Keine Kürzungen für Verbände – Sport-Dachverband Swiss Olympic muss sparen

Die Meldung im Sonntagsblick schreckt auf. Von einem «Sparhammer» und fünf Millionen Franken, die im Budget des Dachverbands Swiss Olympic eingespart werden müssten, ist die Rede. Entsprechend nervös reagiert die Schweizer Sportwelt. Wie dramatisch ist die Situation?
Alexander Wäfler, Leiter Medien von Swiss Olympic, beschwichtigt gegenüber Keystone-SDA und erklärt: «Swiss Olympic hat in den vergangenen Jahren wiederholt mehr Mittel eingesetzt, als Einnahmen generiert wurden. Immer zugunsten des Schweizer Sports, für die Verbandsförderung, für Kandidaturen oder Zukunftsthemen wie Digitalisierung», führt er aus. Und betont: «Diese Ausgaben erfolgten immer mit Zustimmung der Sportverbände, das Sportparlament beschliesst das Budget.» Es wird auch in diesem November noch über das Budget 2027 abstimmen.
Ausgeglichenes Budget als strategisches Ziel
Die Mehrausgaben wurden jeweils aus den Reserven gedeckt, die Finanzlage ist also nicht dramatisch. Doch Wäfler warnt: «Diese Entwicklung kann nicht dauerhaft fortgesetzt werden. Deshalb ist ein nachhaltig ausgeglichenes Budget ab 2029 ein strategisches Ziel und Teil der Verantwortung von Swiss Olympic gegenüber dem Sport.»
Von den Einsparungen im Budget sollten die angeschlossenen Verbände nicht direkt etwas spüren. «Das Budget 2027 sieht Einsparungen von 1,7 Millionen Franken bei unseren Dienstleistungen vor», erklärt Wäfler. «Aufgrund des Geschäftsmodells von Swiss Olympic sowie der Betriebsstruktur betreffen die Sparmassnahmen nebst Einsparungen bei Sach- und Projektkosten in erster Linie den Personalbestand. Trotz natürlichen Abgängen und organisatorischen Anpassungen mussten leider drei Kündigungen ausgesprochen werden.» Wichtig sei aber: «Die Verbände erfahren wegen diesen Einsparungen bei Swiss Olympic keine Beitragskürzungen.»
Erfolgsprämien gestrichen
Eine schmerzliche Einbusse, die nicht mit dem Budget 2027, aber mit den grundsätzlichen Sparbemühungen bei Swiss Olympic zu tun hat, mussten allerdings in diesem Frühjahr die Wintersportverbände schlucken. Die Erfolgsprämien für den letzten Olympiazyklus flossen nach Mailand-Cortina 2026 nicht mehr. «Es stimmt, dass die Erfolgsprämien an die Wintersportverbände aufgrund der aktuellen finanziellen Situation nicht ausbezahlt wurden», bestätigt Wäfler.
Er betont aber: «In den Leistungsvereinbarungen ist festgehalten, dass diese Beträge nur dann ausbezahlt werden können, wenn die finanziellen Voraussetzungen dafür gegeben sind. Die persönlichen Erfolgsprämien an die Medaillengewinnerinnen und Medaillengewinner hat Swiss Olympic unabhängig davon vollumfänglich ausbezahlt.» Aufgrund der Praxis der letzten Jahre rechneten dennoch viele Verbände mit diesen Geldern, gerade solche, die eine erfolgreiche Phase hatten.
Bundesgelder bleiben gleich
Für die Zukunft rechnet Wäfler nicht mit wesentlichen Änderungen. «Mit den Sparbemühungen beim Bund hat das strukturelle Defizit nichts zu tun», sagt er. «Wir gehen davon aus, dass die Bundesgelder in gleicher Höhe fliessen. Wir rechnen aber auch nicht mit mehr.» Der Bund steuert rund einen Drittel an die budgetierten Einnahmen von 115,6 Mio. Franken (Budget 2026) bei, die Kantone aus dem Reingewinn der Grosslotterien und grossen Sportwetten rund 60 Prozent.
Radio SRF 1, 27.09.2026, Nachrichten von 11:30 Uhr ; sda/mir
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