Stinkwanzen en masse – darum befallen sie nun dein Schlafzimmer

Kommt es dir so vor, als ob wieder vermehrt Stinkwanzen unterwegs sind? Wimmelt es gefühlt an deinem Fenster oder an deiner Hauswand nur so von den kleinen Tieren? Dass Stinkwanzen ausgerechnet jetzt wieder so präsent sind, hat vor allem mit der Jahreszeit zu tun.
Viele Wanzenarten verbringen den Winter als ausgewachsene Tiere. Sobald die Temperaturen sinken und die Tage kürzer werden, suchen sie trockene und geschützte Orte, um zu überwintern. Baumrinde und Laub eignen sich dafür genauso wie Mauerritzen, Fensterrahmen oder Spalten rund um Türen. Darum machen es sich jetzt so viele Stinkwanzen in deiner Wohnung gemütlich.
Wie gehst du mit Stinkwanzen in der Wohnung um?
Der Eindruck einer regelrechten Wanzenplage bedeutet also nicht automatisch, dass ihre Zahl gerade auch explosionsartig gestiegen ist. Im Herbst sammeln sich die Tiere einfach an für sie geeigneten Orten. Eine sonnige Hausfassade oder ein Fenster kann so plötzlich zum Treffpunkt werden.
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Keine Gefahr für Menschen – aber für Pflanzen
Besonders bekannt ist bei uns die Marmorierte Baumwanze (Halyomorpha halys). Die ursprünglich aus Ostasien stammende Art wurde 2004 erstmals in der Schweiz beobachtet. Laut dem Agroscope, dem Kompetenzzentrum des Bundes für die landwirtschaftliche Forschung, können die erwachsenen Tiere im Herbst «in grosser Anzahl in Häuser eindringen».
Für Menschen ist die Marmorierte Baumwanze vor allem lästig. Zum Problem wird sie eher für Pflanzen: Sie saugt an Obst, Gemüse, Beeren und anderen Kulturen und kann dabei Flecken, Dellen und Verformungen verursachen. Mehr als 200 Frucht- und Gemüsesorten stehen auf ihrem Speiseplan.
Stinkwanzen wollen jetzt vor allem eins: rein
Wie viele Marmorierte Baumwanzen in einem Jahr unterwegs sind, hängt vor allem aber stark vom Wetter ab. Agroscope schreibt, dass ihr Auftreten von Jahr zu Jahr deutlich schwanken kann und massgeblich von den klimatischen Bedingungen abhängt. Abhängig von der Temperatur durchlaufe die Art in Mitteleuropa ein bis zwei Generationen pro Jahr. Im Tessin sind es häufig zwei, nördlich der Alpen meist eine.
Warmes und trockenes Wetter kann die Zahl der Wanzen zusätzlich erhöhen. Der Naturschutzbund Deutschland (NABU) verweist etwa auf den aussergewöhnlich warmen und trockenen Sommer 2018: Damals hatten sich zahlreiche Insektenarten stark vermehrt. Was der Hitzesommer 2026 hervorbringt, wird sich jetzt im Herbst zeigen.
So bleiben Stinkwanzen draussen
- Fliegengitter an Fenstern und Balkontüren erschweren den Tieren den Weg hinein.
- Ritzen an Fenstern, Türen und Fassaden möglichst abdichten.
- Pflanzen, Kisten oder Brennholz kontrollieren, bevor du sie ins Haus holst.
- Einzelne Tiere brauchst du nicht mit Insektiziden zu bekämpfen. Besser ist es, sie einzufangen und nach draussen zu bringen.
Nicht jede braune Wanze ist dieselbe
Wer gerade ein braunes Krabbeltier am Fenster entdeckt, hat allerdings nicht zwingend eine Marmorierte Baumwanze vor sich. Verschiedene Wanzenarten suchen im Herbst geschützte Plätze und können dabei in Wohnungen landen.
Insgesamt gibt es in der Schweiz rund 760 Wanzenarten. Dazu gehört etwa die heimische Grüne Stinkwanze (Palomena prasina), die vor allem im Freien lebt und ebenfalls an Pflanzen saugt. Ebenfalls verbreitet ist die Graue Feldwanze (Rhaphigaster nebulosa), die der Marmorierten Baumwanze zum Verwechseln ähnlich sieht und im Herbst ebenfalls in Häuser gelangen kann. Dazu kommt die Grüne Reiswanze (Nezara viridula): Die ursprünglich aus Afrika stammende Art hat sich in den vergangenen Jahren stark ausgebreitet und dürfte sich laut Agroscope inzwischen in weiten Teilen des Schweizer Mittellands etabliert haben.
Warum stinkt die Stinkwanze – und wie wirst du sie los?
Fühlt sich die Wanze bedroht oder wird sie zerdrückt, kann sie ein intensiv riechendes Sekret absondern. Damit verteidigt sie sich gegen Fressfeinde.
Sitzt eine Stinkwanze in der Wohnung, solltest du sie deshalb möglichst nicht zerquetschen. Auch vom Staubsauger ist eher abzuraten: Gibt das Tier darin sein Sekret ab, kann der Luftstrom den unangenehmen Geruch in der Wohnung verteilen.
Am einfachsten setzt du ein Glas über die Wanze, schiebst ein Blatt Papier darunter und bringst sie zurück nach draussen.
Im Internet kursieren zudem Hausmittel, die Stinkwanzen fernhalten sollen. Häufig genannt wird eine Mischung aus Essig, Wasser und etwas Spülmittel, die rund um Fenster und Türen versprüht wird. Ob solche Mittel zuverlässig wirken, ist allerdings nicht belegt.
Hast du auch immer wieder ungebetene Krabbeltiere in der Wohnung? Verrate uns in den Kommentaren, welche dich am meisten nerven.
Vanessa Büchel (vab) arbeitet seit 2025 für 20 Minuten. Sie ist Fashion-Redaktorin im Lifestyle-Ressort und schreibt über Trends und Styling-Tipps.
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