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Monday, October 12, 2026

Arzt riet ihr zum Aufhören – diese Schweizerin machte weiter

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Das steht für die Schweizer Nati an.20 Minuten / Sarah Linder

Darum gehts

  • Die Schweizer Fussballerin Amira Arfaoui (27) spielt seit Sommer beim SC Freiburg – nach einer durchzogenen Saison bei Werder Bremen.
  • Die Mittelfeldspielerin verpasste letztes Jahr die Heim-EM und kämpfte sich nach mehreren Knieoperationen zurück.
  • Arfaoui träumt weiterhin von einer Nati-Rückkehr und will sich in Freiburg beweisen. Derzeit ist sie topfit.

Kurz vor dem Start der Heim-EM letztes Jahr zerplatzte für Amira Arfaoui der grosse Traum. Die 27-jährige Mittelfeldspielerin musste die Europameisterschaft in der Schweiz von daheim anschauen, wie zum Beispiel auch Naina Inauen, Seraina Piubel oder Aurélie Csillag.

«Die Nicht-Nominierung war ein Schlag ins Gesicht – aber sie hat mich auch motiviert», sagte die dreifache Nati-Spielerin damals zu 20 Minuten. Mittlerweile ist ein Jahr vergangen. Nach einer durchzogenen Saison bei Werder Bremen greift Arfaoui seit Sommer beim SC Freiburg neu an.

«Die Vergangenheit kann man nicht mehr ändern»

Die Nicht-Nominierung fügt sich in eine Karriere ein, in der Arfaoui immer wieder gegen Widerstände ankämpfen musste. Als sie 19 Jahre alt war, stand sie vor dem Karriereende. Sie hatte sich gerade einer grossen Meniskusoperation unterzogen, der dritten in Folge am rechten Knie. Ihr Arzt riet ihr, mit Fussball aufzuhören. Für sie war der Gedanke ans Aufgeben aber nie eine Option: «Wenn etwas in dir drin ist, egal, wer dir sagt, du musst aufhören: Es geht nicht.»

Amira Arfaoui steht beim SC Freiburg unter Vertrag.

Amira Arfaoui steht beim SC Freiburg unter Vertrag.IMAGO/HMB-Media

Arfaoui hat aus den Rückschlägen gelernt, ihren Körper besser zu verstehen. In Deutschland arbeitet sie intensiver an ihrer Fitness und trainiert mit einem Athletiktrainer. Das sei nach den Knieverletzungen auch nötig, sagt sie. Ihre Geschichte will sie, die nun topfit ist, jedoch nicht als traurige erzählen. «Die Vergangenheit kann man nicht mehr ändern. Ich versuche jetzt, nach vorne zu schauen.»

Halt fand sie dabei immer bei ihrer Familie und in ihrem Glauben. «Ich habe immer weitergemacht, immer dank der Unterstützung meiner Familie und meinem Glauben.» Gerade die Nähe zu ihrer Familie war ein wichtiger Grund, weshalb Freiburg für sie passte. Nach mehreren Jahren weit weg kann sie nun in ihrer freien Zeit wieder regelmässig nach Bern fahren. Das gebe ihr «Kraft und neue Energie».

Freundschaft mit Alisha Lehmann

Zum Fussball kam Arfaoui ebenfalls über ihre Familie. Ihr Vater spielte früher selbst in Tunesien und den Niederlanden, später arbeitete er als Trainer. Er nahm seine Tochter an Matches, Turniere und Trainings mit. Mit 15 machte Arfaoui dann ein Probetraining bei YB. Sie wurde aufgenommen, ein halbes Jahr später stand sie bereits in der Nati, die U-17-EM folgte.

In jener Zeit entstand auch die enge Freundschaft mit Alisha Lehmann. Die beiden kennen sich seit ihrer Jugend bei YB und blieben einander auch über die verschiedenen Stationen im Fussball hinweg verbunden. Arfaoui weiss aber auch, dass echte Freundschaften im Geschäft nicht selbstverständlich sind.

Schweizer Programm WM-Qualifikation

Mit den meisten früheren Mitspielerinnen habe sie keinen Kontakt mehr, sagt sie. In Deutschland habe sie aber zwei, drei Freundinnen gefunden, mit denen sie auch Ferien mache und die sie in der freien Zeit sehe.

«Ich musste immer kämpfen»

In Freiburg soll nun das nächste Kapitel beginnen. «Ich will Fussball spielen, und Freiburg passt einfach zu mir», sagt sie über ihre neue Station. Die Nati bleibt in ihrem Hinterkopf.

Und auch wenn sie derzeit nur auf der Reserveliste der Nati für die WM-Quali steht: Arfaoui, die bei 100 Bundesliga-Spielen steht, glaubt an sich: «Ich will mich auf mich fokussieren und in Freiburg Vollgas geben. Alles Weitere wird sich zeigen. Ich hatte viele Rückschläge und musste immer kämpfen.»

Nils Hänggi

Nils Hänggi (nih) ist seit 2019 bei 20 Minuten. Er ist Sportredaktor und Teil des Social Responsibility Boards. Er schreibt oft übers Thema Fussball.

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