Linde gefällt – Irene wird als «Natur-Terroristin» beschimpft

- Auf einem Pferdehof in Neuenegg wurde Anfang Juni eine rund 100 Jahre alte Linde gefällt.
- Ein anonymer Briefschreiber spricht von «Mord» und «Terrorismus an unserer Natur».
- Laut dem Hofbesitzer war der Baum innen morsch und stellte ein Sicherheitsrisiko dar.
- Die Fällung sei von der Gemeinde bewilligt gewesen.
«Welcher Vollidiot hat beschlossen, diese fast 100 Jahre alte gesunde Linde zu entfernen, sprich zu ermorden?» Mit diesen Worten beginnt ein anonymer Brief, den Fritz Gasser, Besitzer eines Pferdehofs in Neuenegg, Anfang Juni erhalten hat. Der Verfasser des Briefs bezeichnet die Fällung des Baumes gar als «Terrorismus an unserer Natur».
Auf dem Hof kann man diese Reaktion nicht nachvollziehen: «Die Linde musste gefällt werden. Sie war innen morsch und wäre sonst womöglich aufs Haus gefallen», sagt Irene Oppliger, die auf dem Pferdehof arbeitet. Als sie den Brief sah, habe sie sich «wahnsinnig genervt».
«Verbrechen» und «Insektenmörderin»
Im anonymen Schreiben heisst es weiter, in der heutigen Zeit sei es ein «Verbrechen», Bäume zu entfernen, die Sauerstoff produzieren und Schatten spenden. Weiter wird der Besitzer des Hofes persönlich beleidigt. Für Oppliger gehen diese Vorwürfe zu weit. «Das ist nicht anständig. Man könnte doch direkt miteinander sprechen, anstatt einen anonymen Brief zu schreiben.»
Es ist laut Oppliger nicht das erste Mal, dass sie Kritik erntet. Bereits im vergangenen Jahr habe sich jemand beschwert, nachdem sie Brennnesseln entlang eines Weges zurückgeschnitten hatte. Damals sei sie als «Insektenmörderin» bezeichnet worden.

Das treffe sie besonders, sagt Oppliger: «Ich bin Pferdebesitzerin mit Leib und Seele und achte sehr auf die Natur.» Auch bei Arbeiten im Wald achte sie darauf, möglichst sorgfältig mit Bäumen und Pflanzen umzugehen.
Hofbesitzer: «Linde war innen morsch»
Auch Hofbesitzer Fritz Gasser verteidigt das Entfernen des Baumes: «Wir haben die Linde aus Sicherheitsgründen gefällt. Das war auch von der Gemeinde bewilligt.» Der Baum stand unmittelbar an einer Strasse, auf der viele Autos unterwegs seien.
Von aussen habe die Linde zwar noch grün und gesund ausgesehen. «Aber innen war sie morsch», sagt Gasser. Deshalb sei er froh, dass der Baum nun weg sei. Gerade angesichts der Trockenheit hätte die Situation seiner Einschätzung nach noch problematischer werden können.
Aktivier jetzt den Bern-Push!
Nur mit dem Bern-Push von 20 Minuten bekommst du die aktuellsten News aus der Region Bern, Freiburg, Solothurn und Wallis blitzschnell auf dein Handy geliefert.
So gehts: Installiere die neuste Version der 20-Minuten-App. Tippe unten auf «Profil», dann aufs «Einstellungen»-Zahnrad und schliesslich auf «Push-Mitteilungen». Wähle hier die gewünschten Themen aus. Voilà!
Wir sind auch auf Instagram. Folg uns für Posts, Storys und Gewinnspiele aus der Region – und schick uns deine Bilder und Inputs: 20 Minuten Region Bern.
Flurin Pestalozzi (flu) arbeitet seit 2025 bei 20 Minuten und ist Korrespondent in Bern.
KioskNews shows a cleaned-up reading view extracted from the publisher’s page — the original always lives on their site, not ours.
