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Monday, September 14, 2026

Was geschah mit Émile (2)? Neue Theorie führt zu einem Pferd

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  • Im Fall Émile gibt es eine neue Theorie.
  • Journalistin Peggy Poletto stellt diese These in ihrem neuen Buch auf – gestützt auf schwere Gesichtsverletzungen und ein Pferdegehege beim Grossvater.
  • Bewiesen ist das Szenario nicht; Ermittler prüfen weiterhin eine vorsätzliche oder unbeabsichtigte Tötung durch eine andere Person.

Émile war zweieinhalb Jahre alt und hielt sich bei seinen Grosseltern auf. Am 8. Juli 2023 verschwand er im südfranzösischen Weiler Haut-Vernet. Monatelang fehlte jede Spur des Jungen. Erst Ende März 2024 fand eine Wanderin seinen Schädel. Später tauchten in der Umgebung weitere Knochen und Kleidungsstücke auf. Bis heute ist ungeklärt, wie Émile starb.

Nun gibt es eine neue Theorie zu seinem Tod. Starb Émile womöglich durch den Tritt eines Pferdes? Die französische Journalistin Peggy Poletto stellt diese These in ihrem neuen Buch «Émile. Le Silence et le bruit» auf. Poletto arbeitet als Gerichts- und Kriminalreporterin für die Regionalzeitung «Nice-Matin». Sie begleitet den Fall seit Émiles Verschwinden.

Pferdetritt als mögliche Todesursache

Poletto stellt eine neue Theorie auf: Könnte Émile bei einem Unfall mit einem Pferd ums Leben gekommen sein? Und versuchte danach jemand, die Todesumstände zu verschleiern und die Leiche zu verstecken? Mehrere Details geben dieser Theorie Brisanz. Rechtsmedizinische Untersuchungen ergaben schwere Verletzungen im Gesicht des Jungen. Dazu gehört eine Verletzung am Jochbein.

Hier setzt die Theorie an: Könnte der Huf eines Pferdes diese Verletzung verursacht haben? Zudem gehen die Ermittler davon aus, dass Émile nicht am Fundort starb. Vor seinem Verschwinden hielt sich der Zweijährige bei seinen Grosseltern in Haut-Vernet auf. Der Grossvater soll dort ein Gehege für Pferde eingerichtet haben. Erst neun Monate später fand eine Wanderin den Schädel des Jungen. Er lag 1,7 Kilometer vom Haus der Grosseltern entfernt.

Zudem gehen die Ermittler davon aus, dass Émile nicht am späteren Fundort starb. Bewiesen ist die Theorie nicht, die Ermittler prüfen weiterhin mehrere Szenarien.

Zudem gehen die Ermittler davon aus, dass Émile nicht am späteren Fundort starb. Bewiesen ist die Theorie nicht, die Ermittler prüfen weiterhin mehrere Szenarien.AFP

Knochen offenbar erst später abgelegt

Auch der Zustand der später gefundenen Kleidungsstücke war auffällig. Im Verhältnis zum Verwesungsgrad der sterblichen Überreste waren sie ungewöhnlich gut erhalten. Bereits 2025 teilte die Staatsanwaltschaft mit, dass die Knochen und Kleidungsstücke erst relativ kurze Zeit vor dem Fund dort abgelegt worden seien. Bisher ist ungeklärt, wo sich die Knochen zuvor befanden.

Die Huftritt-Theorie ist nicht bewiesen. Doch die Pferde spielten seit Beginn der Ermittlungen eine Rolle. Im März 2025 durchsuchten Ermittler das Anwesen der Grosseltern in La Bouilladisse. Dabei beschlagnahmten sie neben einem SUV auch einen Pferdeanhänger. Die Gendarmen untersuchten ihn anschliessend. Die Ergebnisse dieser Untersuchungen sind bislang nicht öffentlich bekannt.

Ermittler prüfen zwei Szenarien

«Le Parisien» berichtete bereits im März 2025, dass die Ermittler zwei mögliche Szenarien prüften: eine vorsätzliche oder eine unbeabsichtigte Tötung durch eine andere Person.

Poletto sagt selbst, dass ihr Buch den Fall nicht aufklärt. «Es fehlt ein Teil des Puzzles und wir müssen es finden», sagt sie gegenüber «Le Dauphiné Libéré».

Trauerst du oder trauert jemand, den du kennst?

Hier findest du Hilfe:

Seelsorge.net, Angebot der reformierten und katholischen Kirchen

Pro Juventute, Beratung für Kinder und Jugendliche, Tel. 147

Pro Senectute, Beratung älterer Menschen in schwierigen Lebenssituationen

Maurin Vonplon

Maurin Vonplon (mav), Jahrgang 2006, arbeitet seit August 2026 bei 20 Minuten als Praktikant im Ressort Bern.

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