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Thursday, August 20, 2026

Wegen Begegnungszone: Stau statt weniger Verkehr

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  • Diessenhofen TG testet seit Juli eine Begegnungszone in der Altstadt, um den Durchgangsverkehr zu reduzieren.
  • Die neue Signalisation sorgt laut Anwohnern für Stau und Chaos statt geordnetem Verkehr.
  • Dennoch: An einer Informationsveranstaltung sprachen sich 39 von 47 stimmberechtigten Anwohnern für eine Weiterführung der Testphase aus.

«Am Morgen gelten andere Verkehrsregeln als am Abend», so ein Anwohner von Diessenhofen zu 20 Minuten. «Es ist gut, dass die Stadt etwas macht, leider herrscht ein Chaos.» Der 58-Jährige spricht über die Testphase der neuen Bewegungszone in Diessenhofen TG.

Um den massiven Durchgangsverkehr in der Kleinstadt Diessenhofen an der deutschen Grenze zu regulieren, will die Stadtgemeinde in der Altstadt eine Begegnungszone realisieren. Seit Juli ist die Testphase für drei Monate am Laufen. «Der Verkehr soll künftig stärker über die Umfahrung T13 gelenkt werden», wie auf der Website der Kleinstadt zu lesen ist.

Der Situationsplan für die Testphase ist auf der Website für alle ersichtlich.

Der Situationsplan für die Testphase ist auf der Website für alle ersichtlich.www.diessenhofen.ch

Der schnellste Weg ist durch die Altstadt

Viele Autolenker fahren nur aus praktischen Gründen quer durch die Altstadt von Diessenhofen: um Zeit zu sparen. So auch Gisela aus der näheren Umgebung von Diessenhofen: «Der schnellste Weg von Deutschland ist durch die Altstadt. Wenn ich es eilig habe, fahre ich durch die Stadt», so Gisela zu 20 Minuten. «Die Altstadt ist mit dem Auto sehr unpraktisch geworden. Ich verstehe die Stadt, es ist schade, dass der ganze Verkehr nach Deutschland durch Diessenhofen geht», so die 44-Jährige. Sie sieht aber auch Vorteile: Durch die Begegnungszone sei das Städtchen für Fussgänger und Velofahrer attraktiver geworden.

Ein elfjähriger Knabe, welcher in Diessenhofen zur Schule geht, sieht das Problem bei den Autofahrern: «Einige Autofahrer können einfach nicht warten und so entstehen Stau und Chaos. Gewisse Lenker drängeln sich bei den Hindernissen vor, obwohl sie keinen Vortritt haben.» Der Verkehr fliesse nicht mehr so gut wie zuvor.

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Eine Abstimmung zeigt optimistische Diessenhofer

Während der Testphase hat die Stadtgemeinde, ausser wenigen Blumentopf-Verschiebungen, laut eigenen Angaben nicht viel angepasst. «Am 6. August haben wir die Begegnungszone wie geplant verkleinert. Dadurch konnte auch ein Verbotsschild für Linksabbieger aufgehoben werden», so Stadtpräsident Markus Birk zu 20 Minuten.

«Die Fahrt durch die Altstadt ist immer noch 38 Sekunden schneller als über die Transitstrasse», so Stadtpräsident Markus Birk.

«Die Fahrt durch die Altstadt ist immer noch 38 Sekunden schneller als über die Transitstrasse», so Stadtpräsident Markus Birk.20min/Vanessa Figi

An der Informationsveranstaltung von Dienstagmorgen nahmen 54 Diessenhofer teil. Mit einer konstitutiven Abstimmung hat die Stadtgemeinde die Anwohner der Innenstadt befragt: «Wer begrüsst, im Rahmen der jetzigen Erfahrungen, das Thema 20er-Begegnungszone weiterzuführen?» Der Stadtpräsident hat 20 Minuten das Ergebnis mitgeteilt: «39 Personen sind dafür gewesen, dass man die Testphase weiterführt. Dagegen waren acht Personen.» Die restlichen sieben Personen würden nicht in der Innenstadt leben und sind somit von der Abstimmung ausgeschlossen worden.

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