportwege in der Region. Um Gebiete an der Meerenge Bab al-Mandab, über die etwa Saudi-Arabien die Mehrheit seiner Öl-Exporte verschifft, wird gekämpft.
06.10.2026 | 1:41 minIran kündigt Maßnahmen gegen Öltransporte an
Ohne diplomatische Lösung des Konflikts bleibt die Straße von Hormus ein Spannungsgebiet. Die iranischen Revolutionsgarden hatten zuvor erklärt, dass die an ihrer engsten Stelle nur 35 bis 40 Kilometer breite Meerenge geschlossen bleibe. Man würde das Gebiet kontrollieren, behauptete Teheran, zudem würden einige durch Sprengungen geschaffene "illegale Routen bald blockiert" werden.
Am Mittwochabend berichtete die britische Behörde für Sicherheit in der Schifffahrt (UKMTO), dass rund 90 Kilometer nördlich des Golfemirats Katar ein Tanker unter Beschuss geraten war. Mehrere Geschosse hätten das Schiff getroffen, es habe Opfer gegeben. Zuletzt hatte UKMTO wieder vermehrt Beschuss auf Schiffe in der Straße von Hormus gemeldet.
Das auf Handelsmarine spezialisierte Portal "Maritime Executive" berichtete, es handele sich um den ersten gemeldeten Angriff auf einen Tanker in der westlichen Hälfte des Persischen Golfs seit mehreren Wochen. Daraufhin zogen die Ölpreise am Donnerstagmorgen spürbar an.
Die Spritpreise in Deutschland sind höher als in den meisten umliegenden Ländern - warum das so ist und was gegen die Teuerung jetzt getan werden soll, erklärt Mirko Drotschmann.
24.09.2026 | 12:55 minÖllieferungen bedeuten keine Entwarnung für Verbraucher
Eine Zunahme bei Öltransporten bedeutet jedoch keine schnelle Entlastung bei den Energiekosten für Verbraucher weltweit. Engpässe bestehen aktuell insbesondere bei verarbeiteten Produkten wie Diesel.
Bei den Kämpfen Irans mit seinen Nachbarländern sind auch zahlreiche Raffinerieanlagen in den Golfstaaten beschädigt worden, die Verarbeitungskapazitäten sind weiter eingeschränkt. Die Angriffe auf Handelsschiffe haben auch die Transportkosten für Ölprodukte, etwa Versicherungskosten, deutlich in die Höhe getrieben.
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Quelle: dpa, Reuters, ZDF
Über den Iran-Krieg berichtet das ZDF fortlaufend in verschiedenen Sendungen, etwa in der heute-Sendung am 07.10.2026 ab 19 Uhr.
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