Gen-Z-Proteste in Deutschland: Unistreiks angekündigt

„Gen Z regelt Studis“ kündigt an, am 20. November auch Universitäten lahmlegen zu wollen. Dazu soll es nun in vielen Städten Vollversammlungen geben.
Foto: Pia Bayer/dpa
Die Gen-Z-Proteste sollen großflächig an die Universitäten getragen werden. Wenn am Freitag, den 20. November, die nächsten Jugendproteste anstehen, soll in vielen Hochschulen mit einem Streik der Studierendenschaft der Betrieb lahmgelegt werden. Das kündigte die Gruppe „Gen Z regelt Studis“ am Sonntag an, die eine „neue Flanke“ der Bewegung sein will. Konkret sind demnach Streiks an bis zu 35 Universitäten in 33 Städten geplant.
Laut der Gruppe haben sich am Wochenende 90 Studierende in Hannover getroffen, um „Gen Z regelt Studis“ zu gründen. Darunter seien Vertreter:innen von Asten, der Verdi-Jugend, dem SDS, dem Internationalen Jugendverband, Widersetzen und den Studis gegen rechts gewesen. Ihr Plan: In der Woche vor dem 20. November in ihren jeweiligen Hochschulen Vollversammlungen einberufen zu lassen, um dort jeweils über einen „demokratischen Mehrheitsstreik“ abstimmen zu lassen. In den Hochschulen mit einer Mehrheit soll dann am Streiktag der Lehrbetrieb verunmöglicht werden.
„Entweder sind wir die Generation, die dabei zuschaut, wie uns die Zukunft weggenommen wird, oder wir schaffen es, eine lebenswerte Zukunft zu gewinnen“, sagte die Studierende Veronika Dinter, die auch schon als Pressesprecherin von „Gen Z regelt Berlin“ aufgetreten war. Explizit zog sie einen Vergleich zur 68er-Bewegung. „Seit Jahren werden Forderungen der Jugend ignoriert, jetzt richten wir eine Kampfansage an die Merzregierung“, sagte sie.
Die erste Forderung der Gruppe heißt dementsprechend: „Merz muss weg.“ Darüber hinaus sollen Unis der militärischen Forschung eine Absage erteilen. Gefordert wird auch ein Ende der Aufrüstungspolitik und keine Wiedereinführung der Wehrpflicht, ein Stopp der Kettenbefristungen an Universitäten, mehr Geld für Bildung und ein Ende der „rassistischen Spaltungsversuche“ gegenüber der Bewegung durch Presse und Politik. Auch „gegen jeden Krieg und Genozid“ positionieren sich die Studierenden. „Uns ist klar: Die Reichen müssen zahlen“, sagte Dinker. Deshalb brauche es eine Vermögenssteuer.
Wie die Unistreiks genau aussehen sollen, steht noch nicht fest. Das solle auf den Vollversammlungen festgelegt werden, sagte Dinker. Die Idee sei jedoch, dass es keine „kleinen Aktionen“ gebe, sondern sich hunderte Studierende an den Protesten beteiligten. Bereits in den vergangenen Tagen hatten studentische Gruppen versucht, die Proteste an die Hochschulen zu tragen, darunter etwa an der FU Berlin sowie an der Uni Kassel, wo der Senat die Zivilklausel abgeschafft hatte, die Rüstungsforschung verbietet.
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